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Full text: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

4 Meereschemie 
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System Nordsee 
Die Zeitserie der Nitratfrachten zeichnet sich durch ganz ähnliche Eigenschaften aus. 
Eine signifikante Abnahme ist ebenfalls nicht feststellbar, wenngleich sich die mit ex 
trem hohen Abflussraten korrespondierenden Nitratfrachten reduziert haben. Ledig 
lich für Phosphat ist eine deutliche Verringerung nachweisbar (Abb.4-1). Tatsächlich 
halbierten sich die Phosphatfrachten jedoch bereits in den 1980er Jahren (Einführung 
phosphatfreier Waschmittel, Phosphatfällung in Abwasserklärwerken). Die schwache 
Abwärtsneigung seit 1991 lässt sich statistisch nicht erhärten. 
Die Korrelation zwischen Nitratfracht und Abflussrate liegt bei 0.75. Dieser Zusam 
menhang bricht jedoch zusammen (0.36), wenn Abflussraten >45x 10 9 m 3 /a (ca. 
25% der Daten) unberücksichtigt bleiben (Abb.4-2). Der augenscheinliche Eindruck 
einer ähnlichen zeitlichen Entwicklung beider Variablen (Abb. 4-1) wird demnach maß 
geblich durch das gleichzeitige Auftreten extremer Abfluss- und Frachtraten hervorge 
rufen, wobei allerdings das Abflussereignis von 1981 in der Nitratreihe keine Entspre 
chung hat. 
Eine lineare Abhängigkeit zwischen Phosphatfracht und Abflussrate ist für den Zeit 
raum 1980-2005 nicht nachweisbar (r = 0.35). Zwar ergeben sich deutlichere Zu 
sammenhänge für die Zeitabschnitte bis und ab 1991 (Trendbruchpunkt, vgl. Abb. 4-1), 
die jedoch ähnlich wie für die Nitratfracht für normale und geringe Abflussraten zusam 
menbrechen (Abb.4-2). 
Innerhalb dieses Abflussregimes (D < 45 km 3 /a) unterlagen die Nährstofffrachten 
(Phosphat seit 1991) nur geringen, unregelmäßigen und von den Abflussraten prak 
tisch unabhängigen Schwankungen. Abflussvariationen in diesem Größenbereich be 
wirken demnach vor allem Verdünnungs- oder Verdichtungseffekte, die beispielsweise 
bei einem mittleren Nitratfrachtniveau von 150 kt/a Konzentrationsschwankungen von 
3-6 g/m 3 (Load / Discharge) zur Folge haben. Bemerkenswert ist ferner, dass die Ni 
tratkonzentration seit Beginn der 1990er Jahre von ca. 5 g/m 3 um 1.4 ± 0.4 g/m 3 (95 % 
Konfidenzintervall) zurückging; auch die Phosphatkonzentration war seither signifikant 
rückläufig (0.08 - 0.03 ± 0.02 g/m 3 ). Diese Trends sind konsistent mit der gleichzeiti 
gen Zunahme der Abflussrate (Abb. 4-1). 
Wenngleich sich die Nährstoffverhältnisse in den Flüssen aufgrund tendenziell höhe 
rer Abflussraten und dadurch verdünnter Konzentrationen verbessert haben mag, soll 
te dies nicht darüber hinweg täuschen, dass die in die Deutsche Bucht jährlich einge 
leitete Gesamtmenge an Nitrat seit 25 Jahren auf unverändert hohem Niveau geblie 
ben ist. Die Phosphatfracht konnte durch die eingangs beschriebenen Maßnahmen 
bis etwa 1991 halbiert werden, stagniert seither jedoch ebenfalls. 
4.2.3 Winter 2005 
4.2.3.1 Zentrale und nördliche Nordsee 
Die Nährstoffmessungen in der zentralen und nördlichen Nordsee wurden auch im 
Winter 2005 im Rahmen des internationalen Verbundprogramms zur winterlichen Be 
standsaufnahme von Jungfischbeständen (ICES/YFS) mit FS Walther Herwig im Zeit 
raum 21. Jan. bis 13. Feb. durchgeführt. Dieser Datensatz wurde in den geographi 
schen Darstellungen der Nährstoffverteilungen durch Ergebnisse etwa gleichzeitiger 
Überwachungsfahrten des BSH in der Deutschen Bucht ergänzt, die im nachfolgen 
den Abschnitt 4.2.3.2, S. 160 ausführlich erörtert werden.
	        
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