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Full text : System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen (BSH-Berichte, Nr. 44)

4  Meereschemie

152

System  Nordsee

4.1  Einführung
<•>  5.  Schmolke  •  •  •

Der  Stoffhaushalt  der  Nordsee  wird  einerseits  durch  natürliche  Prozesse  und  Gleichgewichte ­
  bestimmt,  wird  aber  auch  durch  menschliche  Aktivitäten  belastet.  Über  Atmosphäre ­
  und  Flüsse  werden  Schadstoffe  aus  Landwirtschaft,  Industrieproduktion
und  Verkehr  in  die  See  transportiert.  Abwässer  aus  Kläranlagen  und  der  direkte  Abfluss ­
  von  durch  Dünger  und  Pflanzenschutzmittel  verunreinigten  Oberflächenwässern
führt  zu  einem  erhöhten  Eintrag  von  Nährstoffen,  Schwermetallen  und  naturfremden
organischen  Chemikalien.  Hinzu  kommt  die  zunehmende  Nutzung  des  Meeres  als
Transportweg,  als  Erholungsraum  und  zur  Energiegewinnung  (Windenergie,  Öl/Gasförderung). ­

Viele  der  freigesetzten  und  in  die  Nordsee  gelangenden  Elemente  und  Verbindungen
werden  nur  schwer  abgebaut  und  daher  langsam  aus  der  marinen  Umwelt  entfernt.
Hieraus  ergibt  sich  eine  erhöhte  Wahrscheinlichkeit  für  die  Anreicherung  dieser  Stoffe
in  marinen  Lebewesen,  welche  sich  durch  Akkumulationsprozesse  in  der  Nahrungskette ­
  potenziert.  Zu  den  möglichen  Folgen  zählen  Beeinträchtigungen  des  Immunsystem, ­
  der  Reproduktionsfähigkeit  und  des  Stoffwechsel.
Neben  den  toxikologischen  Aspekten  der  chemischen  Belastung  des  marinen  Ökosystems ­
  kommt  dem  Nährstoffhaushalt  des  Meeres  besondere  Bedeutung  zu.  Nitrat,
Nitrit,  Phosphat  und  Silikat  sind  wesentliche  Komponenten  des  natürlichen  Stoffhaushaltes ­
  im  Meer,  ohne  die  biologisches  Wachstum  unmöglich  ist.  Einträge  aus  Landwirtschaft, ­
  Haushaltsabwässern,  Verkehr  und  Verbrennungsprozessen  führen  jedoch
zu  einer  erhöhten  Primärproduktion,  die  Sauerstoffmangelsituationen  und  Veränderungen ­
  im  Artenspektrum  zur  Folge  haben  kann.
Voraussetzung  für  die  Beurteilung  des  ökologischen  Zustandes  der  Nordsee  ist  eine
möglichst  genaue  Kenntnis  der  räumlichen  und  zeitlichen  Veränderungen  der  chemischen ­
  Variablen.  Für  diese  Zielsetzung  ist  das  chemische  Überwachungsprogramm
des  BSH  von  zentraler  Bedeutung.  Die  im  Jahr  2005  durchgeführten  Überwachungsfahrten ­
  und  dabei  erhobene  Datensätze  zur  Charakterisierung  des  chemischen  Zustands ­
  sind  Tab.  4-1  zu  entnehmen.

Cruise

Term

Domain

Nutrients

Organic
Pollutants

Metals

Radionuclides ­


G432

01.24-02.03

GB

X

./.

X

X

G440

05.25  -  06.05

GB

./.

X

X

X

G446a

08.10-08.29

NS

X

X

./.

[x]

G446b

08.29  -  09.05

GB

X

X

X

X

G451

11.18-11.29

GB

[x]

./.

X

X

Tab.  4-1:  Überwachungsfahrten  (FS  Gauß,  2005)  u.  in  System  Nordsee  verwendete  Daten  (X).
Table  4-1:  RV  Gauß  monitoring  cruises  in  2005,  and  data  used  in  this  state  assessment  (X).
            
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