3.5 Temperatur
System Nordsee
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seetemperatur (Abb.3-18) besteht in der höheren Amplitude, die aus der geringen
Wassertiefe und der kontinentalen geographischen Lage resultiert. Die Jahresmittel
temperatur bei Helgoland lag mit 10.8 °C etwas oberhalb derjenigen für die Nordsee
(10.5 °C). Damit ist 2005 auch für Helgoland das zehntwärmste Jahr seit Beginn der
Messungen (s. Fußnote, 5.112). Diese und andere Ergebnisse (Loewe et al. 2003) be
legen, dass sich die historischen Temperaturentwicklungen in der Deutschen Bucht
und in der Nordsee nicht prinzipiell unterscheiden.
Abb. 3-19: Jahresgang 2005 der monatlichen Oberflächen temperatur bei Helgoland Reede mit
Klimatologie (1971 -2000) und 95%-Band (Klima ± 1.96 Standardabweichungen). (Roh
daten: K. Wiltshire, Biologische Anstalt Helgoland).
Fig. 3-19: Seasonal cycle 2005 of monthly mean SST at Helgoland Reede together with 1971 -
2000 base period monthly means and 95%-band (climatology ± 1.96 standard devia
tions). (Raw data courtesy of K. Wiltshire, Biologische Anstalt Helgoland.)
3.5.3 Temperaturschichtung
Weite Gebiete der Nordsee sind im Sommerhalbjahr thermisch geschichtet. Diese
vertikale Temperaturschichtung bildet sich in tieferen Seegebieten aus, in denen sich
die am Meeresboden erzeugte Gezeitenstromturbulenz nicht bis in die winddurch
mischte Oberflächenschicht auswirkt. Hier werden in der Übergangszone teilweise ex
treme Temperaturgradienten von mehr als 10 °C innerhalb weniger cm gemessen. Die
saisonale Temperatursprungschicht wird als Thermokline bezeichnet und stellt für den
Energie- und Stofftransport eine Barriere dar, die im Extremfall vertikale Transporte
verhindert. Überlappen sich hingegen beide Vermischungszonen, tritt allenfalls kurz
zeitig ein thermischer Gradient in Oberflächennähe auf, der entweder durch den See
gang, oder aber durch nächtliche Abkühlung und Konvektion schnell wieder abgebaut
wird. Vertikale Temperaturgradienten können auch durch starke vertikale Salzgehalts
gradienten, wie sie in Flussmündungen oder im Bereich des baltischen Ausstroms auf-
treten, forciert werden.