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Volltext: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — -t8. Bd. lieft 
usw. beobachten. Nur in den weiter narb landeinwärts gelegenen Gebieten hat man mitunter den Ein 
druck. als ob der Mensch den Lauf beeinflußt hätte. 
Verzweigungen der natürlichen Vorlandpriele kommen oft vor. 
Die Frage nach der Entstehung der Vorlandpriele kann hier ebenfalls nicht beantwortet werden. 
Außer genauen Studien, vor allem im Anwachsgebiet, sind dazu in jedem einzelnen Falle sorgfältige 
Nachforschungen im historischen Aktenmaterial der zuständigen Domänen, und Bauämter erforderlich. 
Deichbau, etwaige Znschüttungen und Aufgrabungen müssen berücksichtigt werden. 
Viele Vorlandpriele laufen auch bei tiefster Ebbe nicht ganz leer, wahrend die Fortsetzung ihres 
Laufes im Watt fast oder ganz (rocken fällt. 
Man kann bei dieser Erscheinung an eine Einwirkung des Menschen denken: aber vielleicht auch eine 
Erklärung in Zuständen finden, wie sie zu Beginn der Ebbe eintreten können. In dem von. Ufern be 
grenzter, Vorlandpriel wird die erste Ebbe unter Umständen schon eine ausräumende Wirkung entfalten 
können, während die Watten selbst noch in breiter Fläche vom Wasser bedeckt sind, das sich zunächst 
verhältnismäßig langsam zurückzieht. Bei der Mündung des \orlandprieles ins Watt schießt also das 
ausfließende Ebbwasser, das ja rechts und links durch die hohen Flutkliffufer des \ orlandprieles be 
grenzt ist. zunächst noch in eine breite, ziemlich ruhige Wassermasse. Das bedingt dann dort eine Fällung 
mancher im Prielwasser schwebender Sedimente, da mit der Ausbreitung naturgemäß ein Geschwindig 
keitsverlust und damit eine Verringerung der Erosionskraft verbunden ist. Unterstützt wird dieser Vor 
gang möglicherweise durch landwärts gerichtete Winde, die zwar unter Umständen durch Wellenschlag 
die Abbruchkante weiter angreifen und auch das Wasser unruhig machen: aber andererseits den aus- 
strömenden W assermassen und damit der Ausschürfung des Außenpriels — ich verstehe darunter die’ 
Fortsetzung des Vorlandprieles im eigentlichen W att — W iderstand entgegensetzen. Dadurch entsteht 
eine Barre vor der Mündung, wie wir das bei ähnlichen Gelegenheiten überall in der Natur und vor 
allem im W att finden. Möglicherweise bewirkt diese Barre allein durch Stauung, daß das Wasser im 
Vorlandpriel noch steht, während der Außenpricj leer gelaufen ist. 
ich lasse zwei Bilder aus der eben beschriebenen Landschaft folgern wovon das zweite gut die zuletzt 
geschilderten Verhältnisse an der Mündung wiedergibt. 
Bikl i. AuHemlekhsIainlschaft (Ablmuhvorland mit natii rli cher hiitwassoning). \ oHamlpHcl mil Hulklifî. Der Saint 
wuchs des dühtou. kurzon Rasons tritt vor allem links gat liervor. Redits cia végétations!reies Stück. wo Soden ab 
gestoclien sincl. lin Hintergtiintl das Watt mit Jhischclimmuui.
	        
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