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Full text : Jahresbericht 1872

20

Die  Zahlen  ohne  Zeichen  gehen  an,  um  wieviel  sich  die  Temperatur  des
Monats  und  Jahres  über  das  allgemeine  Mittel  erhob,  die  Zahlen  mit  einem
—  Zeichen,  um  wie  viel  die  Temperatur  des  einzelnen  Monats  und  Jahres
hinter  dem  allgemeinen  Mittel  zurückblieb.  Das  Jahr  1868  war  das  wärmste,
1871  das  kälteste  Jahr,  1870  kam  dem  Mittel  am  nächsten.  Am  meisten  hob
sich  im  December  1868  die  Temperatur  über  das  25jährige  Mittel,  nämlich  um
-)-  3?  60  R.,  und  zufällig  war  die  Warme  des  Februar  1870  um  genau  denselben
Betrag  zu  gering.  Von  unsern  fünfjährigen  Mitteln  waren  December  und  Juni
zu  kalt,  die  übrigen  Monate  durchschnittlich  wärmer  als  das  Mittel  aller
25  Jahre.  Vielleicht  blickt  hier  der  Einfluss  der  veränderten  Aufstellung  der
Thermometer  in  einem  von  Jalousien  umgebenen  Kasten  im  sonst  freiem  Luftzuge ­
  durch,  welche  die  Contraste  der  Witterung  schärfer  zum  Ausdruck  bringt.
Die  stärkste  sowohl  absolute  als  mittlere  Veränderlichkeit  zeigt  der
Februar,  die  geringste  absolute  Veränderlichkeit  zeigt  der  Juli,  welcher  mit
August  die  Maximalwärme  zeigt,  und  der  wärmste  Monat  überhaupt  ist.  Die
geringste  mittlere  Veränderlichkeit  zeigt  der  November.
Die  mittlere  monatlichen  Perioden  der  Temperatur  ergeben  sich  in  ihren
äussersten  Werthen  aus  der  Vergleichung  der  täglichen  Minima  und  Maxima,  und
gemildert  aus  der  Vergleichung  der  Temperaturen  der  drei  täglichen  regelmässigen
Beobachtungszeiten,  um  6"-  früh,  2"-  Mittags  und  10 U -  Abends.

Tab.  III.  Mittlere  Unterschiede  der  Temperaturen  in  jedem  Monate  und  Jahre.
a.  nach  den  Angaben  des  Minimum-  und  Maximum-Thermometers.
b.  nach  den  3  täglichen  Beobachtungen  um  6 U -  ,  2 U -  ,  10"-a.



b.

Monat.

Mittleres
Minimum.

Mittleres
Maximum

Monats-Mittel.


Unterschied. ­


Monats*
M  ittel.

6  u.  Vormittags. ­


2  u.  Nachmittags, ­


10«.
Abends.

December

—H35

2?  48

0?57

3?83

0?57

—0.03

1  31

0.44

Januar

—1.44

2,21

0.38

3,65

0.40

—0.29

1  24

0.26

Februar

—1.47

3.11

0.82

4.58

1.55

0  38

3.08

1.24

März

0.67

6.93

3.80

6.26

3.74

1.89

6.31

3.01

April

3.71

10.58

7.15

6.87

6  84

4.68

9  67

G.  17

Mai

6.44

14.09

10.20

7.65

9  92

7.66

13.06

9.04

Juni

8.65

15.52

12.08

G.87

11.87

10.00

14.49

11.13

Juli

10.80

18.71

14.80

7.82

14.57

12  19

17.65

13.86

August

10.62

17.44

13.98

6.92

13.63

11.72

16.27

12.89

September

8.10

14.73

11.41

6.63

11.15

9.19

13.69

10,58

October

4.2G

9.44

6.85

5.IS

0.88

5.36

8.87

6.42

November

1.44

5.48

3.4G

4.04

3.53

2.56

4.75

3.29

Winter

—1.42

2.60

0.59

4  02

0.84

0.02

1.86

0.65

Frühling

3.61

10.53

7.07

5.92

6.88

4.74

9.68

6.07

Sommer

10.02

17.22

13.62

7.20

13.36

11.30

16.14

12.63

Herbst

4.60

9.88

7.24  ,

5.28

7.19

5,70

9.10

6.76

Jahr

4.20

10.06

7,13

5.86

7.06

5.44

9.20

6.63

Zunächst  erhellt,  wie  genau  die  Monats-Mittel  der  Minima  und  Maxima  mit  den
Mitteln  aus  den  3  Beobachtungsstunden  in  den  Monaten  October  bis  Januar,  wo  der
Himmel  bei  uns  meist  trübe  ist,  übereinstimmen.  Im  wechselvollen  Februar  zeigt
sich  eine  auffallend  starke  Differenz,  das  Mittel  der  Minima  und  Maxima  ist  entschieden ­
  niedriger  als  das  der  3  Stunden,  während  in  den  Sommermonaten  durchweg ­
  das  Entgegengesetzte  der  Fall  ist;  die  Extreme  treten  im  kräftigen  Sonnenschein

  deutlicher  hervor.  Die  Jahresmittel  stimmen  ziemlich  nahe  überein.
            
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