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Full text: Jahresbericht 1872

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Alles in Allem sind also in den ersten fünf Jahren von den mit der See 
warte in Verbindung sich haltenden Schiffen gegenüber den derselben fremd ge 
bliebenen Mitseglern gewonnen 
2462 Tage (3311—849) auf Reisen von 29,486 Tagen Dauer durch 393 Schiffe 
von zusammen 227,791 Tons Tragfähigkeit, d. h. per Schiff 6.3 Tage. 
Berechnen wir die Unkosten der Schiffe nach dem alten Satze von 9 Sgr. per 
Last und per Tag, so haben die mit der Seewarte in Verbindung gestandenen 
Schiffe ihren Rhedereien erspart 
215,262 Thaler 
oder per Schiff rund 550 „ 
Be- Aus obiger ganz detaillirten Uebersicht ergiebt sieh, dass entschieden am 
trachtungen. me i s t en verloren ist auf den Ausreisen nach dem Süd-Atlantic, speziell auf 
vielen La Plata Reisen. Es sind aber in diese Fahrt eingetreten vielfach Schiffe, 
denen theils die ganze Route noch neu und ungewohnt ist, und denen weiter 
die für längere Reisen nothwendige Ausrüstung an Mannschaft etc. noch nicht 
mitgegeben wird. Man sollte indessen sich vergegenwärtigen, dass wenn in Folge 
schwacher Bemannung oder leichterer Takelung der Führer Sorge zu tragen ge 
zwungen wird, zeitig Segel zu bergen und selbst bei gutem Wetter nicht so 
scharf zu segeln als ausreichender ausgerüstete Schiffe, die Kostenersparniss ge 
wöhnlich zum Nachtheil des schwächeren Schiffes ausfällt. Braucht das eine 
mit 9 Mann besetzte Schiff 80 Tage zum oder vom La Plata, während das mit 
12 Mann! besetzte 60 Tage gebraucht — Beispiele liegen vor — so haben sie 
gleichen Aufwand an Kost und Monatsgage gemacht, aber an Assecuranz, Zinsen 
resp Frachtverdienst ist doch letzteres Schiff noch immer in Vortheil, ganz ab 
gesehen von den bessern und angenehmem Frachten, mit denen schnelle Ueber- 
fahrten gewöhnlich belohnt zu werden pflegen. Dehnt daher die Rhederei eines 
Bezirks in Folge veränderter Zustände des Frachtenmarkts und der transoceani- 
schcn Concurrenz ihre Reisen aus nach entfernteren oder von ihr weniger ge 
kannten Gegenden, so sollte sie darauf Bedacht nehmen, dass dasselbe Schiff 
jetzt quantitativ und qualitativ auch vollständiger muss ausgerüstet werden, und 
namentlich Rücksicht zu nehmen ist auf durch Krankheit und sonstige Zufälle 
verminderte und schwer zu ersetzende Bemannung, bis es möglich wird, auch 
durch veränderte Bauart der Schiffe den veränderten Reisezielen gebührende 
Rechnung zu tragen. 
Die Ueberlegenheit unserer Schiffe in den Reisen nach Ostindien tritt 
wieder ganz unzweideutig hervor, sowohl nach dem Indischen Ocean als auch 
nach der Java-China-Amur-See und auf der südlichen Halbkugel nach Australien 
und der Südsee - , allerdings stehen den zahlreichen Gewinnsten hier auch 
erhebliche Verluste aus dom Indischen Ocean gegenüber, wo die schwer geladenen 
Reisschiffe, namentlich wenn ihre Abfahrt nach dem Monsunwechsel eintritt, oft 
schweren Stand haben gegen andere minder schwer geladene Schiffe aus dem 
obern Theil der Bai von Bengalen. Höchst erfreulich sind die auf der Ausfahrt 
rund Cap Horn errungenen Vortheile, zumal dieselben erkämpft sind, trotzdem 
viele Schiffe, welche jetzt in dieser Fahrt Beschäftigung suchen, früher ihre 
Reisen nicht soweit ausdehnten, und also nicht Cap-Horn-mässig gebaut sind; 
ein genaueres Studium der eigenthümlichen Verhältnisse bei der Fahrt rund 
Cap Horn, sowie namentlich auch der längs der brasilianischen Küste in der 
Jahresperiode vor sich gehenden Aenderungen in der Richtung des S.-O.-Passats 
wird noch grössere Stetigkeit in diese Vortheile bringen. Man kann an diesen
	        
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