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Full text : Jahresbericht 1871

XI

Eine  auf  Beseitigung  hygieiuischer  Missstände  achtende  Baupolizei  ist
vorhanden.
Die  Latrinen  werden  durch  Abfuhr  gereinigt.
Erkrankte  Seeleute  kommen  in's  städtische  Krankenhaus.
Bei  jeder  einzelnen  auftretenden  Epidemie  ordnet  die  Lokalregierung  die
nöthigen  Schutzmaassregeln  an.
Abgehende  Schiffe  w.erden  nicht  amtlich,  aber  in  der  Regel  auf  eigenen
Antrag  der  Schiffer  zur  Erlangung  eines  Gesundheit»-Atteste«  untersucht.
Im  laufenden  Jahre  herrschten  hier  Pocken  und  Cholera,  au  erstereu  starben
etwa  50%  und  an  letzterer  75%  der  Erkrankten.
10)  Stettin,  den  II.  Januar  1872.
Der  Gesundheitszustand  im  letzten  Vierteljahr  war  ein  gewöhnlicher,  vereinzelt ­
  traten  noch  Pocken  auf.  Auf  den  Schiffen  kam  nichts  Besonderes  in
Beziehung  auf  Krankheit  vor.

Von  Seiten  des  Bevollmächtigten  des  Handelscereins.
11)  Carls  kr  ona,  Süd-Punkt  56°  10'  N..  15°  35'  0.  (Schweden),  den
9.  Januar  1  872.
Dieser  Platz  erfreut  sich  im  Wesentlichen  eines  guten  Gesundheitszustandes,
bewirkt  zum  grossen  Theil  durch  seine  Lage  dicht  am  Meere  und  dadurch,  dass
er  vielfach  von  frischen  Winden  durchweht  wird.
Eine  Ausnahme  von  diesen  guten  Verhältnissen  machte  die  Cholera  im
Jahre  1853,  wo  1100  Personen,  ungefähr  der  Ute  Theil  der  Bevölkerung,  an
ihr  starben.  Als  Hanptursachc  dieser  Verheerung  muss  der  damalige  Mangel
an  frischem  und  passendem  Trinkwasser  angesehen  werden.  Bei  der  Gründung
der  Stadt  vor  beinahe  200  Jahren  hatte  man  keine  Rücksicht  darauf  genommen,
dass  sic  weit  von  Trinkwasserquellen  zu  liegen  kam.
Seitdem  versorgt  eine  Wasserleitung  Stadtbewohner  und  Seeleute  mit
-genügendem  gesundem  Wasser  und  wird  gehofft,  dass  dadurch  Seuchen  nicht
so  leicht  wie  früher  Fuss  fassen  werden.
Eine  gehörig  autorisirte,  von  der  Polizei  und  den  Aerzten  der  Stadt  unterstützte ­
  Sanitätscommission  sorgt  für  die  öffentliche  Gesundheitspflege.
Ein  grossartiges,  gut  eingerichtetes  Krankenhaus  existirt  für  die  Königl.
Marine,  ein  ebenso  beschaffenes  Provinzial-Lazareth  für  Stadt  und  Umgegend,
wie  auch  für  kranke  Seeleute  fremder  Nationalität.

II.  Asien.
Aus  dem  Berichte  des  Gesundheits-Beamten  Herrn  J.  G.  Hewlett  über  das
1.  Quartal  von  1871.
Bombay,  Leuchtthurm  18"  54'  N,,  72°  48'  0.,  Kirche  18"  56'  N.,
72"  55'  0.  (Vorderindien).
In  dem  am  31.  März  1871  endenden  Quartal  starbeu  bei  einer  Bevölkerung
von  816,562  nach  der  Zählung  von  1864  4378  oder,  Todtgeborene  abgerechnet,
4234,  490  mehr  als  im  entsprechenden  Quartal  von  1870  und  204  mehr  als
im  letzten  Quartal  von  1870,  aber  423  weniger  als  die  Durchschnittszahl  des
            
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