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Full text: Jahresbericht 1869

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Soviel ist zunächst klar, dass die starken Winde und Stürme zu uns 
über England kommen, welches unser Vorposten für die grossen Stürme ist: 
einen rechten, immer seltenen, Oststurm haben wir in den letzten Jahren nicht 
gehabt 5 seine Zeit ist sonst der sehncereiche Februar und März, und der dürre 
April und Mai. 
Wenden wir uns nun zu den englischen Sturmwarnungen, welche wir 
dem Entgegenkommen des Meteorologien! Office in London verdanken. 
Im Ganzen haben wir erhalten 48 Telegramme, darunter 18, welche nur 
vorbereitende Nachrichten von mehr oder weniger bedrohlichen Aussichten ent 
hielten, unter ihnen 4, in denen ausdrücklich stand: clo not hoist yct, oder; 
I dou’t hoist yct; es bleiben also 30 Telegramme, welche als wirkliche Stunu- 
tclegrammc angesehen sind, obgleich sic nur in 22 Fällen die directe Aufforderung, 
das Signal zu hissen, enthielten. 
Dann kam der Sturm (wie bemerkt mit mindestens JO*"' Fortgang während 8 Stunden) 
an demselben Abend oder bis zum folgenden Tage in 13 Fällen, 
„ „ „ am Tilge vorher „ 4 „ 
„ „ doch war in 3 Fällen der vorhergehende Tag ein 
Festtag, also deshalb kein Telegramm „ —- „ 
ferner hatten wir böiges Wetter (zu Zeiten mit Schneetreiben) und 
harte Briese „ 6 ,, 
endlich hatten wir durchschnittlich gutes Wetter „ 7 „ 
30 Fälle, 
und wir sind nicht vorher benachrichtigt in 2 Fällen, worunter jedoch einmal 
ausdrücklich eonstatirt ist, dass eine Störung der Leitung es verhinderte, nämlich 
am Schluss unserer Gartenbauausstellung. 
Es erscheint bemerkenswert!!, dass jedesmal, wenn wir hier gutes Wetter 
behielten, der Wind hier südlich bis östlich und meist sehr leicht war, während 
gleichzeitig Irland harten Wind meist aus N. oder NW. hatte. Um unser Theil 
zur Aufklärung dieser gewiss nicht zufälligen Thatsachc boizutrageu, führen wir 
hier alle 7 Fälle von 1869 namentlich auf, nämlich: 
März 2 war NW.-Sturm in Irland, hier leichter Ost, Nachtfrost mit ziemlichem 
Schneefall. 
,, ., „ hier leichter SO., trübe, kühl, ohne Schnee. 
„ harter N.-Sturm an allen südlich. Stationen Englands und Irlands, 
hier 20., 21., schönes, sonniges Fmhlingswcttcr mit leichtem 
ONO., am 22. allerdings rauher kalter NO. 
„ harter NW.-Sturm im Westen, hier SO.—SW. leicht, etwas Ge 
witter mit Regen. 
„ SO.-Sturm im Westen, hier am 14., 15., sehr schönes, sonniges 
Wetter hei leichtem SO. bis NO. 
„ harte Nords türme in England, hier massige SO.-Briese, dabei 
kalt, winterlich. 
„ beginnender NW.-Sturm; hier nach NW. leichter SO,, dann wieder 
massiger NW., mit sonnig-klarer Luft. 
Es scheint also, dass ein grosser Theil dieser nordwestlichen Stürme von 
Irland aus eine südliche Richtung einschlägt nach dem Golf von Biseaya, und 
uns hier nicht belästigt. Eine weitere Untersuchung würde wahrscheinlich er 
geben, dass diese Nordwester Zusammenhängen mit weiter westlich zurückliegenden 
Südwestwinden, die weit vor dem Kanal schon getobt haben, und in welche der 
•n 
17 
20 
April 
10 
Mai 
14 
Oct. 
19 
Nov. 
5 
Die engl. 
Sturm- 
Warnungen. 
Die liiseiicii 
NW.-, und 
unsere SO.- 
Wiude.
	        
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