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normalen Temperatur des jeweiligen Ortes war, und dass die Summe der Ab
weichungen der mittleren Monatswärme von der normalen Temperatur während
der Dauer der Reise im Nordmeer und hier in Hamburg zufällig genau gleich
viel, dort 6V4 Grade zu wenig, hier 6V4 Grade zu viel betrug. Da die dies
jährige Expedition seit Juni sich wieder an dem grönländischen Eise befand,
und die normale Monatstemperatur Hamburgs im Juni um 2. 12, im August um
1. 37, im October um 0. 27 Grade geringer, im Juli um 0. 83, im September um
0. 98 Grade höher, im Ganzen also in den Operationsmonaten der Schiffe um
1. 95 Grade geringer war, als die normale Temperatur, so darf man sich wenigstens
der Hoffnung hingeben, dass es diesmal in hohen Breitengraden wärmer war. Die
Erwartung eines diesjährigen günstigen Erfolges unserer Expedition wird durch
einen Brief des Kapitain Koldewey vom 31. Juli bestärkt, worin er ausdrücklich aner
kennt, dass die Verhältnisse nicht allein des Eises, sondern auch von Wind und
Wetter günstiger erscheinen, als im Sommer 1868. Nach aller menschlichen Vor
aussicht zu urtheilen ist er wenigstens durch das Eis nach Grönland gekommen.
Abgesehen von den sehr häufigen Windstillen war im Nordmeer die vor- Wind und
herrschende Windrichtung in den untern Theilen der Atmosphäre die Wetter im
polare nördliche, zwischen NW. und NO. variirend. Besonders in den westlichen Nordmeer,
eiserfüllten Theilen des grönländischen Meeres treten diese Winde sehr zahlreich
auf, während der SW. in dem östlichen norwegischen Theile mit dem Golfstrom
heraufzieht. Jener Grönländische bis über die Neufundland Bänke continuirlich
zu verfolgende Eisstreifen ist der conservirende Begleiter der kalten nordwest
lichen bis nordöstlichen Winde, welche bis zu den genannten Breiten herab
senkrecht in den seitlich fliessenden südwestlichen Luftstrom einzufallen pflegen,
und besonders in unserer Sommerzeit durch ihre Kühle sich bemerklich machen.
Doch scheint aus der verhältnissmässig kurzen Dauer der Stürme in den nörd
lichen Breiten hervorzugehen, dass sie meistens in weit enger begrenztem Raume
austoben als in unsern Gegenden, und dass es schon darum gewagt erscheint,
einen stetigen, ununterbrochenen Zusammenhang zwischen unsern Stürmen und
denen des Nordmeeres anzunehmen, so wenig als die vorläufige Durchsicht
unserer atlantischen Wetterbücher uns zu der Vorstellung Veranlassung gegeben
hat, die Continuität der atlantischen Stürme mit unsern europäischen Stürmen
von vorn herein als überwiegend häufig anzunehmen, über so grosse Räume auch
Westindische Wirbelstürme sich mitunter verbreiten. Da die Seewarte schon
im Besitz von Wetterbüchern von etwa 400 atlantischen Reisen sich befindet,
und Monate Vorkommen, in welchen wohl 30 Schiffe von und zum Kanal unter
wegs sind, so werden die auf ihnen beobachteten gleichzeitigen Winde und
Barometerstände über die räumliche Ausdehnung atlantischer Sturmgehiete hin
reichend Licht verbreiten können.
Eine zweite von der Seewarte im Jahre 1869 herausgegebene Schrift ist Der Nord-
der Nordwest deutsche Wetterkalender, enthaltend eine empirische westdeutsche
Anschauung des Wetters im Unterweserthal nach den zehnjährigen von dem j^lender
Unterzeichneten in Elsfleth a. d. Weser angestellten Beobachtungen. Es hat sich^,. ,
nämlich herausgestellt, dass die Unterweser die Temperaturscheide bildet zwischen^ aug ,j el .
dem kältern Weser-Elb-Gebiete und dem wärmern westlichen Gebiete zwischen Nordd.
Weser und Ems, so dass z. B. im Januar die negativen Temperaturen des Elb-Seewarte II.
Weser-Gebiets dort übergehen in die positiven Temperaturen des Weser-Ems-
Gebiets. Weiter musste der Seewarte daran liegen, durch Zurückgveifen auf
eigene Beobachtungen unseren seemännischen Freunden praktisch zu zeigen, in