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Volltext : Jahresbericht 1869

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von  Malabar  aufzukreuzen,  lieber  ihr  Heil  in  der  Kreuzfahrt  in  offener  See  zu
versuchen,  möchte  kaum  noch  zweifelhaft  zu  nennen  sein.
Wenn  wir  über  die  Fahrten  nach  den  Reishäfen  von  Ostindien  und
nach  dem  chinesischen  Meere  uns  hier  nicht  weiter  verbreiten,  weil  von
dort  her  begreiflicher  Weise  erst  eine  geringe  Anzahl  von  Wetterbüchern  vorliegt,
so  wollen  wir  doch  nicht  unterlassen,  in  Betreff  der  erstereu  Reisen,  zumal  sie  sich
oft  so  unberechenbar  verschieben,  ausdrücklich  auf  „Heckford’s  Sailing  directions“
binzuweisen,  welche  durch  ihre  knappe  Kürze,  grosse  Bestimmtheit  und  spccielles
Eingehen  auf  die  Witterungs-  und  Strömungsverhältnisse  in  jedem  Monate  und
verständige,  begreifliche  Rücksicht  auf  Neu-  und  Vollmond  sich  sehr  vortheilhaft
  vor  den  gewöhnlichen  breiten  und  wässerigen  Sailing  Directions  auszeichnen.
Dass  sie  unsern  Freunden  bekannt  sind,  lässt  sich  hei  mehr  als  einer  Gelegenheit ­
  erkennen,  da  sowohl  die  Constantia,  Kapt.  Soltenhorn,  im  Anfang  Mai  von
Rangoon  versegelnd,  genau  in  Uebereinstimmnng  mit  Heckford  nach  Acheenhead
herunterarbeitet,  als  auch  das  Schiff,,Richard“,  Kapt.  Hauck,  von  Point  de  Galle
nach  Rangoon  Mitte  November  versegelnd  O.N.O.  aufgeht,  bis  unter  die  Andamanen-Gruppe,
  und  nun  in  fl  Tagen  in  17o  N.  wendend  in  der  Bai  von  Martaban
  vor  Anker  geht,  während  das  Schiff  „Jupiter“,  Kapt.  Kükens,  Mitte  Januar ­
  von  Colombo  nach  Rangoon  unterwegs,  bis  1«  N.  hernntergehend,  in  rascher
Fahrt  unter  den  Nicobaren  Schutz  findet,  und  längs  dieser  Gruppe  und  den  Andaman
  Eilanden  aufsticht,  von  14o  N.  aus  aber  Schwierigkeiten  begegnet,  in  den
Golf  von  Martahan  hereinzukommen.  Kapt.  Hauck  hesondern  Dank  für  seine
höchst  beachtenswerthen  Winke  über  die  Fahrt  im  Golf  von  Bengalen!  Wie
„trying“  das  Wetter  im  Juli  und  August  im  Golf  von  Martahan  bis  zur  Linie  ist,
hat  die  „Hiawatha“,  Kapt.  Matthias,  erfahren  müssen,  die  den  ganzen  August
hindurch  alle  Mittel  versucht,  am  Meridian  von  95«  0.  herunterzuarbeiten,  und
erst  am  27.  Sept,  in  13«  S.  regulairen  Passat  findet  —  nach  59  Tagen  Reise.
Da  denkt  man  unwillkürlich  an  die  berühmten  Worte  Philipps  an  seinen  unglücklichen ­
  Admiral.
Aus  der  Chi  nasce  besitzen  wir  erst  2  Wetterhücher,  beide  ausgezeichnet
theils  durch  den  enormen  Fleiss,  womit  Kapt.  Scheibner  von  der  Bark  „Unkel
Biäsig“  nicht  allein  fortlaufende  zweistündige  Beobachtungen  notirt,  sondern  auch
grosscutheils  graphisch  dargestellt  und  sein  Wetterbuch  ausserdem  mit  einer
Keihe  werthvoller  Zeichnungen  über  das  äussere  Ansehen  verschiedener  Inseln,
Küstenstriche  und  Signalzeichen  geziert  hat,  theils  durch  die  gediegenen  Erfahrungen, ­
  wie  sie  ein  so  alter  Chinafahrer  als  Kapt.  Göttschc  von  der  Brigg  „Falke“
in  seinem  Wetterbuche  niedergclegt  hat.  Durch  entschlossenes  Südgehen  bei
der  Abfahrt  von  Macao,  Mitte  Juli,  richtige  Benutzung  ihm  bekannter  Strömungsverhältnisse ­
  und  in  Erwägung,  dass  gegen  den  aus  der  Java-See  südöstlich ­
  heranfstehenden  Monsun  es  darauf  ankommt,  unter  allen  Umständen  die
Nähe  der  S.-W.-Küste  von  Borneo  so  lange  festzuhalten,  bis  man  die  Suudastrasse
  in  einem  Gange  aufliegen  kann,  machte  er  es  möglich,  nicht  allein  bis
zur  Sundastrasse  eine  Reihe  Mitsegler  um  10—14  Tage  zu  schlagen,  sondern
auch,  nachdem  er,  wie  aufgegeben,  von  hier  am  2.  Februar  nach  Hongkong  versegelt
  war,  an  demselben  Tage,  am  6.  November,  unter  Lizard  und  an  demselben,
15.  November,  im  Hafen  von  Hamburg  anzukommen,  als  in  der  Segelanwcisung
von  ihm  vorausgesetzt  war.

Nach  Ostindien ­
  und
China.
            
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