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Volltext : Jahresbericht 1869

Nachdem  der  erste  Jahresbericht  der  Norddeutschen  Seewarte  die  Geschichte
der  Gründung  des  Instituts  und  eine  üebersicht  der  ersten  Arbeiten  desselben
gebracht  hat,  wird  der  zweite  Jahresbericht  sich  vorzugsweise  mit  dem  Verfolg
der  laufenden  Geschäfte,  und  der  Darlegung  der  inzwischen  vollendeten  und  neu
begonnenen  Arbeiten  zu  beschäftigen  haben.
Räumliche  An  räumlicher  Ausdehnung  hat  das  Institut  gewonnen  durch  Gründung
Ausdehnung  der  neuen  Zweig  Station  Papenburg,  weicheneben  den  in  Bildung  begriffenen
C  ° r Zweio^ r  ''  Stationen  Leer  und  Emden  eine  erfreuliche  Thätigkeit  entfaltet  hat.  Es  ist
Stationen,  nunmehr  die  Zahl  der  Zweigstationen  auf  11  gewachsen,  nämlich  Memel,  Pillau,
Central-  Danzig,  Grabow  a/O.,  Stralsund,  Barth,  Rostock,  Wustrow,  in  welchen  Städten
bureau.  überall  die  Herren  Directoren  der  Navigationsschulen  die  Verwaltung  führen,
ferner  Lübeck,  wo  Herr  Meohanikus  Westphal,  Bremerhaven,  wo  Herr  Mechanikus
Ludolpb,  beide  unter  Oberleitung  der  hanseatischen  Handelskammern,  und  Papenburg, ­
  wo  Herr  Navigationslehrer  Döring,  veranlasst  von  der  Handelskammer  daselbst, ­
  die  Vorstände  sind.  Sämmtliche  Stationen  sind  versehen  mit  geprüften
Normalinstrumenten,  mit  welchen  die  an  Bord  befindlichen  Instrumente  derjenigen ­
  Schiffe,  welche  Wetterbücher  der  Seewarte  führen,  vor  und  nach  der
Reise  verglichen  werden.  Die  erfreuliche  Thätigkeit,  welche  einige  Freunde  des
Instituts  in  Oertern  entwickelt  haben,  welche  noch  nicht  eine  vollständig  eingerichtete ­
  Station  besitzen,  kann  nur  rühmend  anerkannt  werden.
Dass  ein  gewisses  Maass  aufopferungsvoller  Hingebung  nothwendig  ist,  um
neuen  Instituten  Eingang  zu  verschaffen,  beweist  nichts  besser  als  der  grosse
Erfolg  der  Vorstände  der  Stationen  Bremerhaven  und  Papenburg,  welche,  unterstützt ­
  von  entgegenkommenden  Handelskammern  und  Rhedereien,  hei  weitem  die
meisten  Schiffe  für  die  Bestrebungen  der  Seewarte  ausserhalb  Hamburgs  gewonnen ­
  haben.  Die  Einrichtung  der  Seewarte  zu  Hamburg  selber  ist  fast
unverändert  geblieben,  doch  ist  die  höchst  erfreuliche  Thatsaohe  zu  berichten,
dass  mehrere  geprüfte  Steuerleute,  namentlich  die  Herren  Christiansen  und
Hoffmann  aus  Hamburg  und  Herr  Zimmermann  aus  Mühlhausen  in  Thüringen,
als  freiwillige  und  überaus  rüstige  Mitarbeiter  seit  dem  Herbst  an  unsern
Arbeiten  Theil  genommen  haben,  wodurch  dieselben  ganz  erheblich  gefördert
werden  konnten.  Da  im  Laufe  des  Jahres  ein  Wechsel  des  besoldeten  Assistenten ­
  stattgefunden  batte,  und  es  immer  schwieriger  wird,  sich  in  die  sehr
vielseitigen  Geschäfte  des  Instituts  rasch  und  genügend  hineinzuversetzen,  so
war  solche  Hülfe  doppelt  willkommen.
            
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