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6—7 Knoten Fahrt, als um Va vor 12 u Mittags das Schiff auf einen blinden
Rock festlief und stehen blieb. Es wurde nun ein Boot ausgesetzt und waren
17 Fuss Wasser, das Wenigste gerade am Vordersteven des Schiffes, am Hinter
steven 8 Faden, eine halbe Kabellänge nördlich vom Rock 32 Faden; die Klippe
selbst hält nicht mehr als 1000 Fuss Umfang, und liegt nach guter Observation
in 4° 46' S. Breite und 35° 57' W. Lange, volle 22™ von der Küste entfernt,
da dieselbe nur in einem Punkte in der Peilung SW. zu sehen war.“
„In keiner meiner Karten und allen anderen, die ich von diesem Theile
gesehen, ist auf dieser Stelle eine Klippe verzeichnet, und glaube ich, es wäre
von Nutzen, wenn Sehiffsführer, die Segelanweisungen für diese Gewässer
erhalten, davor gewarnt würden. (Ist geschehen durch Bekanntmachung vom
6. November 1869.) Nach drei Stunden, nachdem ich etwas von der Ladung
vorne ansgeräumt, hauptsächlich aber durch das Steigen des Wassers mit der
Fluth, wurde das Schiff, nachdem es mehrere Male hart gestossen und Stücke
des untern Kieles nach oben kamen wieder flott, war leck geworden, jedoch
nicht erheblich, wollte aber nicht steuern und segelte nicht halb so gut wie vorher.“
„Unter diesen Umstanden musste ich mich entschlossen nordwärts zurück
zuliegen, da ich immer mehr an Grund verlor, und war genöthigt, bis auf
3 0 Nord zurückzugehen, woselbst eine östliche Strömung bemerkbar,“ (welche
auch Kapitain Wendt, Führer der Bark Sophie, von Süden kommend, in seinem
Wetterbuch angemerkt hat), „mit welcher und dem südlichen Winde ich 22 0 W.
in 4 0 30' N. erreichte. Von hier ab, und nachdem das Schiff in Steuern und
Segeln wieder besser geworden, stand ich wieder südwärts und schnitt die Linie
am 8. Juli in 26° W., klarirte dann San Roque mit 300 sm Abstand etc.“
Cap Roque ist ein Steh-im-weg für ausgehende Schiffe in unserem Sommer, Cap Roque.
für zurückkommende in unserm Winter. Wenn auch erstcrcs sattsam bekannt
sein dürfte, so scheinen doch viele unserer Brasil- und )a Plata-Fahrer zu
ihrem Schaden letzteres zu missachten. Besonders sind es diejenigen Schiffe, Aus dem
welche erst anfangeu, ihre Fahrten bis dahin auszudehuen, welche heillose Zeit
auf den Rückreisen zur Linie hinbringen, weil sie glauben die Sommer
regel, unter der Küste aufzuarbcitcu, sei auch im Winter ausführbar. Aber
„wenn unter dem senkrechten Strahl der nie bewölkten Sonne die verkohlte
Grasdecke in Staub zerfallen ist 11 u. s. w„ daun lenken die weiten Llanos von
Guyana und Venezuela, ferner die endlosen Ebenen Brasiliens bis zur Argentina
herunter den SO.-Passat westlich, selbst südwestlich ab, in die über ihnen
stehenden, erhitzten, luftverdünnten weiten Räume. Der SO,-Passat wird dann,
je näher an Land, desto östlicher, ONO,. NO., selbst NNO. bis N., und es ist
ein Verkennen der ersten oceanischen Regel, wenn man dagegen und gegen den
südlichen Küstenstrom nordwärts aufkreuzen will. Da hilft kein anderes
Mittel, als östlich von der Küste abzuliegen, bis man seinen SO.-Kurs mit
Nord-Kurs vertauschen kann, also etwa bis in der Nähe des Meridians von
Trinidad, selbst wenn man, wie es dem „August,“ Kapitain Jakobs im November,
im allerdings denkbar schlimmsten Falle passirte, von Santos ab 7 0 Breite
verspielen muss, um nur 3Vs 0 Länge zu holen; da er trotzdem die Linie in
27 Tagen erreichte, während andere Schiffe 39 und mehr Tage gebrauchten, so
hat er offenbar richtig operirt. Ueberhaupt wird mit dauerndem Kreuzen und
gar Kneifen in den Passatgegendeu des Oceans nichts ausgerichtet; während cs
unter Boruholm nothweudig ist, heisst es auf dem Ocean gut und voll bei; wenn
man dann auch einige 100 bis 1000 Meilen Umweg macht, so schlägt man doch
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