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Full text: Jahresbericht 1869

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NW. übergeht u. s. w. u. s. w. Es ist ein erprobtes Mittel in dieser Gegend, 
dem SW.-Sturm nördlich auszuweichen, um nachher aus dem Bereich der nörd 
lichen Winde, in welche man bald geräth, mit Steuerbordhalsen seinen westlichen 
Kurs wieder aufzunehmen. 
Dass es mit dem Wege nordum England mitunter seine Bedenken hat, 
selbst wenn man nach den kanadischen Häfen bestimmt ist, beweisen die 
„Luna“, Kapt. Zesterfleth, welche nordum England gehend, gegen den aus dem 
Kanal kommenden „Bismarck“ nach Quebec 25 Tage verliert, da sie gegen die 
durchstehenden südlichen Winde — welche möglichen Palls ungern Nordfahrern 
Luft gemacht haben — kein Süd hat holen können. Die schon genannte 
„Amerika“ versuchte sich auf beiden Wegen, jetzt eben läuft sie in 36 Tagen 
von Sept. 10 bis Oct. 16 nach Newyork nordum England, und im vorigen Winter, 
veranlasst durch Aufnahme einer schiffbrüchigen Mannschaft Fayal auzulaufen, 
beginnt sie in 38° Breite ihre Länge gutzumachen-, da sie durch westliche 
Winde daran verhindert wird, geht sie entschlossen südlich, opfert dabei ohne 
Bedenken 7° Länge, läuft jetzt in 24° N. westlich, sticht von 65 0 W. Norden 
auf, und ist am 33. Tag in Newyork. 
Westindische Diese Beispiele, wie so viele andere, lassen erwarten, dass auch für west- 
Reisen aus. indische Reisen es keine allgemeine Regel gieht, ausser der, seine Länge 
ahzulaufen, wo man sie bekommen kann. Da der gerade Weg nicht möglich ist, 
so handelt es sich darum, ob man erst seine Breite und dann seine Länge, oder 
erst die Länge, dann die Breite gutmachen will. So gewiss es ist, dass in den 
weitaus meisten Fällen es sich empfiehlt, den Passat dazu zu benutzen, um 
Länge gutzumachen, und es also des Sehiffsführers Bestreben sein muss, sich 
auf eine der Jahreszeit angemessene Weise baldthunlichst in den Passat zu 
bringen, so beweist doch auch die „Swea“, Kapt. Hartmann, dass es verkehrt 
wäre gegen südliche Winde vor dem Kanal gerade sich darauf steifen zu wollen, 
Süd zu machen; sie läuft im Juni mit ihnen Nord von den Western Eilanden 
hin, trifft dort westliche Winde, steht Jetzt Süden herunter, gewinnt den Passat 
in 32° N., wirksamer in 26° N., und ist mit 34 Tagen in St. Thomas. Sonst 
wird es allerdings im Allgemeinen gerathen erscheinen, aus dem Kanal kommend 
gegen südwestliche Winde erst ein gut Stück West aufzugehen, um sich bald 
an 12 —15 °W. zu bringen, und erst dann südlich herunterzustehen, wenn man 
sicher sein darf, von Stillen und SW.-Winden längs der Portugiesischen Küste 
nicht mehr aufgehalten zu werden; doch darf man sich von dieser unter ungern 
Schiffsfuhrern allgemein beliebten Regel, wenn Frostwetter in Europa herrscht, 
und speciell im April bis Juni gern emancipiren. 
Der Takt des Führers muss häufig in letzter Instanz entscheiden, was es 
leiden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in östlicher Stellung ein Schiff 
durchgängig auf höherer Breite, also früher den Passat findet als in westlicher 
Lage, da der Passat sieh keilförmig nach Portugal hinaufzieht, ferner dass er 
in geringerer Länge nördlicher durchsteht als in mehr Westlänge. So bleiben 
immer die Windkarten zu befragen, wie weit westlich man in jedem Monat den 
Passat suchen soll. 
Wethuirn 1 Für -^üek reisen von den westindischen Inseln und der 
es mcien. Noj-^küste YOn Südamerika empfiehlt es sich, im Sommer die grösste Kreisbahn, 
im Winter die Loxodrome zur allgemeinen Richtschnur zu nehmen, Das geht 
deutlich hervor aus den vielen Reisen der „Gine“, Kapt. Kölling, „Juno,“ Kapt. 
Ibbeken, „Clara,“ Kapt. v. Reeken, ferner der „Änn & Lizzy“, Kapt. Jensen,
	        
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