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Seewarte gleich anfangs darauf gerichtet, an den vornehmsten Küstenplätzen der
Nord- Und Ostsee Zweigstationen zu errichten, mit annähernd gleicher Aus
rüstung wie die Hauptstation Hamburg. Durch bereitwilligstes Entgegen-
kommen hoher Behörden, Handelskammern und einzelner Privatpersonen ist es
möglich geworden, zunächst an der Wesermöndung in Bremerhaven eine
Station mit völlig neuen Normalinstrumenten zu gründen, welche von den grossen
Flotten Bremens und auch Oldenburgs beschäftigt, schon eine Reihe vorzüglicher
Wettcrbüeher an die Norddeutsche Seewarte zurückgeliefert hat.*) Zahlreicher
sind die Stationen an der Ostsee, da die sämmtlicben Navigationsschulen
in Preossen, Mecklenburg und Lübeck als ebensovicle Zweigstationen der
Seewarte die Austhcilung der Wetterbücher und Prüfung der Schiffsinstrumente
übernommen haben, namentlich in Memel, Pillau, Danzig, Grabow a/O., Stral
sund und Barth, ferner in Rostock, Wustrow und der freien und Hansestadt
Lübeck.**) Ausserdem ist die Gründung einiger Zweigstationen in den neuen
Provinzen Preussens in Aussicht genommen.
Leider konnten die bezüglichen Verhandlungen darüber erst zum
Abschluss gebracht werden, als die mehr periodische Schiffahrt der Ostsee die
meisten Schiffe schon nach See entführt hatte; indessen ist alle Aussicht da,
im nächsten Jahr auch von dorther eine grössere Reihe von Schiff'sfuhreru
im Dienste oceanischer Meteorologie thätig zu sehen.
Voraussichtlich wird, sobald die Theilnahme der Rheder und Schiffsführer
erst eine allgemeinere geworden ist, durch ihre mobilen meteorologischen Be-
ohaohtuugsstationen eine grosse Masse inet, Materials Zusammenkommen, und
wird die Norddeutsche Seewarte eines bedeutenden Personals bedürfen, um
dasselbe in möglichst kurzer Frist nutzbringend für die Schifffahrt zu
machen. Vorläufig muss die im Laufe des Jahres erfolgte Anstellung eines
Assistenten genügen, der bis dahin als Oberstcnerniann im praktischen Seedienste
thätig gewesen war; weitere Anstellungen sind Vorbehalten, sobald die Wetter
bücher in grösserer Menge aus Sec nach dem Institut zurückströmen. Maury
soll s. Z. nicht weniger als 34 Assistenten beschäftigt haben.
Mit den gleichartigen Instituten zu Utrecht, London und Ohmtiania stellt
die Norddeutsche Seewartc in regstem Verkehr und Schriften tausch.
II. Einrichtung und Arbeiten der Norddeutschen
Seewarte.
Es ist in der erwähnten „Anzeige“ ausdrücklich hervorgehoben, dass vorerst
nur die erste Abtheilung des Instituts, die für Seefahrt, in Thätigkeit treten,
dagegen die Entwickelung der zweiten Abtheilung, die für Meteorologie über
haupt, einer späteren Zeit Vorbehalten bleiben solle. Da nun aber die erste
Abtheilung unter andern die Prüfung der Schiffsbarometer und Thermometer
vorzunehmen hat, ferner nicht wohl von den Schiffern die Anstellung meteoro
logischer Beobachtungen wünschen durfte, ohne selber in dieser ernsten «nd
nicht ohne Mühe und Selbstverleugnung durch zufübrenden Arbeit in ausgedehntem
*) Herr Mecbanikus Ludolph als Geschäftsführer eines Ausschusses von 5 Mitgliedern.
**) Herr Optikus und Mechanikus Westphal, Grcnwg’s Nachfolger, in gleicher Qualität,
Personal.
Die erste
Abtheilung
der Seewarte
und die An
fänge der
zweiten.