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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1808.
deutschen Ursprungs beschränkt werden. Das linde der 22. Konkurrenz-Prüfung
findet im April 1899 statt.
Prüfung von Präzisions-Taschenuhren.
An den im Jahre 1898 abgehaltenen 6 Prüfungen von Präzisions-Taschen
uhren hetheiligteu sich 7 Fabrikanten durch Kinsendung von 57 Instrumenten,
von welchen 2 in die „grosse Prüfung“ und 55 in die „kleine Prüfung“ eingestellt
wurden. (Im Jahre 1897 wurden 60 Präzisions-Taschenuhren untersucht.) Mit
einer Ausnahme konnten für sämmtliche Uhren Zeugnisse ausgestellt werden.
Dieses sehr günstige ßesultat dürfte den besten Beweis für die vortrefflichen
Leistungen der deutschen Uhrmacher auf dem Gebiete der Präzisions-Bcglage bieten.
Als Gesammtresultat ergiebt sich, dafs während des Jahres 1898 zusammen
239 Beobachtungsserien au Uhren aller Art (gegen 226 im Vorjahre) ausgeführt
worden sind.
Wissenschaftliche Arbeiten und Chronik des Instituts.
Die in früheren Jahres-Berichteu erwähnte Zusammenstellung der Ergebnifse
neuerer geographischer Ortsbestimmungen wurden auch im Berichts-Jahre weiter
ergänzt. In der 2. Auflage des Segelhandhuches für den Atlantischen Ozean ge
laugte eine Anzahl dieser Positionen zum Abdruck.
Der Assistent der Abtheilung IV, Dr. Stechert, vollendete im Berichtsjahre
eine Abhandlung über die Vorausberechnung der Sonnenfinsternifse und ihre Ver-
werthung zur Längeuhestimmung. Die analytische Behandlung beider Probleme
erfolgte im Anschliffs an die Theorie der Sternbedeckungen, und zwar wurde die
Vorausberechnung in derselben Weise durchgeführt, welche vom Verfasser im
Jahrgange 1896 des „Archivs der Deutschen Seewarte“ für Sternbedeckungen in
Vorschlag gebracht worden war, wogegen die Längenbestimmung aus der Verallge
meinerung der bekannten Besselschen Formeln für Sternbedeckungen abgeleitet
wurde. Die erwähnte Abhandlung wird als Nr. 1 im Jahrgange 1899 des „Archivs
der Deutschen Seewarte“ zum Abdruck gelangen.
Durch Dr. Stechert und den Hülfsarbeiter Kapt. G. ßeinicke wurde ferner
eine Neureduktion der magnetischen Beobachtungen ausgeführt, welche erstens
von Ober-Leutnant zur See Loesch (S. M. S. „Wolf“) in Kleiu-Batanga und
zweitens auf der ostafrikanischen Station von verschiedenen Beobachtern erlangt
worden waren.
Für den Navigateur der Tiefsee-Expedition wurde durch Dr. Stechert eine
Instruktion ausgearbeitet, welche sich auf die Beobachtung allgemeiner Himmels-
phänomene sowie auf die Benutzung der während der Expeditionszeit stattflndenden
Finsternisse und Sterubedeckungen zur Längenbestimmung bezog. Die Voraus
berechnungen der Sternbedeckungen wurden, um als Anhalt bei der späteren
ßechnung an Bord zu dienen, für einen angenommenen Schiffsort vollständig
durchgeführt.
Im Anschluss au den Bericht über die 21. Konkurrenz-Prüfung wurden die
Werth e der Temperatur-Koeffizienten für die in jener Prüfung untersuchten
Chronometer in den „Annalen der Hydrographie n. s. w.“ veröffentlicht. Diese
ßechnungen wurden von den Ilülfsabeitem K. Heuer und Kapt. ßeinicke nach
der in den „Annalen“, Jahrgang 1895, Heft 10 von Dr. Stechert gegebenen Me
thode durchgeführt. — Ferner wurde von Kapt. ßeinicke eine Neuberechnung
der charakteristischen Zahlen für die während der 13. bis 21. Chronometer-Kon-
kurrenz-Prüfung untersuchten Instrumente nach den auf der dritten Chronometer-