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2) Die „Norddeutsche Seewarte wird dahin zu wirken suchen, dass auch
in anderen bedeutenderen deutschen Hafenplätzen der Nordsee wie der Ostsee
gleich zuverlässige Normal-Instrumente augeschafft und unter angemessener Auf
sicht zur Vergleichung der Schiffs-Instrumente benutzt werden.
3) Diejenigen Schiffsflihrer, welche auf ihren Reisen die verlangten Beobach
tungen anzustelleu und zu verzeichnen bereit sind, erhalten in den Bureaux der
Seewarte das dazu eingerichtete Journal nebst Anweisung unentgeltlich und
werden seitens des Instituts ihnen, falls sie cs wünschen, auf Grund der bisher
gesammelten Erfahrungen nach dem gegenwärtigen Standpunkte der Oceanograpbie
die behufigen Mittheilungen und Vorschläge in Betreff der beabsichtigten Reisen
gemacht werden. Nach erfolgter Rückkehr der Schiffe werden ausser dem ein
zureichenden Journal auch sonstige, mündliche oder schriftliche, Bemerkungen
über die zurtickgelegten Reisen von den Schiffsführern gerne entgegengenommen
werden.
4) Die in den eingereichleu Journalen enthaltenen Angaben werden sofort,
nach vorangegangener allgemeiner Prüfung, verrechnet, registrirt, mit anderen
Nachweisen combinirt und später, sobald genügend zahlreiche Angaben über
bestimmte Theilc des Oeeans vorliegen, successive zu Segelanweisungen verarbeitet.
Es wird dahin gestrebt werden, diese Segelanweisungeu so einzurichten, dass sie
für jeden Monat ganze Seewege (s. g. Tracks) enthalten, in möglichst knapper
und präciser Darstellung und unter Beihülfe von, unter Mercator’s Projection,
abgelegten Karten.
5) Die auf den ausländischen nautisch-meteorologischen Instituten gewon
nenen Ergebnisse werden von diesen regelmässig hierher mitgetheilt und von
der Norddeutchen Seewarte, wie sich von selbst versteht, zusammen mit ihren
eigenen Erfahrungen bestens verwerthet werden, insbesondere auch bei den
daselbst ertheilten Rathschlägen an Schiffsflihrer über die Wahl von Seewegen.
Andererseits wird auch das deutsche Institut im Austausche seine neuen
Erfahrungen den ausländischen Anstalten regelmässig zugehen lassen.
'(|Das .niederländische meteorologische Institut zu Utrecht bearbeitet seit
11 Jtfhren^die Segelanweisungen vom Kanal nach Java und zurück; die in diesem
Jahre wiedcmmViüfgenommcnen Arbeiten des meteorologischen Amts in London
wollen sich zunächst vorzugsweise mit den Zuständen der Atmosphäre “und der
See im Atlantischen Ocean zwischen 20 Gr. N. und 10 Gr. S. beschäftigen. Die
Norddeutsche Seewarte hat sich, nach einer mit den beiden vorgenannten Instituten
getroffenen Verabredung vor Allem als Aufgabe gestellt, für jeden Monat die
sichersten und kürzesten Seewege vom Kanal nach Westindien und Nordamerika.,
sowie nach der Westküste Afrika'» und zurück, zu ermitteln.
Wenn hiernach der Norddeutschen Seewarte vorschriftmässig geführte
Journale über die letzterwähnten Reisen zunächst besonders erwünscht sein
müssen, so werden daneben doch auch über andere Reisen eingereichte Journale
unserem Institut höchst willkommen sein und bestens verwerthet werden.
(Durch Zusammentreffen verschiedener Umstände wird, wie im Vorstehenden
erwähnt, das Centralbureau des für Deutschland zu begründenden neuen Instituts
für Seefahrt und Meteorologie in Hamburg im dortigen Seemannshause und unter
Aufsicht der mitunterzeichneten Hamburger Handelskammer in Wirksamkeit
treten. Es ist aber deshalb keineswegs die Meinung, dass cs vorzugsweise auf
die Betheiligung Hamburgisoher Rheder und Schiffsführer au diesem wichtigen