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Volltext : Jahresbericht 1868

I.  Zur  Geschichte  der  Gründung  der  Norddeutschen
Seewarte.

Die  erste  öffen  tliche  Anregung  zur  Gründung  eiuer_,,deutschen  Scewarte“-'  Erste
ging  von  dem  Congress  deutscher  Geographen  aus,  welchen  Dr.  Petennaun
nach  Frankfurt  a/M.  berufen  hatte,  um  überhaupt  die  Pflege  geographischer  ‘  ö '
Studien  zu  fordern,  und  besonders  die  Aufmerksamkeit  des  gebildeten  Publikums
auf  die  Organisation  einer  Nordpol-Expedition  zu  concentriren.  Auf  jener  Ycrsammhing
  des  Rommers  1865  ..lenkte  nach  Erledigung  dieser  Hauptsache  der  nach
Tanger  Abwesenheit  von  Melbourne  zurückgekehrte  Dr.  Neumayr,  Director  des
dortigen  meteorologischen  und  astronomischen  Observatoriums,  die  Sympathieen
der  Freunde  der  Erdkunde  auf  ein  nautisch-meteorologisch-hydrographisches ­
  Institut,  wie  es  zuerst  von  Maury  JJ543  in  Amerika,  dann  seit
1854  von  Holland,  seit  1860  von  England  eingerichtet  worden  ist,  und  auch  im
Dienste  der  vaterländischen  Seefahrt  in  einem  der  grössere  Seeplätze  Norddeutschlands ­
  müsse  gegründet  werden.  Aber  so  warme  Theiluahme  auch  einzelne ­
  Mitglieder  jener  Versammlung  dieser  für  sie  nicht  mehr  neuen  Idee
zuwandten,  so  scheiterten  doch  Dr.  Neumayrs  Versuche,  im  folgenden  Winter
in  Hamburg  das  Institut  in*s  Leben  zu  rufen,  an  den  damaligen  zerfahrneu
öffentlichen  Zuständen  der  Nation,  und  der  daraus  folgenden  übermässigen  Anforderung, ­
  welche  an  den  einzelnen  Staat  bei  der  Inangriffnahme  eines  so  weitläufigen ­
  Unternehmens  gestellt  werden  musste.  Dennoch  sollte  die  Idee  nicht
aufgegeben  sein,  wenn  auch  der  erste  öffentliche  Antragsteller  verstimmt  sich
definitiv  zurückzog,  und  jetzt  bekanntlich  sieh  zu  einer  grossen  Keiso  quer  durch
den  australischen  Continent  rüstet;  vielmehr  nahm  sie  der  Unterzeichnete,
dessen  thätige  Mitwirkung  von  Anfang  an  gesichert  war,  selbstständig  wieder
auf,  als  die  Ereignisse  des  Jahres  1866  wenigstens  nach  einer  Seite  hin  dem
Unternehmen  Aussicht  auf  bessern  Erfolg  verhiessen.  Die  Hamburger  Handels-  b '
kammer  nahm  sich  mit  lebhafter  und  activer  Theilnahme  der  Sache  an  und
erbot  sich,  nachdem  sie  die  Zustimmung  des  Hohen  Senates  hierzu  erhalten,  zur
Vermittelung  der  einstweiligen  unentgeltlichen  Ueberlassung  eines  geeigneten
Lokals  und  Deckung  der  Geschäftsunkosten  für  die  Dauer  von  zwei  Versuchsjahren, ­
  während  andererseits  die  freiwillige  Uebernahme  der  Arbeiten  des
Instituts  versprochen  wurde.  Nachdem  auch  die  Bremer  Handelskammer  eingeladen ­
  war,  das  Unternehmen  durch  ihre  Mitgenossenschaft  zu  unterstützen,
erliessen  beide  Handelskammern  auf  den  1.  Januar  1868  die  nachstehende
            
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