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Volltext : Jahresbericht 1868

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Es  ist  das  Wetterbuch  ferner  so  eingerichtet,  dass  für  jeden  Tag  zu  sechs
verschiedenen  Zeiten  um  0,  4,  8,  12,  16,  20  Uhr,  am  Ende  jeder  Wacht,  die
Beobachtungen  eingetragen  werden  können.
Verarbeitung  Alle  diese  Warnehmungen  wandern  zunächst  abschriftlich  und  gehörig  reduoirt
desselben.  j n  g rosse  übereinstimmend  rubricirte  Tabellen,  diese  werden  hernach  zerschnitten
nach  5°  Breite  und  5°  Länge,  und  kommen  diese  Stücke  sodann  in  die  Registratur, ­
  welche  Zonen  von  5°  Breite  und  Abschnitte  von  5°  Länge  enthält,  soweit ­
  dieselben  für  die  See  in  Betracht  kommen.  In  diesen  Feldern  werden
schliesslich  die  Stücke  nach  den  verschiedenen  Monaten  geordnet,  und  kann
nun  eine  zu  irgend  einem  Zweck  gewünschte  Durchmusterung  dieser  oceanischen
Vierecke  ohne  Umstände  vorgenommen  werden.  Ausserdem  werden  die  Journale
natürlich  aufbewahrt,  und  gewähren  die  immer  wünschenswerthen  Totalübersichten
gemachter  Reisen.  Gerade  der  Umstand,  dass  die  aus  See  einkommenden
Journale  erst  müssen  reduoirt,  abgeschrieben  und  in  die  Registratur  eingetragen
werden,  bis  sie  zur  Bearbeitung  geeignet  erscheinen,  bedingt  einen  grossen  Stab
von  seefahrtkundigen  Gehülfen  für  unser  Institut.
Für  die  weiter,  gewöhnlich  zunächst,  vorzunehmenden  Umrechnungen  der
Journale,  ist  zu  vergleichen,  was  Seite  26  über  die  Verarbeitung  der  Norddeutschen ­
  Lloyd-Journal-Auszüge  gesagt  ist.  Das  Endziel  bleibt  die  Ermittelung
der  in  jedem  Monat  vortheilhaftesten  Seewege  von  bestimmten  Gegenden  und
Hauptplätzen  des  Oceans  nach  andern,  für  uns  zunächst  vom  Kanal  südlich  und
westlich,  in  und  durch  den  Atlantic.
Als  nächste  Arbeit  wird  die  Seewarte  die  Durchforschung  der  chinesischen ­
  See  von  der  Java-Strasse  bis  zur  Sangar-Stras.se  vornehmen,  wozu  ihr
aus  der  starken  Schiffahrt  Hamburgs,  Bremens,  Mecklenburgs  und  der  preussischeu
  Ostseehäfen  ein  reiches  Material  in  Aussicht  steht.
Die  Nord-  Gelegenheit  zu  einer  völlig  abgeschlossenen,  wenn  auch  practiseh  weniger
^'j’ggg 011  wichtigen  als  durch  die  Zeitläufte  und  für  die  wissenschaftliche  Meteorologie
interessanten  Arbeit  gab  der  Seewarte  die  vorigjährige  Nordfahrt,  welche
auf  Anregung  des  Dr.  Petermanu  durch  Capitain  Koldewey  auf  der  Jacht
„Grönland“  ausgeführt  wurde.  Die  meteorologischen  Ergebnisse  sind  nach  dem
an  Bord  geführten  Wetterbuche  von  der  Seewarte  in  einer  besondern  Schrift
niedergelegt,  welche  druckfertig  vorliegt.  Eine  beigegehene  Karte,  von  60  bis
82°  N.  und  von  30°  W.  bis  30°  0.  sich  erstreckend,  enthält  unter  anderm  den
von  der  „Grönland“  durchsegelten  Weg,  die  Isothermen  der  Oberfläche  des
Nordmeeres,  dessen  Strömungen,  Tiefentemperaturen  und  Gnmdpeilnngen,  ferner
die  Isametralen  der  Atmosphäre  auf  Grund  der  Isothermenkarten  Dove’s  und  die
Isogonen  des  Nordmeeres  im  Anschluss  an  die  bis  60°  Breite  reichenden  Isogonon
  des  General  Sabine,  beide  reduoirt  für  die  Epoche  1868.  Durch  diese
Nordfahrt  sind  beachtenswerthe  Aufschlüsse  gebracht  über  die  Verbreitung  des
Eises,  die  Abnahme  der  Temperatur  der  See  nach  Längengraden  und  der  Tiefe  des
Meeres,  die  Beschaffenheit  des  Meeresgrundes  und  Uber  die  grossen  atmosphärischen
Störungen;  es  ist  die  Gabelung  und  das  Vorhandensein  eines  nördlichen  Ausläufers ­
  des  Golfstroms  westlich  von  dem  Spitzbergen-Bäreninsel-Riff  bis  80  Vs 0  N.
hinauf  ausser  Zweifel  gestellt,  und  zugleich  thatsächlich  gezeigt,  dass  das  Compensationsgebiet
  für  die  in  unsern  Breiten  übergrosse  Sommerwärme  von  1868
nicht  wie  so  häufig  im  Westen  von  uns,  in  Nordamerika,  sondern  diesmal  im
hohen  Norden  zu  suchen  war,  wo  die  Temperatur  zufällig  genau  soviel  zu  niedrig
war,  als  sie  sich  in  Hamburg  über  das  zwanzigjährige  Mittel  erhoben  hat.  Nur
            
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