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Full text: Jahresbericht 1868

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beförderten Reisenden beitragen. So liegen jetzt schon 7 Journale vor mit den 
Berichten über die Deccmberstünne des verflossenen Winters, und wird die 
Seewarte künftig in besondern Abhandlungen gewisse abgeschlossene Sturm 
perioden baldthunlichst zu untersuchen haben. 
Aus der beigelegten Uebersicht erhellt, dass ausser den 32 Dampfer 
berichten schon 20 Wetter büch er von Segelschiffen eingekommen 
sind, mit ihren vorzugsweise cometen Angaben über die Art und Aenderung 
der Winde, Richtung und Stärke der Strömungen und die wechselnde Grösse 
der Missweisung des Compasses. Sind überhaupt auch nicht alle Beobachtungen 
mit dem gleichen Verstäudniss der Bedeutung und des nothwendigen Umfanges 
derselben angestellt, so ist doch durchgängig die ausdauernde Liebe zu bewun 
dern, mit welcher die Spalten, noch dazu in sauberster Schrift, ausgefüllt, in 
einzelnen Fällen sogar graphische Darstellungen der Veränderungen des Luft 
drucks, der Luft- und Seewärme, ferner Küstenzeichnungen beigefügt sind; jeder 
Kundige weiss, welche Opfer an Zeit und Hingebung ein solches Wetterbuch 
in sich schliesst. 
Endlich sind von Washington aus schon vor der Mitte des vorigen 
Jahres nicht weniger als 2 8 9 8 Maury'sche Journale der Seewarte einge 
sandt, und unter ihnen 038 nordatlantische, von denen 478 von deutschen Capi- 
taiucu, hauptsächlich von Bremer, Hamburger, Mecklenburger und Preussen ge 
führte. Da ausserdem der Seewarte fortwährend ältere deutsche Journale zugehen, 
so mangelt es augenscheinlich nicht so sehr an brauchbarem Material, desto 
mehr aber vorläufig noch an Arbeitskräften, welche die darin lagernden Schätze 
meteorologischen Wissens zu heben im Stande sind. Doch ist zu bemerken, 
dass die Seewarte der Bearbeitung der eigenen Wetterbücher sich in Zukunft 
vorzugsweise zuwendeu wird, da nur bei ihnen man sicher ist, dass die Beobach 
tungen mit Instrumenten bekannter Güte angestcllt sind, während bei den meisten 
andern Journalen gerade in dieser Beziehung berechtigte Zrveifcl gestattet bleiben 
und oft nur die eigentlich seemännischen Angaben über Wind und Wetter zu 
venvertheu sind. 
Die Art der Verarbeitung dieser Wetterbücher schliesst sich 
der von dem holländischen Institut nach öfteru Aenderungen definitiv adoptirten 
Methode au. Unsere Wetterbücher enthalten in 20 Spalten: 
1 und 2. Zeit der Beobachtung, Jahr, Monat, Tag, Mondsphase. 
3. Gesteuerten rechtweisendeu Kurs und Distanz. 
4. ó. Breite durch astronomische und Loggerechnung. 
6. 7. Länge durch astronomische und Loggercchnung. 
8. 9. Richtung und Stärke der Strömungen. 
10. Missweisung laut astronomischer Beobachtung. 
11. 12. Richtung und Stärke des Windes, letztere nach Beauforts Scala. 
13. 14. Barometerstand nebst Temperatur des Barometers. 
15. Wärme der Luft. 
16. Wärme der Oberfläche der See. 
17. Stunden Nebel, Regeu, Schnee, Hagel. 
18. Himmelsansieht und Wolkenrichtung. 
19. Stärke der Bewölkung. 
20. Bemerkungen über Stürme und Unwetter, Strömungen, Seegang, 
Eis, Seekraut, rothen Staub, Sonnen- und Mondhöfe, Stern 
schnuppen, plötzliche Aenderungen des Luftdrucks und der 
Wärme der Luft und der See u. s. w. 
Das Wetter 
buch der 
Seewarte.
	        
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