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Full text: Jahresbericht 1868

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läufig ergiebt siel) aus den letzten Spalten dev Uebersioht (vergl. die Beilage), 
dass gegen alle 25 Mitsegler, welche aus den Schiffslisten der „Börsenhalle u 
entnommen werden konnten, die für die Seewarte fahrenden resp. von der See 
warte ausgerüsteten Schiffe im entschiedenen Vortheil sich befanden, da 18 un 
serer Schiffe 206 Tage gewonnen, 7 Schiffe 37 Tage verloren haben. Für 25 
Schiffe resp. Reisen betrug also der Gewinn 169 Tage, d. h. auf die Reise 
durchschnittlich 7 Tage. Oder da diese 169 Tage gewonnen wurden auf Reisen, 
welche im Ganzen 1704 Tage dauerten, so sind von den mit der Seewarte in 
Verbindung stehenden Schiffen auf 100 Reisetage 10 Tage gegen andere Schifte 
in gleicher Fahrt gewonnen. Was aber bei einer Flotte von 25 Schiffen, die 
zusammen 4400 Cornmcrzlastcu ■ - 13,200 Tonnen hält und deren Bemannung 
370 Köpfe stark ist, für Reisen nach Nordamerika, Westindien, Südamerika, 
Afrika, Ostindien, China, östlichen und westlichen Theil der Südsee an Asse- 
curanzprämien für Schiff und Ladung, Gage, Beköstigung, Abnutzung etc. durch 
eine Kürzung der Reisedauer um 10 Procent erspart wird, wird jeder 
Rheder und Importeur am besten selber beurtheilen. 
Die mehrgenannten Segel an Weisungen sind in der von der Seewarte Segel- 
adoptirten Form eine Erfindung dieses Instituts, und basiren mit ihrem materiellen 
Inhalt auf den Erfahrungen, welche durch die Arbeiten der Amerikaner, Hol- ,Seewarte.' 
länder und Engländer schon zum Gemeingut der seefahrenden Völker geworden 
sind; die Seewarte hofft später mit deutschen Erfahrungen vorhandene Lücken 
auszufüllen. Die Absicht war, mit einer solchen für die eine bestimmte, in 
dem genannten Monat zu beginnende, Reise ausgearbeiteten Anweisung dem 
Schiffsfuhrer einen aus den Erfahrungen vieler Vorgänger gefolgerten Wegweiser 
auf See mitzugeben, ihm damit ein leichteres Verständnis« der häufig unsäglich 
schwülstigen (wenn nicht oberflächlichen) Sailiug-direetions etc. zu verschaffen, Über 
haupt statt der unbestimmt traditionellen, die bewusste rationelle Schiffsfühmng 
einzubürgern. Die Aufgabe wird entweder mündlich gemacht, wie von hiesigen 
Capitainen es am natürlichsten ist, zumal dann eine eingehende Besprechung vor 
angehen kann, oder schriftlich durch Ausfüllung nachstehenden Blankets, welche 
in grosser Zahl an die Stationen der Secwartc vertheilt sind. 
An die Norddeutsche Seewarte. 
Abtheilung für Seefahrt. 
Am 18 . wird unser Schiff 
. . Capitain 
mn aber 
mit _ Aufenthalt direct nach 
...... _ versegeln, dort sich etwa 
mifhaUen, und alsdann 
nach gehen. 
Wir bitten 
o) um gefällige Prüfung beifolgender Barometer und Thermometer; eventuell 
b) um Ueberlassung eines geprüften Kew-Barometers zu ..Th. und zweier 
Thermometer zu und Th. zur Messung der freien Luft- 
und Wasserwärme; 
c) um Einsendung eines Wetterbuchs und einer Segelanweisung nebst Weg 
karte für obige Reise. 
(Beutüche Unterschrift.) 
18
	        
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