10
läufig ergiebt siel) aus den letzten Spalten dev Uebersioht (vergl. die Beilage),
dass gegen alle 25 Mitsegler, welche aus den Schiffslisten der „Börsenhalle u
entnommen werden konnten, die für die Seewarte fahrenden resp. von der See
warte ausgerüsteten Schiffe im entschiedenen Vortheil sich befanden, da 18 un
serer Schiffe 206 Tage gewonnen, 7 Schiffe 37 Tage verloren haben. Für 25
Schiffe resp. Reisen betrug also der Gewinn 169 Tage, d. h. auf die Reise
durchschnittlich 7 Tage. Oder da diese 169 Tage gewonnen wurden auf Reisen,
welche im Ganzen 1704 Tage dauerten, so sind von den mit der Seewarte in
Verbindung stehenden Schiffen auf 100 Reisetage 10 Tage gegen andere Schifte
in gleicher Fahrt gewonnen. Was aber bei einer Flotte von 25 Schiffen, die
zusammen 4400 Cornmcrzlastcu ■ - 13,200 Tonnen hält und deren Bemannung
370 Köpfe stark ist, für Reisen nach Nordamerika, Westindien, Südamerika,
Afrika, Ostindien, China, östlichen und westlichen Theil der Südsee an Asse-
curanzprämien für Schiff und Ladung, Gage, Beköstigung, Abnutzung etc. durch
eine Kürzung der Reisedauer um 10 Procent erspart wird, wird jeder
Rheder und Importeur am besten selber beurtheilen.
Die mehrgenannten Segel an Weisungen sind in der von der Seewarte Segel-
adoptirten Form eine Erfindung dieses Instituts, und basiren mit ihrem materiellen
Inhalt auf den Erfahrungen, welche durch die Arbeiten der Amerikaner, Hol- ,Seewarte.'
länder und Engländer schon zum Gemeingut der seefahrenden Völker geworden
sind; die Seewarte hofft später mit deutschen Erfahrungen vorhandene Lücken
auszufüllen. Die Absicht war, mit einer solchen für die eine bestimmte, in
dem genannten Monat zu beginnende, Reise ausgearbeiteten Anweisung dem
Schiffsfuhrer einen aus den Erfahrungen vieler Vorgänger gefolgerten Wegweiser
auf See mitzugeben, ihm damit ein leichteres Verständnis« der häufig unsäglich
schwülstigen (wenn nicht oberflächlichen) Sailiug-direetions etc. zu verschaffen, Über
haupt statt der unbestimmt traditionellen, die bewusste rationelle Schiffsfühmng
einzubürgern. Die Aufgabe wird entweder mündlich gemacht, wie von hiesigen
Capitainen es am natürlichsten ist, zumal dann eine eingehende Besprechung vor
angehen kann, oder schriftlich durch Ausfüllung nachstehenden Blankets, welche
in grosser Zahl an die Stationen der Secwartc vertheilt sind.
An die Norddeutsche Seewarte.
Abtheilung für Seefahrt.
Am 18 . wird unser Schiff
. . Capitain
mn aber
mit _ Aufenthalt direct nach
...... _ versegeln, dort sich etwa
mifhaUen, und alsdann
nach gehen.
Wir bitten
o) um gefällige Prüfung beifolgender Barometer und Thermometer; eventuell
b) um Ueberlassung eines geprüften Kew-Barometers zu ..Th. und zweier
Thermometer zu und Th. zur Messung der freien Luft-
und Wasserwärme;
c) um Einsendung eines Wetterbuchs und einer Segelanweisung nebst Weg
karte für obige Reise.
(Beutüche Unterschrift.)
18