Forch, C.: Die Fällung feiner Tontrübungen in Salzlösungen.
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nachdem sie kräftig umgeschüttelt ist, annähernd wenigstens wieder die gleiche
Zeit gebraucht, ehe die Flockung einsetzt, wie sie das erste Mal nötig war. Es
hieße dies aber, daß durch das Schütteln, also durch Kräfte, welche gegenüber
den bei der Diffusion wirksamen Kräften verschwindend sind, die auf dem Ton
niedergeschlagenen Salzteilchen von jenem wieder getrennt werden könnten, Es ist
deshalb ohne weiteres unwahrscheinlich, daß zuvor beim Ausflocken Kräfte
wirksam sollten gewesen sein, welche entgegen der Diffusion eine merkliche Er-
höhung der Konzentration auf der Oberfläche der Trübungsteilchen erzeugen
und aufrecht erhalten konnten. Unmittelbar beweiskräftig erscheint aber fol-
gender Versuch, Es wurde eine Tonschlämmung mit 6 Tropfen einer Kochsalz-
lösung versetzt (Röhre I). Es trat nach etwa 8 Minuten Flockenbildung auf;
es entspricht dies an Hand der Kurve für NaCl in Fig. 2 einer Konzentration
von 0.036%.. Nach 12 Stunden wurde die Hälfte der überstehenden, nunmehr
völlig wasserklaren Flüssigkeit abgegossen und mit der gleichen Menge derselben
Schlämmung vermischt (Röhre II). Diese Schlämmung hatte bereits 12 Stunden
gestanden; es war in ihr ein wenig Bodensatz ausgefallen; die obersten 2 mm
waren etwas geklärt, alles übrige war gleichmäßig milchig trüb. Von Flockung
war entsprechend dem Umstand, daß kein Salz darin war, nichts vorhanden.
Nach der Mischung war der Salz- und Tongehalt auf die Hälfte gesunken; in
dieser Schlämmung trat nunmehr Flockenbildung nach 40 Minuten auf. Aus der
Kochsalzkurve ergibt sich, daß dieser Wert für einen Kochsalzgehalt von
p = 0.017%, sehr gut paßt. Es heißt dies aber nichts anderes, als daß der
Kochsalzgehalt der überstehenden geklärten Flüssigkeit in Röhre I durch ein
Niederschlagen von Kochsalz auf den Tonflocken in merklicher Weise nicht ver-
mindert war. Nach weiteren 10 Stunden wurde in Röhre I die überstehende
Flüssigkeit, soweit als es möglich war, vom Bodensatz abgegossen bzw. durch
Filterpapier entfernt. Es blieb etwa 1/3 der Lösung bei dem Bodensatz zurück;
nunmehr wurde mit destilliertem Wasser bis etwa zum 20fachen aufgefüllt, Da
zuvor etwas von dem Absatz mit entfernt worden war, so hatte man nunmehr
eine Schlämmung, welche hinsichtlich des Tongehaltes der ursprünglichen an-
nähernd entsprach. Von Salz konnte nur so viel darin sein, als in dem geringen
Lösungsrest geblieben war, vermehrt um das, was etwa auf den Tonflocken
niedergeschlagen war. Diese Lösung zeigte nun ebensowenig Neigung zu Flocken-
bildung als die reine Schlämmung ohne jede Spur von Kochsalz. Selbst nach
72 Stunden war von Flockung nichts wahrzunehmen. Aus der Tabelle II geht
aber hervor, daß Na Cl bei einem Gehalt von 0.0046° , nach 1260 Minuten
Klärung hervorruft, Man kann mithin mit Bestimmtheit sagen, daß
merkliche Mengen von Kochsalz bei den hier beschriebenen Versuchen
auf den Tonflocken nicht niedergeschlagen werden. Hieraus folgt noch
des weiteren, daß es für die Berechnung der Abdampfversuche statthaft ist, die
ganze Menge des zugefügten Salzes von dem Rückstand der abgedampften über-
stehenden Flüssigkeit in Abzug zu bringen. Ob Spuren von Kochsalz auf den
Fiocken geblieben sind, kann natürlich nicht bestritten werden, aber es ist auch
anderseits ersichtlich, daß solche Spuren das frühere rasche Ausfallen nicht er-
klären können, da es ja nunmehr ausgeblieben ist. ;
Tabelle IL.
NH
‚Cl
9.0501 %/
‚0256
0179
‚0132
‚0089
"0045
11/,min
41
111%
20
110
> 420
KHCO,
0.1882 °%
0615
"0465
0314
0253
0158
4min
81,
131
32
55
> 120
< 1200
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