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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1926. 
eine Fortsetzung des Sockels der Bouvet-Insel nach Norden anzusehen. Die 
mittelatlantische Schwelle steigt auf Profil III bis zu 2300 m auf. In der argen- 
tinischen Mulde wurden Tiefen von 6000 m dicht vor dem Schelfrande gelotet. 
F. Die meteorologischen Untersuchungen. 
I. Aufgaben und Untersuchungsmethoden, 
Die Aufgabenstellung und Planlegung der Expedition ermöglichten es, neben 
den meeresphysikalisch-chemischen auch meteorologische Untersuchungen vor- 
zunehmen, Auch diese stehen im Zusammenhang mit dem ozeanischen Zirkula- 
tionsproblem, da neben den regionalen Unterschieden der physikalischen Eigen- 
schaften des Meereswassers es hauptsächlich die Winde sind, welche die Zirkulation 
des Ozeans bedingen. Dann aber besteht ein weiterer Zusammenhang dadurch, 
daß sich die atmosphärische Zirkulation nach denselben Gesetzen vollzieht wie 
die ozeanische, Die Hauptaufgabe der meteorologischen Untersuchungen ist 
demnach die Erfassung der Zirkulation der Atmosphäre im Südatlantischen. Die 
Beobachtungen erstrecken sich daher nicht nur, wie bei den bisherigen hydro- 
graphischen Expeditionen, auf die Meteorologie der Meeresoberfläche, sondern 
auch auf die Meteorologie der höheren Luftschichten. Hier war für die Expedition 
Grundlegendes zu leisten, da von der Aerologie des Südatlantischen nahezu nichts 
bekannt ist. 
Im folgenden sollen die meteorologischen Untersuchungen an Bord kurz 
besprochen werden. Sie werden von den beiden Meteorologen Professor Reger 
vom Aeronautischen Observatorium Lindenberg und Dr. Kuhlbrodt von der 
Deutschen Seewarte ausgeführt, die in dem Expeditionsbericht in der Zeitschrift 
der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin!) über ihre Arbeiten berichtet haben. 
Dr. Kuhlbrodt: wird außerdem in dieser Zeitschrift über einzelne Teilgebiete 
der Beobachtungen berichten. 
a. Systematische meteorologische Untersuchungen in der Bodenschichten, 
A. Terminmessungen. Dreimal täglich, um 7b, 14h und 21h Ortszeit, werden 
von den Meteorologen folgende Elemente gemessen: Luftdruck, Lufttemperatur, 
Luftfeuchtigkeit, Temperatur der Wasseroberfläche, Bewölkung nach Form und 
Bedeckung, Windrichtung und -stärke, Seegang und Dünung, Sicht. Das Brücken- 
personal beobachtet für die Eintragung in das Meteorologische Journal außerdem 
die vorerwähnten Elemente noch jede Stunde. Als Stationsbarometer dient ein 
besonders ausgesuchtes, im Zwischendeck in der Höhe der Wasserlinie ange- 
brachtes Marinebarometer. Die meteorologische Hütte steht, gut ventiliert, auf 
dem Deck des Kartenhauses, etwa 9 m über der Wasserlinie. Temperatur und 
Feuchtigkeit werden außer in der Hütte auch noch auf einem freien Lotpodest 
an der Luvseite der Kommandobrücke mit dem Aßmannschen Psychrometer 
gemessen. Während der ganzen Reise werden die meteorologischen Beobach- 
tungen täglich blind durch Funkspruch abgegeben. 
2. Registrierungen, Der Luftdruck wird mit drei Barographen dauernd 
registriert, Der erste hat eine Monatsuhr, der zweite eine Wochenuhr und der 
dritte eine Drei-Tage-Uhr, so daß die mehrtägigen Luftdruckwellen und auch 
die kleineren täglichen Luftdruckänderungen anschaulich dargestellt werden. 
Die Lufttemperatur wird mit einem in der meteorologischen Hütte auf- 
gestellten gewöhnlichen Thermographen registriert und außerdem durch eine 
Fernthermometeranlage von Hartmann und Braun, die vier Widerstands- 
Ihermometer enthält. Das erste ist am Bug des Schiffes am Göschstock, das 
zweite am Heck am Flaggenstock, das dritte an der Spitze des Fockmastes in 
28 m Höhe und das vierte, das zur Kontrolle dient, in der Thermometerhütte 
auf dem Kartenhaus angebracht. Das Schreibgerät, das infolge eines besonders 
16) Vgl. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1926, Heft 1. J. Reger und E. Kuhl- 
brodt: „Bericht über die meteorologischen Arbeiten“,
	        
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