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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

76 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1926, 
großem Stile die wissenschaftliche Aufbereitung des vorhandenen Materials. Seit 
1922. war eine Kartothek aller vorliegenden hydrographischen Beobachtungen für 
das gesamte Weltmeer in Angriff genommen, einheitlich reduziert auf Meter, Cel- 
siusgrade in der Temperatur und °/„, im Salzgehalt. Sie wurde nun für den 
Atlantischen. Ozean vollendet. Sämtliche Temperaturreihen des Untersuchungs- 
gebietes wurden in Vertikalkurven dargestellt, und aus den hieraus entnommenen 
Werten wurden von der Oberfläche bis zum Meeresboden Temperaturkarten großen 
Maßstabes für 17 verschiedene Niveaus entworfen, für welche vorher eine karto- 
graphische Grundlage im Maßstab 1:20 Millionen geschaffen wurde. Um das 
wesentlich spärlichere Material an Salzgehaltsbeobachtungen zu vergleichen. und 
auszuwerten, wurde die Korrelation zwischen Temperatur und Salzgehalt für den 
gesamten Atlantischen Ozean ermittelt und für 22 Hauptgebiete graphisch dar- 
gestellt. Mit Hilfe dieses so aufbereiteten Beobachtungsmaterials ist es unseren 
Ozeanographen möglich, sich rasch und gründlich über die vorhandenen Beob- 
achtungswerte und die zu erwartenden Verhältnisse zu unterrichten, Entschei- 
dungen über die Anordnung ihrer Messungen zu treffen und neue Ergebnisse als 
solche zu erkennen. Für das umfangreiche von der nautischen Leitung durch- 
zuführende Programm der topographischen Aufnahme des Atlantischen mittels 
Echolotung und die vom Geologen auszuführenden Drahtlotungen wurden in 
20 Arbeitskarten im Maßstabe 1:2 Millionen unter Benutzung der Grollschen 
Arbeitskarten und des neuesten Materials alle vorhandenen Tiefenlotungen ein- 
getragen und damit eine vorzügliche kartographische Grundlage geschaffen, An 
diesen Vorarbeiten haben unter der nie rastenden Anleitung von Merz seine 
Schüler Dr. Wüst, .Dr, Möller, Dr. Böhnecke, Dr. Meyer, Dr. Kaehne, 
Dr. Löwe sowie zwei von der Marineleitung zum Institut für Meereskunde kom- 
mandierte Hilfskräfte, Obersteuermannsmaat Hinz und Obersignalgefreiter Runge, 
gearbeitet, Dr. Schumacher von der Deutschen Seewarte berechnete neue er- 
weiterte Tabellen für die Dichteberechnung aus Temperatur und Salzgehalt®), 
Hand in Hand mit diesen wissenschaftlichen Vorbereitungen ging in Zu- 
sammenarbeit mit der Marineleitung die Beschaffung und Vervollkommnung der 
instrumentellen Ausrüstung nach eingehendem Studium aller früheren Expeditions- 
erfahrungen und auf Grund eigener Versuche. Der hiermit in der Hauptsache 
betraute Dr. Wüst hat in seinem wissenschaftlichen Tätigkeitsbericht über die 
Verfeinerung der ozeanographischen Beobachtungsinstrumente und -methoden 
berichtet 7). . 
Die Ablesegenauigkeit der Tiefseethermometer wurde wesentlich erhöht, Strom- 
messer für stärkste und schwächste Strömungen, neue praktische Typen von Serien- 
wasserschöpfern und großen 4 Liter-Wasserschöpfern wurden geschaffen, Eine 
neue ozeanographische Serienmaschine wurde konstruiert, deren Festigkeit und 
Maschinenleistung es im Verein mit einer 4 mm im Durchmesser starken Alu- 
miniumbronzelitze von ausgezeichneter Qualität gestatten, gleichzeitig bis‘zu zwölf 
Wasserschöpfer nebst je zwei Kippthermometern in die größten Tiefen herab- 
zulassen. Der elektrische Antriebsmotor läßt durch elastische Kuppelung die Ein- 
holgeschwindigkeit auf das feinste regulieren, und die Serienmaschine hat nach 
einigen auf Grund der Probeexpedition des „Meteor“ vorgenommenen Verbesse- 
rungen die außerordentlich starke Beanspruchung bei. bis jetzt 230 ozeanogra- 
phischen Serien, zum Teil bei schwerem Wetter, vorzüglich ausgehalten. In der 
chemischen Bestimmungsmethode des Salzgehalts wurde ebenfalls eine Verfeinerung 
erreicht. Nur mit einem so sorgfältig ausgewählten Instrumentarium konnte das 
große ozeanographische Arbeitsprogramm, das Merz der Expedition gestellt hat, 
bewältigt werden. 
5) Von demselben Autor waren früher schon in den Ann. d. Hydr. neue Tabellen für die Reduk- 
tion. der Ablesungen an geschützten und ungeschützten Kippthermometern und für die Reduktion von 
Schallotungen mitgeteilt worden (vgl. Schumacher, A,: „Neue Hilfstafeln für die Umkippthermo- 
meter nach Richter“, Ann, d, Hydr. 1923, 8. 273, und „Hydrographische Bemerkungen und Hilfs- 
mittel zur akustischen Tiefenmessung', ‚Ann, d, Hydr. 1924, S. 87), durch welche die Genauigkeit der 
Meßmethoden erhöht wurde, 
7) Vgl. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, Jahrgang 1926, Heft 1.‘ G. Wüst: 
„Bericht über die 0zeanographischen Untersuchungen‘.
	        
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