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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1926, 
Auf der Rückreise (Sabang—Djibouti) findet sich für die Gegend etwa 1° N-Br. 
und 80° O-Lg. am 3. August 1925 folgende Eintragung: „Außerst heftige Regen- 
schauer, grobe See und hohe westliche Dünung. Schiff stampfte und schlingerte 
stark; schwere Seen über Deck und Luken. (Am 4. August) abnehmende See 
und Dünung. Fanden innerhalb 24 Stunden eine Versetzung von 21 Sm nach 
dem Süden.“ 
Daneben mit roter Tinte: „Siehe den südlichen Weg in der Monatskarte des 
Indischen Ozeans im August mit Windstärken 2 und 3, Wir steuerten genau den 
von der Seewarte angegebenen Kurs.“ 
Bem.: Die Windstärken aus der Deutschen Monatskarte sind nicht richtig abgelesen. Die 
Federn am Pfeil sind mit 2 zu multiplizieren. 2'/, Federn würden 5, 2 Federn 4 bedeuten, so daß 
die Monatskarte Windstärke 4 bis 5 angibt. Da „Ludwigshafen“ aber 6 bis 8, einmal sogar 9 gehabt 
hat, so besteht zwischen diesen Windstärken und den Kartenangaben erheblicher Unterschied. Das 
it aber stets möglich. Die Karten können nur mittlere Werte enthalten, von denen Einzelfälle be- 
trächtlich abweichen können. Die Tagebücher von I) „Anhalt“ und D. „Emil Kirdorf“, die gleich- 
falls Anfang August in der Gegend waren, verzeichnen als höchste Windstärke 5. Freilich sind diese 
Dampfer Colombo angelaufen und befanden sich mehrere (}rade nördlicher, Es wird zu untersuchen 
sein, ob die Windstärken im Süden regelmäßig stärker sind als weiter nördlich. 
Solche Bemerkungen im Tagebuch sind sehr wertvoll, weil sie den Anlaß geben können zu be- 
sonderen Untersuchungen und zu einem Meinungsaustausch zwischen dem Mitarbeiter der Seewarte 
zur See und der Seewarte, L. Schubart. 
2. Zum Witterungsumschlag vom 16./17. Dezember 1925. Hier in Borkum 
wurde bereits seit dem 14, Dezember 1925 beobachtet, daß von NW über N nach NO 
eine dicke Wolkenbank sich befand und daß die höheren Luftschichten sich 
dauernd N—S$S bewegten, während die unteren schwankend Winde aus SO bis W 
aufwiesen, Ein weiteres Anzeichen für unbeständige Witterung lag darin, daß 
die See fast ohne sichtbare Oberflächenbewegung etwa 200 m vom Strande ent- 
fernt hohe Brandungswellen am Westrand der Insel zeigte. Als besondere Beob- 
achtung sei noch erwähnt, daß beim Bau des Leitdammes in der Fischerbalje 
bei Borkum in der Morgentide bei Niedrigwasser sowohl wie bei einsetzender 
Flut starkes Meerleuchten wahrgenommen wurde, Selbst das Schaumeis 
gzlühte auf, wenn es von Schiffen durchfahren oder vom Fuß berührt wurde. 
In der Abendtide wurde das Meerleuchten noch beobachtet; es war aber be- 
deutend schwächer. Die Erscheinung ist von etwa 60 Personen während der 
Arbeitszeit von 3.304 Vm. bis 7.30b Vm und in der Abendtide von 5 bis 8h Nm. 
wahrgenommen worden. Ob sie weiterhin nachts wieder in stärkerem Maße auf- 
getreten ist, kann nicht angegeben werden, Am 17. Dezember wurde während 
der Morgentide nichts beobachtet. Die Meeresoberfläche war bei kräftigem SW- 
Wind bereits sehr aufgeregt. Um 7b Vm., setzte mit Auffrischen des SW-Windes 
Tauwetter ein. — An dem Westrand von Borkum sind die obigen Wahrnehmungen 
in den angegebenen Arbeitszeiten nicht gemacht worden! — Ob die Beob- 
achtungen in Zusammenhang mit dem Witterungsumschlag stehen, vermag ich nicht 
zu beurteilen, nehme es aber an. Wasserbau-Oberinspektor Baron, Borkum. 
. 3. Der Biskaya-Orkan vom 21. Dezember 1925 und seine Vorläufer. 
Dampfer „Wilhelm Oelssner“, 2400 Tons Ladefähigkeit, hat auf der Reise von 
Hamburg nach Genua am 21./22. Dezember 1925 in der Biskaya-Bucht annähernd 
das Zentrum eines Orkans durchlaufen. Die folgenden Aufzeichnungen tragen in 
Verbindung mit den Beobachtungen der Landstationen möglicherweise dazu bei, 
das Dunkel über den Verbleib mancher anderer Fahrzeuge zu lichten, — Die 
unten verzeichneten Barometerstände sind laut Vergleich mit einem von der 
Seewarte geprüften Instrument oberhalb 730 mm um 3 mm zu hoch; unterhalb 
jenes Wertes beträgt die Verbesserung 0 mm. 
„Wilhelm Oelssner“ läuft bei gutem Wetter 10 Sm, — Der Dampfer hatte 
am 16. Dezember um 5% Nm, Hamburg verlassen. Es herrschte Frostwetter bei 
mäßigem WSW-Winde, der jedoch in der Nordsee W und NW holte und stürmisch 
wurde, so daß Dover erst am 18. um 9% Nm, passiert wurde, Hier trat das 
Schiff bereits in den Bereich des Sturmfeldes; die Wiedergabe. der. Tagebuch- 
Eintragungen möge daher hier beginnen:
	        
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