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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Aus dem Arbeitsbereiche der Deutschen Seewarte in Hamburg. 
Tabelle 3. 
Verteilung der Sturmfluten über die einzelnen Monate nach den Beobachtungen in Hamburr 
, ! | In Ein- 
Monat ]Anzahl ıean y HE. 
Monat ' Anzahl! 20 Fine 
Monat | Anzahl 22 5 N H. 
Januar 106 16.56 
Februar 116 18.12 
März - 90 14.06 
April | 26 4,06 
Afai 5 0.78 
Juni | 13 2.03 
"ali 4 0.62 
ıugust | 219 2.97 
September 
Iktober 
November 
"oyember 
x 
55 
62 
116 
4.38 
8.59 
9.69 
318.12 
Die Monate können entsprechend der Anzahl der in ihnen auftretenden Sturm- 
(luten zu zwei Halbjahren zusammengefaßt werden, zu einem Winterhalbjahr, das 
die Monate von Oktober bis März umfaßt, und zu einem Sommerhalbjahr, das 
von April bis September reicht. Die weitaus größte Zahl der Sturmfluten fällt 
in das Winterhalbjahr, etwa 85 v.H. Eine besonders hohe Zahl von Sturmfluten 
zeigt der Februar, obwohl er die geringste Anzahl von Monatstagen aufweist, 
Dadurch entfallen auf diesen Monat etwa 10 v.H. aller Sturmfluten mehr, als 
ihm bei gleichmäßiger Verteilung der Sturmfluten über das ganze Jahr zufallen 
würden. Die Monate des Sommerhalbjahres enthalten in 84 Jahren nur 95 Sturm- 
Auten, oder etwa 15 v,H. In vielen Jahren, in 37 von 84 Jahren, ist das Sommer- 
halbjahr überhaupt frei von Sturmfluten. 
Die im Anfang dieses Abschnittes gemachten Angaben über die Häufigkeit 
der Sturmiluten können nun genauer gefaßt werden: während des Winterhalb- 
jahres Oktober bis März wird durchschnittlich jeden Monat mindestens eine 
Sturmflut stattfinden, im ganzen Sommerhalbjahre April bis September dagegen 
nur eine einzige. 
3. Wie wehrt sich der Mensch gegen die Gefahren der Sturmfluten? 
a. Durch Deichbauten. 
Die an der Meeresküste und den Flußmündungen gelegenen Niederungen 
der Marschen, die sich gewöhnlich nur wenig über das mittlere Hochwasser er- 
heben, werden gegen Überschwemmungen durch Sturmfluten durch Deichanlagen 
geschützt; nur hierdurch wird eine geregelte Bewirtschaftung der eingedeichten 
Ländereien und ein geregelter Verkehr mit ihnen ermöglicht. 
Die ältesten, im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Deiche an der Nordsee- 
küste waren in nur schwachen Abmessungen angelegt, wodurch sich auch die 
große Zahl der in früheren Jahrzehnten vorgekommenen Deichbrüche erklärt; 
erst allmählich wurden die Anlagen auf die jetzige Höhe und Stärke gebracht. So 
sind im Laufe der Jahrzehnte an der Nordseeküste wie in ihren Flußgebieten 
zahlreiche Eindeichungen entstanden; vielfach wurden auch vor den schon be- 
stehenden Deichen nach genügender Auflandung des Vorlandes neue Deiche 
hergestellt. 
Die Hauptdeiche oder Winterdeiche gewähren den Niederungen Schutz auch 
gegen die höchsten bisher beobachteten Sturmfluten. Die Sommerdeiche halten 
nur die im Sommer auftretenden, meist niedrigeren Sturmfluten von der bebauten 
Niederung ab und werden von den höchsten Sturmfluten noch überflutet. Diese 
Sommerdeiche, die nur geringe Ausführungskosten beanspruchen, werden daher 
last nur da angelegt, wo Grünlandkultur betrieben wird, z, B. auf den Außen- 
deichländereien vor den Hauptdeichen der schleswig-holsteinischen Westküste. 
Die Winterdeiche an der Nordseeküste liegen jetzt mit ihrer Krone allgemein 
2 bis 3 m über dem höchsten beobachteten Hochwasser. Die unmittelbar an der 
Küste oder am Flußufer liegenden Deiche sind gegen Wellenschlag noch durch 
zine Steindecke gesichert, die .aus einer Pflasterböschung besteht, Die Unter- 
haltung der Deiche erfordert bei ihrer großen Wichtigkeit für die dahinter 
liegenden Niederungen mit dem Gut und Leben vieler Tausende fortgesetzt 
größte Aufmerksamkeit, die den einzelnen Deichverbänden obliegt. 
Die gefährlichsten Feinde der Deiche sind der Wellenschlag und der See- 
gang, die durch die Einwirkung des Sturmes auf die Oberfläche des Wassers
	        
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