3. Aus dem Tätigkeitsbereich der Abteilung G.
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laufen sich bei Cuxhaven auf etwa 0.5 m, während die Abweichungen, die
durch die Springzeit und Nippzeit hervorgerufen werden, nur etwa 0.2 m aus-
machen.
Alle Abweichungen der Wasserstände, die diese Beträge übersteigen, fallen
den andern aufgeführten Ursachen zu, und zwar in erster Linie dem Winde.
d. Wie beeinflußt die Windrichtung die Sturmfluthöhe?
Die allgemeine Gesetzmäßigkeit der Einwirkung des Windes auf den Spiegel
der Nordsee und ihrer Einbuchtungen ergibt sich aus Untersuchungen der Wasser-
standsbeobachtungen von Cuxhaven und Wilhelmshaven, da an diesen Orten mit
diesen Beobachtungen zugleich auch die Richtung und Stärke des dort herrschenden
Windes aufgezeichnet worden ist.
Werden die in einem genügend langen Zeitraume aufgetretenen Hochwasser
den sechzehn Hauptwindrichtungen entsprechend zusammengestellt, so muß der
Einfluß des Windes auf die Hochwasserhöhe klar zum Ausdruck kommen. Wird
das gleiche auch für die beobachteten Niedrigwasserhöhen durchgeführt, s6
werden sowohl für die Hochwasser als auch für die Niedrigwasser sechzehn
Gruppen erhalten, deren jede die Wasserstände enthält, die bei der der Gruppe
entsprechenden Windrichtung eintraten. Aus den Wasserständen verschiedener
Höhe einer Gruppe wird dann ein Mittelwert berechnet, der für die die Gruppe
darstellende Windrichtung bezeichnend ist.
Es zeigt sich, daß die westlichen Winde das Wasser aufstauen, die östlichen
das Wasser senken, während die nördlichen und südlichen Winde nur geringen
Einfluß auf den Wasserstand haben. Für die Sturmfluten ist in erster Linie
der Nordwestwind maßgebend, der die höchsten Erhebungen des Hochwassers
hervorruft; dann erst folgen der Westnordwest- und der Westwind., Ebenso führt
der Südostwind eine größere Senkung herbei als der reine Ostwind.
Die Untersuchung lehrt ferner, daß sowohl das Hochwasser wie das Niedrig-
wasser vom Winde beeinflußt werden, Die ganze beobachtete Wasserbewegung
muß daher als im wesentlichen aus zwei Bewegungen hervorgehend betrachtet
werden, aus den Gezeiten und dem Windstau, die sich annähernd im Sinne der
allgemeinen Mechanik zu einer Resultante vereinigen; denn die Einwirkung
der Winde auf das Niedrigwasser ist im allgemeinen stärker als die Wirkung
auf das Hochwasser.
Nachdem die Ursachen des Auftretens und des Anschwellens der Sturm-
fluten an der deutschen Nordseeküste und in ihren Flußmündungen dargelegt
sind, soll nun angegeben werden, wie oft und wann besonders solche Sturmfluten
beobachtet werden.
2. Wie oft tritt eine Sturmflut auf ?
Zunächst erhebt sich die Frage, von welcher Wasserstandshöhe ab der ge-
wöhnliche Begriff des Hochwassers durch den andern Begriff der Sturmflut
zweckmäßig zu ersetzen ist, Dem in Hamburg altüblichen Gebrauche folgend,
nach dem das Mindestmaß der Sturmfluten so festgesetzt wurde, daß dabei gerade
entweder Menschen oder deren Hab und Gut gefährdet wurden, soll auch hier
jedes Hochwasser, welches in Cuxhaven das Maß von 5.9 m über H.N. über-
schreitet und das in Hamburg in der Regel das Maß von 6.3 m über H. N.
erreicht oder überschreitet, als Sturmflut bezeichnet werden, In früherer Zeit
waren bei 6.30 m Wasserstand die niedrigst gelegenen Stadtteile Hamburgs, ins-
besondere die Keller, schon der Überschwemmungsgefahr ausgesetzt,
im Verlauf der letzten vierundachtzig Jahre von 1841 bis 1924 einschließlich,
während welcher Zeit im ganzen fast 60000 Hochwasser stattfanden, traten in
Hamburg 640 Sturmfluten von + 6.30 m über H.N. und mehr ein, eine Anzahl,
die gestattet, allgemeine Betrachtungen daran zu knüpfen. Hiernach erreicht
fast jedes hundertste Hochwasser Sturmfluthöhe oder, da der obige Zeitraum fast
31000 Tage umfaßt, tritt eine Sturmflut durchschnittlich etwa alle 50 Tage ein,
Da dies Ereignis also nicht so selten ist, würden die Flußniederungen, wenn sie
nicht eingedeicht wären, oft erhebliche und schwer schädigende Überschwem-
mungen erleiden,