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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

3. Die Arbeiten der Abteiluns III. 
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jedem Orte eine Wetterdienststelle zu unterhalten, wie auch durch den Umstand, 
daß den meisten Lesern der Karten einstweilen noch die nötige Erfahrung fehlt, 
sie richtig zu deuten, | 
Morgens um 10b%h erscheint die „Wetterkarte des Öffentlichen Wetterdienstes“, 
deren Dienststelle Hamburg der Deutschen Seewarte angegliedert ist; nach- 
mittags um 3h der große „Wetterbericht der Deutschen Seewarte“, enthaltend für 
den Zeitpunkt 82 Vm, eine Luftdruck-, Wind- und Bewölkungskarte, eine Luft- 
temperatur- und Niederschlagskarte sowie eine Luftdruckänderungskarte, ferner 
für die Zeiten 2h Nm., 7% abends des Vortages eine Luftdruck-, Wind- und Be- 
wölkungskarte und eine solche für die Zeit 2b nachts, die sogenannte „ÖOzean- 
karte“. Endlich bringt dieser Bericht noch einen umfangreichen tabellarischen 
Teil, der auch die Schiffswettermeldungen vom Ozean und die Ergebnisse zahl. 
reicher aerologischer Aufstiege enthält, und schließlich ist ihm im Winter der 
Eisbericht über die Nord- und Ostseehäfen beigefügt. — Um 9'!/„® abends wird 
die „Schiffswetterkarte“ der Deutschen Seewarte veröffentlicht. — 
Ferner erscheint jeden Freitag eine große Wetterkarte in Vierfarbendruck, 
weiche ganz Europa, den Atlantischen Ozean und Nordamerika umfaßt, die 
„Ozeanwetterkarte“. Sie enthält eine Beschreibung des Wetters der vergangenen 
Woche und eine allgemeine Charakteristik des Wetters der kommenden Woche. 
Da in ihr auch die Sportverhältnisse besondere Berüchsichtigung finden, so wird 
sie viel an Wintersportplätzen, in Hotels, Kurhäusern und Badeorten zum Aushang 
gebracht. 
Eine gerade für weiteste Volksschichten bestimmte Verbreitung ist die 
durch den Rundfunk, Die Deutsche Seewarte gibt jetzt täglich zweimal, 
morgens früh und abends spät, auf Grund der allerneuesten Meldungen Nach- 
richten an die Norddeutsche Rundfunk A. G., die sie nur kurze Zeit später 
bereits ihrem gesamten Hörerkreis vermittelt. Diese Nachrichten, die also 
zweimal täglich durch den Rundfunk gegeben werden, ergänzen das durch 
Zeitungswetterkarte und durch die Wetterkarte des Öffentlichen Wetter- 
dienstes verbreitete Material über die Wetterlage auf den allerneuesten Stand. 
Aus der Zusammenstellung: Zeitungswetterkarte bzw. Wetterkarte des Öffent- 
lichen Wetterdienstes und Rundfunknachrichten kann jeder Leser, der zugleich 
Hörer des Rundfunks ist, das Bild der Wetterlage einschließlich der allerneuesten 
Änderungen vervollständigen und dadurch eine ganz hervorragende Ausnutzung 
des Wetterdienstes für seine wirtschaftlichen und für Sportzwecke erreichen. 
Daß daneben bereits auch in der Presse die neuesten Witterungsberichte 
verbreitet werden, daß in ganz Deutschland Hunderte von Zeitungen Wetter- 
karten bringen, ist für den Wirtschaftswetterdienst ein gewaltiger Fortschritt. 
Daß alle nur denkbaren Mittel zur schnellsten Verbreitung der Nachrichten 
benutzt werden, versteht sich von selbst: Fernsprecher, Fahrrad, Eisenbahn, 
Schiff, Rohrpost, Draht, Kabel, Funktelegraphie — sie alle sehen wir im Dienst 
des Wetternachrichtenwesens, — Aber noch weiter muß vervollkommnet werden; 
und es ist erfreulich, wie mit jedem Tage neue Möglichkeiten erschlossen werden 
zum Segen der Allgemeinheit, und daß der Wirtschaftswetterdienst eine der 
praktischsten und nützlichsten Einrichtungen ist, wird heute wohl von keinem 
mehr bezweifelt werden. 
4. Aus dem Arbeitsbereich der Abteilung IV. 
Die funktelegraphischen Zeitsignale Seewarte— Nauen. 
Von Dr. H, Malınkopf, ; 
Ohne einen gründlich organisierten Zeitdienst wäre unser heutiges Kultur- 
leben undenkbar, Insbesondere ist die Zeit, was uns hier in erster Linie inter- 
assjert, der unentbehrliche Regulator in dem gewaltigen Mechanismus des 
modernen Verkehrs, Der komplizierte Betrieb 'der Eisenbahn, Post und Tele- 
zraphie muß auf die Minute genau arbeiten. Für den Verkehr auf den Meeren
	        
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