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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Aus dem Arbeitsbereiche der Deutschen Seewarte in Hamburg. 
Brüsterort und Leba. Windsäulen in Leba, Rügenwaldermünde und Kolberg 
geben durch Buchstaben und Zahlen Windrichtung und -stärke von den Orten 
Arkons und Leba., 
Diese Windmeldungen werden zusammen mit anderen Wettermeldungen sofort 
nach ihrem Eintreffen in dem genannten Hafernort außerdem ausgehängt. 
2. Versorgung der in See befindlichen Schiffe mit Wetternachrichten. 
Mit der Erfindung der drahtlosen Telegraphie und ihrer Nutzbarmachung 
für die Handelsschiffahrt, dem Einbau von Bordstationen und der Errichtung 
von Küstenfunkstellen ergab sich die Möglichkeit, auch den auf See befindlichen 
Schiffen Wetternachrichten zustellen zu können. Hierbei wird heute von zwei 
Gesichtspunkten ausgegangen: 1. sollen den Schiffen drahtlose Meldungen über 
das Wetter an einigen Küstenorten direkt, %. soll in einem Sammelbericht ein 
Überblick über die Wetterlage und eine Vorhersage gegeben werden, Von dem 
ersten Gesichtspunkt ausgehend, verbreiten folgende, an der Küste liegende 
Funksteilen und Feuerschiffe drahtlos zu verschiedenen Tageszeiten Wetter. 
meldungen: 
Nordsee: Borkumriff, Außenjade, Amrumbank-Feuerschiff, Borkum, Wilhelmshaven, List a. Sylt, 
{Wilhelmshaven wiederholt die gesammelten Meldungen dreimal täglich.) 
Ostsee: Friedrichsort (Bülk und Marienleuchte), Swinemünde, Adlergrund-Feuerschiff und Pillau. 
Diese Meldungen werden unmittelbar nach angestellter Beobachtung ver- 
breitet und sind deshalb von besonderem Wert, 
Anders die Sammelberiechte, die nicht örtliche Zustandsmeldungen, sondern 
vor allem eine Erläuterung der Wetterlage und eine Vorhersage geben sollen. 
Sie haben den gleichen Zweck wie die im vorigen Teil besprochenen, für die 
Küste bestimmten Hafentelegramme und sind infolgedessen auch in ihrer Ab- 
Fassung ihnen ähnlich, Die Verbreitung dieser sogenannten „Funkwetter“-Tele- 
grammae ist folgendermaßen geregelt: 
Nordsee: Funkstelle Norddeich, Welle 600 m, 11h 50m Vm, und 10h 30m Nm, 
inhalt; Windrichtung, Windstärke, Seegang, Bewölkung, Regen, Dunst, Nebel usw, von 
den Stationen Borkumriff, Amrumbank, Utsire, Tynemouth, ron 8h Vm, bzw. 
7b Nm, Anschließend Luftdruckverteilung über Europa und Wettervorhersage 
tür die Nordsee. — Herausgegeben von der Deutschen Seewarte. 
Ostsee: Funkstelle Swinemünde, Welle 600 m, 11b 30m Vm. und 10h 43m Nm, 
Windrichtung, Windstärke, Seegang usw. (wie oben} von den Stationen Bülk, 
Adlergrund, Skagen und Wisby von St Vm. bzw. 7h Nm. Anschließend Luft- 
druckverteilung über Enropa und Wettervorhersage für die mittlere und west- 
liche Ostsee, — Herausgegeben von der Wetterwarte Swinemünde. 
Östliche Ostsee: Funkstelle Pillau, Welle 600 m, 12b 30m Nm, 
Inhalt: Windrichtung, Windstärke, Secegang usw. (wie oben) von den Stationen Pillau, 
Brüsterort, Memel und Wisby von Sk Vm. Anschließend Luftdruckverteilung 
über Europa und Vorhersage für die östliche Ostsee, — Herausgegeben von 
der Welterwarte Königsberg. 
Diese „Funkwetter“- Telegramme stehen den genannten Küstenfunkstellen 
außerdem zur Abgabe an anfragende Schiffe zur Verfügung. Für die westliche 
Ostsee sendet zudem die Marinefunkstelle Friedrichsort täglich um 12 Uhr mittags 
das Ostsee-Hafentelegramm drahtlos, 
Die Reichweiten der die Berichte verbreitenden Funkstellen sind so groß, 
daß die gesamten deutschen laufenden Wettermeldungen im gesamten deutschen 
Nordsee- und Ostseegebiet gehört werden können und die Funkwetterberichte 
von Norddeich bereits vor dem englischen Kanal und bis Island, die von Swine- 
münde über die ganze Ostsee hinweg reichen. Letztere machen also die Schiffe 
schon vor Eintritt in die deutschen (jewässer mit dem dort herrschenden und 
dem zu erwartenden Wetter bekannt, 
Es war für die Deutsche Seewarte interessant, in den Nachkriegsjahren, vor 
allem seit dem Wiedererwachen deutscher Ozeanschiffahrt, in diesen auch den 
Wunsch nach Wettermeldungen vom Atlantischen Ozean wachsen zu sehen. Dahin- 
zielenden Anregungen aus der Praxis konnte vom Wetterdienst erst nachgegangen 
werden, als sich die Zahl der vom Ozean täglich drahtlos eingehenden Wetter 
meldungen zu mehren begann und auch deutsche Dampfer an diesem Wetter- 
meldedienst teilnahmen.
	        
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