3. Die Arbeiten der Abteilung ILL.
Schlüsse zur Verzifferung der Wetterbeobachtungen.
BBBDD FwwTIT cbWVP ANaNh RR (A) Z
Küstenstationen melden in der 5. Gruppe SV, statt MM und mm.
Die Buchstaben haben folgende Bedeutung:
den auf 0° Meeresspiegel u. Normalschwere reduzierten Barometerstand in Millimetern u. Zehnteln,
Windrichtung (00 = Stille, 32 = Nord).
Windstärke nach der Beaufort-Skala.
Wetter zur Zeit der Beobachtung (00 == 99).
Lufttemperatur in ganzen Graden Celsius,
Art der Luftdruckänderung in den letzten drei Stunden vor der Beobachtung.
Änderung des Luftdrucks in den letzten drei Stunden vor der Beobachtung in Halb-Millimetern,
Witterungsverlauf seit der letzten Beobachtung.
Sichtweite in Kilometern in 9 Stufenwerten von 0—50 km.
Relative Feuchtigkeit in Stufenwerten von 10 zu 10%
Art der niedrigen und hohen Wolken,
Größe der Ude des Himmels mit niedrigen Wolken in */,9.
Größe der Gesamtbedeckung in !/,g.
I antere Wolkengrenze in 8 Stufenwerten bis 2500 m,
RR = Niederschlagsmenge in Millimetern.
MM, mm = Maximum, bzw. Minimum der Lufttemperatur.
S Seegang.
Yı Sichtweite nach See zu, Verschlüsselung wie V.
Z Zeit, bezeichnend den Beginn des Niederschlags.
Bei der Sanimlung der deutschen Beobachtungen ist von dem Gedanken aus-
gegangen worden, zwei Nachrichtennetze, ein Draht- und ein drahtloses, zu schaffen,
so daß im Falle des Versagens des einen immer noch die Meldungen des andern
Netzes vorliegen. Das drahtlose Nachrichtennetz hat dadurch eine erhebliche
Einschränkung erfahren, daß der Funkdienst der Postfunkstellen eingestellt ist
und heute nur einige Küstenfunkstellen und die Flughafenfunksteile München ihre
Beobachtungen funken. Für die Wetterdienststellen hat dies den Nachteil, daß sie
nur einen geringen Teil der deutschen Beobachtungsmeldungen zur selben Zeit
wie die Seewarte mithören können. |
Aber durch größte Anspannung der telegraphischen Übermittlung wurde er-
reicht, daß die deutschen Beobachtungstelegramme schon 20 Minuten nach An-
stellung der Beobachtung auf der Deutschen Seewarte vorliegen. Die Wieder-
verbreitung der genannten Beobachtungen geschieht einerseits im Austausch gegen
die vom Ausland gefunkten Wetterberichte und, wie schon oben angedeutet, für
die deutschen Wetterdienststellen, Als Austauschbericht mußte er in ganz Europa
zu hören sein. Da für eine solche Reichweite aber nur die Hauptfunkstelle Königs-
wusterhausen in Frage kam, wurden Einrichtungen geschaffen, die die Ferntastung
des genannten Senders von der Deutschen Seewarte in Hamburg aus möglich
machten, um jeden Zeitverlust infolge Umtelegraphierens der langen Wettertele-
gramme zu vermeiden. Durch eine Kabelader ist nun eine direkte Verbindung
Seewarte—Berlin—Königswusterhausen hergestellt, auf der der Sender in Königs-
wusterhausen von der Seewarte aus fernbetätigt wird. Durch diese technischen
Einrichtungen ist es möglich, die Sammeltelegramme deutscher Stationen bereits
20 bis 30 Minuten nach der vollen Stunde des Beobachtungstermins zur allgemeinen
Kenntnis zu bringen. In ähnlicher Weise arbeiten die anderen Länder, und die
folgende Zusammenstellung zeigt den auf Grund internationaler Zusammenarbeit
aufgestellten Plan, nach dem sie die Wetternachrichten verbreiten:
Sendeplan des europäischen Funkwetterdienstes für den Beobachtungstermin 8* Ym,
0755 Sofia, 0920 Frankreich, Österreich,
0800 Athen, 0930 Finnland.
0810 Schweiz, 0935 ‘Jagarn.
0820 Veutschland. 0945 umänien,
0825 Estland. 0950 talien.
0830 Holland, Gibraltar. 7000 Spanien,
0835 Dänemark, Malta, 1015 ZXußland, Sibirien, erster Teil,
0840 Schweden, Jugoslawien. 1020 Nordafrika, Syrien.
0850 Norwegen, Schiffsbeobachtungen, Tschechoslowakei, {045 3riechenland.
0900 England, Island, Schiffsbeobachtungen, Nordafrika. 1055 Agypten.
0910 Lettland. 1200 Rußland, Sibirien, zweiter Teil,
0915 Polen.