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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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; Annalen der Hydrographie und. Maritimen Meteorologie, Februar 1926. 
samtmoment von etwa 0.45 Millionen Gauß-Einheiten. Statt des Rosenblattes 
sind acht etwa 45 mm lange Arme radial angebracht als Richtungsweiser und 
Dämpfungsmittel. Zum Steuern wird zunächst ein auf dem Kesselrande ange- 
ordneter Ring, welcher die Teilung trägt, auf einen Steuerstrich eingestellt. Über 
dem Glasdeckel sind an dem Ringe vier Drähte befestigt, die unter sich und zur 
Nullinie der Teilung parallel verlaufen. Beim Kurssteuern wird das Flugzeug 
in einer solchen Richtung gehalten, daß die Drähte parallel zu den rot ge- 
strichenen Nord- und Südarmen der „Rose“ liegen. Das Instrument ist aperiodisch, 
4. h. bei einer Ablenkung von z. B. 45° schwingt es in etwa 9 Sekunden in die 
Ruhelage zurück, ohne darüber hinaus zu pendeln. Dieser Kompaß soll gut 
funktionieren, doch hat er den Nachteil, daß er im Flugzeug nur mit „Drauf- 
sicht“ verwendet werden kann, verhältnismäßig viel Platz beansprucht und wegen 
der leichten Bauart oft reparaturbedürftig ist. Bei Kursänderungen ist eine 
Neueinstellung während 
des Fluges erforderlich, 
was ebenfalls nicht für 
den Kompaß spricht. 
In Deutschland sind die 
durch die Vertikalkompo- 
nente des Erdmagnetismus 
bewirkten Störungen eines 
Magnetkompasses im Flug- 
zeug von Herrn. Kapitän 
H. Boykow in den Be- 
richten und Abhandlungen 
der wissenschaftlichen Ge- 
sellschaft für Luftfahrt, 
1923, Heft 10, theoretisch 
festgelegt, so daß damit 
eine Übersicht über die- 
selben gegeben ist und ein 
Weg für die Technik zum 
Bau geeigneter Kompaß- 
konstruktionen gefunden 
werden kann. 
Im Herbst 1924 wurde 
ich von Herrn Direktor 
Zürn der W. Ludolph- 
A.-G., Bremerhaven, zur 
Mitarbeit bei dem Bau 
heuer Flugzeugkompasse 
aufgefordert, Die dann fol- 
genden Vorarbeiten dauer- 
ten bis in den Winter hin- 
ein. Da die Möglichkeit einer selbsttätigen ganzen oder teilweisen Kompensation der 
erdmagnetischen Vertikalkraft durch Weicheisenkörper ohne gelegentliche Störung 
der Horizontalkomponente ausgeschlossen erscheint, bleibt nur übrig, nach einer 
Verbesserung im Bau des Kompasses selbst zu suchen. Die theoretische Lösung 
der Aufgabe, wie das am besten geschehen kann, ist leicht zu finden. Sie kann 
nur lauten: „Der ideale Flugzeugkompaß muß eine so große Schwin- 
gungsdauer und Ruhe haben, daß das nach ihm steuernde Flugzeug 
nie in eine scharfe Kurve geraten kann und damit das Auftreten von 
größeren störenden erdmagnetischen Kräften ausgeschlossen ist.“ 
Bedeutend schwieriger war die technische Lösung der Aufgabe, Sie er- 
forderte eine große Reihe gründlicher Versuche .mit allen möglichen in Frage 
kommenden Modellen. Der Kompaß soll möglichst klein und je nach der Bauart 
des Flugzeuges vor dem Pilotensitz, seitwärts davon und auch unter der Decke 
anzubringen sein, Bequeme Ablesung, gute Einstellung, große Ruhe, geringe 
“a
	        
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