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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Aus dem Arbeitsbereiche der Deutschen Seewarte in Hamburg. 
richt über die Eisverhältnisse erhalten. Solange normale Verhältnisse herrschen, 
dürfte der Eisnachrichtendienst in der vorbezeichneten Form genügen, Wenn 
aber anormale Verhältnisse eintreten und die Vereisung der freien See eintritt, 
wie es wiederholt in den vergangenen Jahren vorgekommen ist, muß auch diesen 
veränderten Verhältnissen Rechnung getragen werden. 
Um einen bequemen Austausch der Eisnachrichten von der freien See zu 
ermöglichen, hat die Deutsche Seewarte im Jahre 1924 eine in Quadrate von 
20’ Breite und 30‘ Länge eingeteilte, mit Erläuterungen versehene Karte der 
Ostsee entworfen (XIX). Um eine rasche Ortsangabe des gesichteten Eises zu 
ermöglichen, sind die Quadrate mit Kennbuchstaben verzeichnet. Die weitaus 
größte Mehrzahl der in der Ostsee fahrenden Schiffe hat keine drahtlose Tele- 
graphie, sie sind aber an Hand dieser Karte im Stande, in wenigen Minuten 
ihre Eismeldungen zu geben und zu empfangen, was früher nicht möglich war, 
Schiffe mit drahtioser Telegraphie übermitteln ihre Meldungen über das in 
See angetroffene Eis der nächsten der vier Funkstellen Pillau, Danzig, Swine- 
münde oder Friedrichsort, Friedrichsort sammelt dieselben und übermittelt sie 
der Deutschen Seewarte, die diese Berichte dann in der früher erwähnten Weise 
veröffentlicht. Der Schiffahrt ist dadurch eine Möglichkeit gegeben, sowohl in 
den Häfen als auch auf See Nachrichten über die Eisverhältnisse zu erlangen, 
um danach ihre Maßregeln treffen zu können. 
Wie der Austausch von Meldungen über in See angetroffenes Eis sich ab- 
spielt, wird auf den ausgestellten Modellen XX und XXI gezeigt. 
Auf Grund der jährlichen Übersichten über die Eisverhältnisse können, nach 
der Zusammenfassung eines vieljährigen Materials, charakteristische Züge der 
Eisverhältnisse unserer Küsten unter Hervorhebung der durchschnittlich zu er- 
wartenden Verhältnisse bestimmter gekennzeichnet werden. 
ec. Der Haitendienst 
dient dem direkten Verkehr zwischen der Deutschen Seewarte und den Schiffen, 
Wie schon erwähnt, sind es die Erfahrungen und Beobachtungen der fahrenden 
Nautiker, die für die Veröffentlichungen der Abteilung I die Grundlage bilden, 
Es ist somit nötig, möglichst viel Berichte über die auf See angetroffene Wetter- 
lage, über navigatorische und wirtschaftliche Verhältnisse in fremden Häfen, 
über außergewöhnliche Naturerscheinungen und sonstige Vorkommnisse herein. 
zubekommen. Zu diesem Zweck müssen unter den fahrenden Nautikern Mit- 
arbeiter gewonnen werden, die sich der Mühe unterziehen, solche Berichte für 
die Deutsche Seewarte abzufassen. 
Hier setzt die Tätigkeit des Hafendienstes ein, der die einlaufenden und 
ausgehenden Schiffe aufsucht, ihnen die Instrumente liefert, die zu den anzu- 
stellenden Beobachtungen nötig sind und sie mit meteorologischen Tagebüchern 
und Fragebogen versorgt, in welche die zu machenden Beobachtungen und’ Er- 
fahrungen einzutragen sind. Des weiteren werden die Instrumente an Bord der 
Schiffe auf ihre Brauchbarkeit und Zuverlässigkeit vom Hafendienst geprüft 
sowie von den einlaufenden Schiffen die Berichte und Tagebücher eingesammelt 
und der Seewarte zugeführt. 
Zur Erfüllung dieser Aufgaben steht dem Hafendienst eine Motorbarkasse 
zur Verfügung, die auf dem aufgestellten Bild (XXI) in Fahrt dargestellt ist. 
2. Aus dem Tätigkeitsbereich der Abteilung IL 
Förderung der Verkehrssicherheit durch Prüfung nautischer Instrumente. 
Von Kapitän R. Karbiner. 
Zu den nautischen Instrumenten, deren im modernen Seeverkehr der Schiffs- 
führer bedarf, um die Gefahren der Schiffahrt zu vermeiden oder ihnen erfolg- 
reich zu begegnen, gehören vornehmlich der Kompaß, das Barometer, das Chrono-
	        
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