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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

Aus dem Arbeitsbereiche der Deutschen Seewarte in Hamburg. 
1. Die Arbeiten der’ Abteilung I. 
Yon Reg.-Rat A, Paulus, Reg,-Rat 8, Luensee und Kapitän P. Petersen, 
a) Die Abteilung beschäftigt sich mit maritimer Meteorologie, Hydrographie, 
Hafen- und Küstenbeschreibung und erteilt auf Anfrage Rat und Auskunft auf 
alle in dieses Gebiet fallenden Fragen; außerdem untersteht ihr im Winterhalb- 
jahr der Nachrichtendienst über die Eisverhältnisse der Ostsee und der deutschen 
Nordseeküste. Zum direkten Verkehr mit den Schiffen und den fahrenden Mit- 
arbeitern dient der Hafendienst, der ebenfalls von Abteilung I versehen wird. 
Die Diensträume des Hafendienstes befinden sich direkt am Wasser, eine Barkasse 
steht zur Verfügung. Als 
Grundlage für die Arbeiten auf den erstgenannten Gebieten dient neben fremd- 
ländischer Literatur und einer großen Sammlung deutscher und fremder See- 
karten in der Hauptsache ’ein umfangreiches handschriftliches Material, das von 
Kapitänen und Offizieren der Kriegs- und Handelsmarine, sowie von den deutschen 
Konsulin im Auslande gesammelt und in Form von meteorologischen Tage- 
büchern (19) und Fragebogen (II) der Deutschen Seewarte übermittelt wird, 
Das Archiv der Abteilung umfaßt 29204 meteorologische Tagebücher und 2071 
kleine Wetterbücher von. Handelsschiffen, 2786 meteorologische Tagebücher von 
Kriegsschiffen, 2355 Kapitänsfragebogen und 3183 Konsulatsfragebogen; außer. 
dem ist noch eine große Anzahl von Berichten, Photographien und Skizzen vor- 
handen. Die Altesten meteorologischen Tagebücher der Sammlung stammen aus 
dem Jahre 1868, die ältesten Kapitäns- und Konsulatsfragebogen aus dem Jahre 
1898. Als Kuriosum sei auch ein Schiffstagebuch (Ia} angeführt, das aus dem 
Jahre 1770 stammt und von einem zwischen Dänemark und Westindien fahrenden 
Segler geführt worden ist. 
Zu erwähnen ist auch, daß viele Kapitäne und Offiziere sich der Aufgabe 
unterziehen, auf See sogenannte Flaschen posten (III) — etwas mit Sand be- 
schwerte, oder leere gut versiegelte Flaschen mit einem Zettel darin, der Schiffs- 
ort und Zeit der Abgabe enthält — über Bord zu werfen, die dazu dienen, 
die Oberflächenströmungen auf dem Meere zu erforschen an Hand des Weges, 
den die Flaschen bis zu ihrem Auffindungsort zurückgelegt haben, Eine inter- 
essante derartige Post findet man auf Seite 147 des ausliegenden Bandes; 
die Flasche hat den Weg rund um die Erde gemacht, 
Größere Arbeiten, die mit Hilfe des obigen Materials von der Abteilung 
herausgegeben worden sind. 
Resultate. meteorologischer Beobachtungen von. deutschen und holländischen 
Schiffen für Eingradfelder des Nordatlantischen Ozeans (IV). Deutschland und 
Holland hatten vereinbart, gegenseitig die meteorologischen Beobachtungen ihrer 
Schiffe auszutauschen, um die physikalisch-hydrographischen Verhältnisse ge- 
wisser Meeresteile zu erforschen. Deutschland übernahm die Bearbeitung des 
Gebietes des Nordatlantischen Ozeans von 20° bis 50° N-Br. und den westlichen 
Küsten Europas bis zu den Ostküsten Nordamerikas (s. Skizze IVa). Es wurden 
im ganzen 20 Quadrate bearbeitet, von denen das erste, Quadrat 146, im Jahre 
1880, das letzte, Quadrat 145, im Jahre 1921 herausgegeben worden ist. Diese 
Arbeit erforderte eine Fülle von Beobachtungsmaterial, wenn man bedenkt, daß 
dafür etwa 511000 Beobachtungssätze aus den meteorölogischen Tagebüchern 
ausgezogen worden sind, 
1) Die eingeklammerten römischen Ziffern verweisen auf Ausstellungsgegenstände der Deutschen 
Scewarte bei der Deutschen Verkehre-Ausstellung in München, 1925.
	        
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