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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Gadewohl, A.: Die Stabilität der Meeresströmungen im Nordatlantischen Ozean usw. 183 
ständigkeitsgrad 0 besitzen, was rechnerisch durchaus richtig sein kann, prak- 
tisch jedoch wertlos ist, 
In dieser Arbeit haben die Stromverhältnisse des Nordatlantischen Ozeans 
für die erste Hälfte des Winterhalbjahres Berechnung gefunden, da die Luft- 
zirkulation über dem Nordatlantischen Ozean und mithin auch seine Wasser- 
bewegungen nach dem Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean für das Winter- 
halbjahr am heftigsten zu sein scheinen. Auf diese Verhältnisse mußte Rücksicht 
genommen werden, da wir für den Teil des Ozeans, den die Quadratarbeit um- 
faßt, keine Stromstillen notiert finden. Dieses Fehlen der Stromstillen hat 
freilich, wie noch gezeigt werden wird, auf den Stabilitätsgrad. keinen Einfluß; 
die Stromstillen würden aber bei einem Vorhandensein die mittlere (algebraische) 
Stromstärke herabdrücken, weshalb wir in den angeführten mittleren Strom- 
stärken für das Gebiet der 19 Quadrate nur Maximalwerte erblicken können. 
Wir wählten also den Herbst, weil die große Unruhe des Wassers auf wenig 
Stromstillen schließen läßt, und infolgedessen die gegebenen Maximalwerte für 
die mittleren Stromstärken an Wahrscheinlichkeit den tatsächlichen: Werten am 
nächsten stehen. — Das Fehlen der Stromstillen ist auch für neuere amtliche 
Veröffentlichungen kein Hindernis gewesen, die Stromversetzungen der Quadrat- 
arbeit nicht für die Verarbeitung zu Tabellen zu benutzen.!) 
Die Zahl der von den Holländern verrechneten Beobachtungen beläuft 
sich auf 13543, während den Quadratheften 7192 Beobachtungen für den Herbst 
entnommen worden sind. Für das zur Ergänzung des Nordatlantischen Ozeans 
herangezogene: Gebiet kann keine Beobachtungszahl angegeben werden, da für 
diesen Teil des Ozeans die Angaben der im Eingange dieses Kapitels erwähnten 
aus Mittelwertsschätzungen hervorgegangenen Karten herangezogen werden 
mußten. 
Die Aufrechnung der Versetzungen erfolgte nach der Koppelrechnung für 
die in ein Fünfgradfeld fallenden Beobachtungen zunächst für einen Monat, 
Hierbei leisteten die »Nautischen Hilfstafeln« von Arthur Breusing gute Dienste. 
Häufig jedoch reichten die Tafeln nicht aus, so daß langwierige Ergänzungen 
der Tafeln vorgenommen werden mußten. Die gegeneinander aufgerechneten 
Katheten geben als »Summe der Stromkomponenten« das erste Resultat der 
Stromtabelle. Diese beiden Faktoren werden einer Forderung des Londoner Kon- 
gresses (1874) gerecht, wo verlangt wurde, daß bei der Zusammenfassung von 
Beobachtungen stets ein solches Schema zu wählen sei, das ohne Umrechnung 
einen sofortigen Anschluß neuerer Beobachtungen gestattet. Es ist deshalb die 
Angabe der Summe der Komponenten, wie wir diese in dem holländischen Werk 
über den Indischen Ozean finden, einer solchen der mittleren Stromkomponenten 
in dem Guinea-Werk vorzuziehen, da bei dieser Methode ein Anschluß neuerer 
Beobachtungen immer erst eine Umrechnung erfordert, Die Resultierende, General- 
distanz oder vektorielle Stromgeschwindigkeit zusammen mit dem Generalkurs 
ergeben sich aus dem Verhältnis der Stromkomponenten als weiteres Resultat. 
Die Größe dieser Resultanten schwankt mit den Azimuten der Stromversetzungen; 
sie ist klein bei einer Divergenz, groß bei einer Konvergenz der Azimute. Sie 
kann eventuell bei einheitlicher Richtung der Stromversetzungen die Höhe der 
Summe der den einzelnen Stromversetzungen eigenen Geschwindigkeiten erreichen. 
Diese finden wir als arithmetisches Mittel der Stromstärken oder »mittlere Strom- 
stärke« in der Rubrik der Stromtabellen wieder, während die mittlere vektorielle 
Geschwindigkeit als »Geschwindigkeit« unter den »Resultanten« Aufnahme ge- 
funden hat. Der von Richtung und Stärke abhängige Anteil der vektoriellen 
Geschwindigkeit ist zu dem arithmetischen Mittel der Stromstärken in Beziehung 
gesetzt worden und zwar derart, daß jener durch dieses dividiert worden ist. 
Da ein fortwährendes Fließen eines Stromes aus ein und derselben Richtung zu 
großen Seltenheiten gehört, wird die diese Beziehung ausdrückende Größe fast 
immer durch einen echten Bruch dargestellt werden. Brüche lassen Tabellen 
1) Vgl. »Dampferhandbuch für den Atlantischen Ozean«, in dem 11 Tabellen hiervon 
Zeugnis ablegen,
	        
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