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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

54 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1926. 
nur 10 m vorwärts kam, dann in dem zähen Eis stecken blieb und nur mit 
großer Mühe aus dem festklebenden Eis gelöst werden konnte. Bis zur 10 m: 
Grenze wurde das Eis aufgebrochen und in Stücke zerlegt. Bei Abfahrt von BR. 
trieb das. Eis. bereits langsam aus der Bucht heraus, und es ist auzunehmen, 
daß es bei weiterem Südwestwind in kurzer Zeit aus der Bucht verschwunden 
sein wird. Um 3b 30m Nm. machte B. zur Kohlenergänzung in Kiel an Tonne 
A7 fest. Beim Einlaufen nach Kiel teilte die Dienststelle der Marineleitung 
Bremen durch Funkspruch mit, daß der Dampfer „Strauß“ bereits in Holtenau 
eingelaufen sei. Somit war auch der letzte noch vermißte Dampfer in Sicherheit, « 
Aus den vorstehenden Berichten ist zu ersehen, daß Schiffe durch den 
schweren Eisgang in der Ostsee im Winter 1923/24 in äußerst bedrängte Lage 
gekommen sind und sie sowohl als auch Passagiere und Mannschaft in manchen 
Fällen nur durch die umsichtige Leitung der Kommandanten und durch die 
aufopfernde Tätigkeit der Offiziere und Mannschaften der Kriegsschiffe vor dem 
Schlimmsten behütet worden sind. 
Die Deutsche Atlantische Expedition 
auf dem Vermessungs- und Forschungsschiff „Meteor“. 
Von Gerhard Castens, 
(Hierzu Tafel 2: Fahrtplan der Expedition.) 
Die Aufgaben, die sich die Deutsche Atlantische Expedition gestellt hat, sind 
in dieser Zeitschrift!) bereits erörtert worden. 
Die folgenden Ausführungen über ihren bisherigen Verlauf fußen 
auf allgemeinen Berichten der Expeditionsleitung und Sonderberichten 
der Herren Böhnecke, Kuhlbrodt, Pratje, Reger, Schumacher, Watten- 
berg und Wüst, Die Berichte sind der Seewarte durch die Notgemeinschaft der 
deutschen Wissenschaft zur Verfügung gestellt worden. 
Die planmäßigen meereskundlichen Arbeiten sind erst bei der Fahrt längs 
dem Schnitt I (Buenos Aires—Kapstadt; s. Tafel) aufgenommen worden. Die Aus- 
reise nach Buenos Aires bot indes auch bereits (Gelegenheit zu bemerkenswerten 
Untersuchungen. Am 29. April 1925 wurde das Schiff zur Erprobung der Tiefsee- 
Ankervorrichtung und der meereskundlichen Ausrüstung nordwestlich der Cap 
Verden in Lage 24° 46’ N-Br., 26° 47’ W-Lg. über großer Tiefe verankert; Draht- 
lotung 5510 m, Schallotung 5485 m. Der gewählte Punkt füllt eine Lücke in 
einem Querschnitt meereskundlicher Reihenstationen aus, auf dem im Westen die 
dänische „Dana“-Expedition, im Osten die Schiffe der deutschen Kriegsmarine 
„Planet“ und „Möwe“ Messungen vorgenommen hatten. Das Ankeraushieven dauerte 
1 Stunde 51 Minuten; 6177 m Trosse wurden ausgegeben; 460 m hatten, wie aus 
verschiedenen Anzeichen zu ersehen, auf dem Boden aufgelegen. Die Trosse zeigte 
sich beim Einhieven völlig drall- und kinkenfrei, Der Anker selbst kam stark ver- 
schlickt herauf. Gleichzeitig vorgenommene Messungen des Öberflächenstromes 
(0.4 Sm/Std.) ließen das Vorhandensein. einer erheblichen Gezeitenströmung er- 
kennen, die ihre Richtung innerhalb einer halbtägigen Gezeitenperiode um nahezu 
180° änderte, 
Auf der Weiterfahrt von jener Ankerstation aus sind alle 20 Minuten Schall- 
lotungen vorgenommen worden; auf Bänken und bei Inseln wurden die zeitlichen 
Abstände bis zu einer Minute verkürzt und auch. mittels der Lotmaschine Kon:- 
trollotungen angestellt. . 
Mit den laufenden luftkundlichen Messungen und Beobachtungen wurde am 
20. April begonnen, Außer den in den meteorologischen Schiffstagebüchern vor- 
gesehenen vierstündigen Beobachtungen wurden solche um 7h Vm,, 2h und 9h Nm. 
Ortszeit vorgenommen, Die Aufstellung des Thermo- und Hygrographen in einer 
Hütte auf dem Kartenhaus hat, wie die Vergleichsmessungen mit dem AßBmann- 
‘) 1925, 8. 145 ff, Schott: Forschungsreise des „Meteor“,
	        
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