442 ‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1926.
daß kein Schiffsführer sie im voraus in Rechnung stellen kann. Es ist jedoch sehr nützlich, wie
„Monte Olivia“ es getan hat, Flaschenposten in dieser Gegend über Bord zu setzen, denn diese können
wertrolle Aufschlüsse geben,
3. D. Amasis, Kosmos-L., Kapt. Lilienthal. MT, 22109.
Von Brunshausen nach Pt, Arenas,
Am 10. November 1925 auf 24° 12’ S-Br., 41° 50‘ W-Lg, „Sichteten den ersten
Albatroß,.“
4. D. Tanganjika, H. A. L., Kapt. Th. Koch. MT. 22110,
Von Suez nach Kilindini.
Stromversetzung vor Mombassa,
Am 9. Dezember 1925 auf 2° 31’ S-Br., 41° 21’ O-Lg. „Stromversetzung
N 60° ©, 44 Sm.“
Bem,: Große Stromversetzungen an der Ostafrikanischen Küste auf den landnahen Dampfer-
wegen sind bekannte Erscheinungen, Die vorliegende übertrifft aber den Durchschnitt des auf der
Seewarte verarbeiteten Materials erheblich, wenn man gerade diese Zeit und den Ort betrachtet. Der
mittlere Betrag der Versetzung in ostnordüstlicher Kichlung im Dezember beträgt nach den Arbeiten
ler Seewarte 26 Sm und der größte 38 sm. Wenn in dem vorliegenden Fall die Versetzung ab-
landig war, eine Strandung dadurch nicht herbeigeführt werden konnte, so kommen doch in sehr
vielen Fällen auflandige Versetzungen vor, Da sie, wie gesagt, groß sein können, ist größte
Vorsicht am Platze,
Nahe an der Küste kommen auch Gezeiteneinflüsse dazu, In wie starkem Maß das der Fall
sein kann, zeigt die Eintragung vom folgenden Tage. „Auf 243° Kurs in Sicht von Ras Serani-
Fener hatten wir einen starken nördlich setzenden Strom (7 sm die Stunde)“
Von Lüderitzbucht nach Walfischbay,
Nebel an der Westküste Afrikas
Am 14, Januar 1926, Um 2% Vm, sprang der Wind plötzlich nach West.
Es wurde vollkommen bedeckt und über Land zeigte sich ein Nebelstreifen.
Bis 2h 30m flaute es ab. Dann frischte es wieder auf (5—6). Der Wind ging
wieder nach Süd und es wurde vollkommen sternenklar.“
Auf der folgenden Wache von 4b bis £&b Vm. war dichter Nebel, und auf der nächsten bis
mittags 12h zeitweise Nebel, Nachmittags in der Nähe Walfischbay war es bewölkt, aber unter Land
diesig., Der südliche Wind war bis Ca allmählich abgeflaut und hatte nachmittags leichtem,
züdwestlichem Platz gemacht, Bem,: Nebel ist an dieser Küste eine sehr bäufige Erscheinung, von
9 Tagen bringen 4 Nehel,
5. D. Tucuman, H, S, D. G., Kapt. E. Pohlmann. MT. 22112.
Von Rio Grande nach Sad Frandiseo,
Strom an der Brasilianischen Küste,
Am 3. Oktober 1925. Auf der Wache von Ob bis 4h Ym, befand sich das
Schiff um 3h 30m Vm. etwa 8 Sm von Imbituba in der Peilung rw. N 72° W:
„Das Schiff wurde !', bis 3/, Sm stündlich nach SSW versetzt, Der Kurs wurde
während der Wache durch Kreuzpeilungen überwacht.“
Bem.: Diese Versetzung 6ntspricht dem Betrag, der an dieser Küste zu dieser Zeit erwartet
werden kann, Um aber genaueres Material zu erlangen, werden von der Deutschen Seewarte den
Schiffen Strombeobachtungsformulare mitgegeben, um deren Ausfüllung dringend gebeten wird, denn
unsere Kenntnisse gerade der Küstenströämungen sind recht lückenhaft, Diese sind aber die ge-
fährlichsten, und die Schiffe handeln in ihrem eigensten Interesse, die Secewarte
durch Einreichen guter Beobachtungen in die Lage zu versetzen, nützliche Anwei-
sungen für die Schiffahrt herauszugeben,
6. D. Nordschleswig, H. Schuldt, Kapt. Fr. Hansen. MT. 22114.
Von Vera Cruz nach Tampico,
Stromversetzung im Golf von Mexico, .
5. und 6. Dezember 1925: „Mittlerer Strom von Nurd nach Süd setzend,
1,2 Sm stündlich.“
Von Tampico nach Puerto Mexico.
9. und 10. Dezember 1925: „Mittlerer Strom von Norden nach Süden
setzend, 1.5 Sm stündlich.“
Bem.: An der Küste setzt häufig eine südliche Strömung, die etwa vom Mississippi an dem
westlichen Bogen des Golfes folgt, Ihre Stärke ist im Durchschnitt wohl !/, Sm stündlich, und dürfte
im Winter größer sein als im Sommer, weil im Winter der Golf sehr oft von Nordern überweht
wird, die auf diese Strömung antreibend wirken, Auch am 5. Dezember hatte ein Nörder ein-
Pk von dem das Schiff zwar wenig berührt wurde, der aber doch auf die Strömung gewirkt
ha mag
Selbstverständlich ist diese Strömung nicht ständig vorhanden, es handelt sich mehr um ein Über-
wiegen der südlichen, Es liegen auch Beobachtungen vor, die gerade entgegengesetzte Richtungen
Aufweisen.