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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

Groissmayr, F.: Der thermische Effekt der Zirkulation über dem Kuro-Shio. 433 
Erläuterung zu vorstehender Übersicht. 
A. 1. Das auf das Meeresniveau reduzierte Druckgefälle Honolulu=—-Sitka 
beträgt im Dezember 5.5, im Januar 4.8, im Februar sogar nur 3.4 mm, bei 
einer Breitendifferenz von 35.8°, Die entsprechenden Gefällewerte Punta Delgada— 
Island!) betragen, bei einem Breitenunterschied von nur 28,3° dagegen 18.6, 19.2 
bzw. 14.5 mm. Das Verhältnis der auf 4g = 1° bezogenen Druckgefälle 
Honolulu—Sitka & F_- 
Pünta Deigada-Island 1°* demgemäß im 
Dezember. Januar. - Februar, 
, 1:4.3. 1:51. 1:54. 
Diese Verhältniszahlen sind jedoch nicht identisch mit dem Gradientverhältnis, 
da der Gradient als die Luftdruckdifferenz für 1 Aquatorgrad senkrecht zu den 
Isobaren definiert ist. Honolulu—Sitka liegt außerhalb der Zone des steilsten 
Gradienten. Das Zentrum des nordpazifischen „Hochs“ befindet sich im Januar 
in 30° N, 140° W, das des „Tiefs“ in etwa 50° N, 160° W. 
2. Im Winter lagert über Idaho, Colorado, Utah, Wyoming ein Druckmaximum 
von 766 bis 768 nım (Meeresniveau). Dessen Verstärkung bringt besonders den 
NW-Staaten erhöhte Wärme, da es vor allem in Montana häufig warme Fallwinde 
(Chinook) bedingt: Der Korrelationskoeffizient für At Helena und 4Ap Denver 
beträgt für den Monat Dezember (1887 bis 1916) r = 0.45; die Temperatur von 
Helena (1887 bis 1916) ist = —3.8° + 0.83 A4p Denver, d. h. eine Temperatur- 
erhöhung von 0.83° in Helena wird bewirkt durch eine Druckerhöhung von 1 mm 
in Denver. 
B. 3. Die Oberflächentemperatur des Kuro-Shio ist niedriger als die des 
Golfstroms, daher auch die Temperatur der darüberstreichenden Luftströmung. 
4. Das kalte Auftriebwasser an der Kalifornischen Küste vom Wendekreis 
bis etwa 47° N vermindert die Wärmewirkung der ozeanischen Luftströmung. 
C. 5. Der amerikanische Kontinent springt nach NW vor, während Nord- 
europa nach Osten zurückweicht; die Angriffsfläche der warmen Seewinde ist 
daher in Nordamerika kleiner, 
6, Die, verglichen mit Eurasien, geringe Ost—West-Ausdehnung der Union, 
A. h. die Nähe des Atlantik, der in der Hudsonbai tief in den Kontinent hinein- 
dringt, schränkt den möglichen Einflußbereich der vom Stillen Ozean kommenden 
Seewinde erheblich ein; noch stärker wirkt nach dieser Richtung 
7. die Gebirgskette der Cordilleren, da diese ja nahezu senkrecht zur West- 
windströmung verlaufen. ; 
Auf Grund dieser einflußreichen Momente darf von vornherein ein allzu- 
bedeutender Temperatureffekt der Nordpazifikzirkulation nicht erwartet werden; 
die folgende Tabelle zeigt dies in der Tat. , 
II. Die gegenseitigen Beziehungen von Druck, Zirkulation und Temperatur 
fanden ihren numerischen Ausdruck in den Korrelationskoeffizienten und Re- 
gressionsgleichungen, die berechnet und weiter unten angegeben sind. KEpoche 
ist bei a bis h der Zeitraum 1893 bis 1916. 
a} Mittlere Anomalien, 
Druck: | EUT Zirkulation: VE, Temperatur: Vz, 
Mittlere Anomalie aus: 
Zirkulation I) Druck ' Temperatur: Nordamerika 
Zr 0° "|. Sitka NW SW SE | NE 
3.74 | 3.88 | 3.55 3.46 197 | 131 | 140 | 1.67 
4.83 4,82 4.17 4.21 2.95 | 111 | 235 | 1.37 
3,76 4.02 3.42 3.57 2.74 1.77 2.23 1.72 
Die „mittlere Anomalie“ ist ein guter Ausdruck für die Unruhe des be- 
treffenden meteorologischen Elementes. Siehe auch Exner, a. a. O0. S. 311. 
1) Stykkisholm 66° N 
PF
	        
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