{24 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1926.
außerordentlich breit (in meridionaler Richtung gesehen) entwickelte Östströmung
der Westwindtrift in zwei thermisch verschiedene Zonen zerfällt, in ein nörd-
liches wärmeres Mischwasserband und in ein südliches Kaltwasserband. Die
durch einen Temperatursprung gekennzeichnete Grenze verläuft bei Kap Horn
ungefähr auf 60° und 59° S, liegt unter 40° W-Lg. schon bei 50° S-Br., unter
0° Lg. bei 49°, unter 20° O-Lg. bei 47° S-Br., um sich dann im Indischen Ozean
ungefähr in dieser Breite zu halten. Hier stoßen wir wiederum auf 47° S-Br.
als eine Naturgrenze. Noch mehr! Eine neue, der Vollendung entgegengehende
Karte der Verteilung des Oberflächensalzgehaltes in allen drei Meeren zeigt, daß
in vollster Übereinstimmung mit dem von Meinardus thermisch begründeten
Verlauf der Grenzlinie die 34.0 %,)-Isohaline ab Kap Horn bis in die Kerguelen-
Gegend hin ebenfalls genau die WSW—ONO-Richtung einhält, desgleichen die
34.5 °/oo-Linie, und nahe bei 45° S-Br. drängen die Isohalinen sich auffallend, in
N-—S-Richtung gesehen, aneinander. So schrieb ich a. a. O.: „Hier liegt eine
natürliche, für Wasser und Luft wichtige Scheidegrenze vor. Es ist das zu-
zleich die Meeresgegend, in der erhebliche Wassermengen polaren
and subpolaren Ursprungs die Oberfläche verlassen und zur Tiefe
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Fig. 2. Die Konvergenzlinie des Warmwasserbandes der Westwindtrift mit dem Polarwasser im südlichen
Indischen Ozean,
sinken: wahrscheinlich überhaupt die Ursache für das Vorhandensein der
thermischen Erscheinung als solcher.“ Anders ausgedrückt: die „Meinardus“-
Linie, bisher nur für den Südatlantischen und Südindischen Ozean nachgewiesen,
aber wahrscheinlich rund um das „Südmeer“, also auch im Stillen Ozean vor-
nanden, ist eine großartige Konvergenzlinie der Gewässer der Westwindtrift mit
denen des Südpolarwassers; erstere haben im allgemeinen eine Richtung nach O,
letztere nach NW bis N (siehe die Textfigur 2). Das Polarwasser, salzarı,
aber kalt, sinkt an dieser Linie unter das zwar salzreichere, aber viel wärmere
Mischwasser der nördlichen Hälfte der Westwindtrift.
zwischen dieser Grenzlinie bei 48-479 S-Br, und dem antarktischen Zwischenstrom hingewiesen habe.
Dies ist in der Tat der Fall und von mir trotz des Zitates (S. 544) übersehen. Meinardus zeigte
a. @. O. aus den „Valdivia“. und „Gauß“-Beobachtungen, daß die Temperatur- und Salzgehaltsstufe
des Oberflächenwassers in dieser Breite, zusammen mit Veränderungen in der Wasserfarbe und
auch den Stromversetzungen, die Annahme rechtfertigt, daß „die kalten Wasser zum Teil schon südlich
zon 48° S-Br. untertauchen und vermischt mit anderen Wassern den durch Brennecke auf »Planet«
bekanntgewordenen Zwischenstrom speisen.“ Für mıch ergab sich der Zusammenhang zwingend aus
der Diskussion der Tiefenbeobachtungen. E, Hentschel berichtet jetzt von der „Meteor“-Fahrt,
daß das Plankton der Westwindtrift nicht gleichförmig ist, daß schon südlich von 48° S-Br Kalt-
yasserdiatomeen auftreten, Es stimmt alles zusammen zu dem Schluß: in 48—47° S-Br., mitten in
der Westwindtrift, liegt eine hervorragend wichtige Grenzscheide der Wasserarten, an der horizontal
und vertikal durchgreifende Wasserumsetzungen erfolgen. G. Sch.