38 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1926.
Sender und ein Kurzwellenempfänger aufgestellt, Die Verständigung zwischen
den drei Stationen gelang sofort. Eine größere Anzahl von anderen Stationen
auf den Wellen von 20 bis 70 m, darunter auch einige amerikanische, wurden
natürlich ebenfalls gehört. Der Peiler erhielt seinen Platz auf „Elbe IV“. Aber
schon die ersten Peilversuche zeigten, daß die rein ungedämpften Wellen keine
scharfe Peilung zuließen. Alle am Peiler hörbaren Stationen zeigten Schwankungen
der Tonhöhe, In den nächsten Wochen wurden daher die oben erwähnten Änderungen
und Umbauten an den Peilsendern und dem Peilgerät durchgeführt. Erst nach
dem Einbau der Modulationseinrichtungen, die bei den Sendern auf der „Alten
Liebe“ und auf „Elbe IV“ erfolgte, konnten exakte Peilversuche vorgenommen
werden, Es zeigte sich bald, daß nur dann scharf gepeilt werden konnte, wenn
die Modulation sehr kräftig wirkte,
Am 3. Dezember bei Sonnenuntergang wurde der modulierte Peilsender
„Alte Liebe“ zum erstenmal gepeilt, Als das Schiff schwoite, konnte die Drehung
der Mittschiffslinie gegenüber dem Peilstrahl auf dem Ablesekreise einwandfrei
verfolgt werden; der Leuchtturm „Alte Liebe“ war auch dem Auge sichtbar.
Eine scharfe Messung war nicht möglich, da das Minimum noch sehr flach und
breit war (etwa 10°) und da noch keine Hilfsmittel zu seiner Vertiefung vor-
handen waren, Nach Ausführung weiterer Arbeiten an den Sendern wurde nach
einigen Tagen festgestellt, daß auch am Tage das Minimum ebenso unscharf war
wie am 3, Dezember abends, Der Peiler stand auf der Brücke des Feuerschiffes
und war im Abstande von 1 bis 1'!/, m vom Geländer, das den Rahmen über-
ragte, umgeben. Nachdem das Gerät an Deck auf einer hohen, schweren Kiste
aufgestellt worden war, wobei der Rahmen die Reling überragte, war das Minimum
schärfer, aber noch 5 bis 7° breit, Nach vollständigem Umbau des Peilers, der
an Land erfolgte, gelang es durch Anwendung einer Hilfsantenne, wie sie bei
Peilgeräten für längere Wellen im Gebrauch ist, den Antenneneffekt des Rahmens
fast völlig zu beseitigen, Die Breite des Minimums betrug nur noch 0.5°% und
der Ton verschwand vollständig. Ein fast ebenso gutes Ergebnis wurde gefunden,
als statt der Hilfsantenne der in der Figur auf S, 37 dargestellte, mit Ab-
stimmitteln versehene geschlossene Hilfskreis (6, 7} verwandt wurde. Dabei
befand sich der Peiler im ersten Stock eines Hauses, das etwa 4 km vom Peil-
sender „Alte Liebe“ entfernt liegt. Der Peilstrahl lief über einen Teil der Stadt
Cuxhaven, und auch aus anderen Gründen war die Aufstellung nicht als günstig
zu bezeichnen. Sn .
Hier wurde am 16. Dezember vormittags und nachmittags die Peilschärfe
untersucht. Jeder der beiden Verfasser dieser Arbeit konnte aus einigen auf-
einanderfolgenden Peilungen die Richtung des Funkstrahls auf 0.1° genau fest.
legen; zwischen den Auffassungen der beiden Beobachter bestand kein Unterschied,
Am gleichen Abend wurden von 9b 45m bis 11b 5m Untersuchungen ausgeführt,
(In der Dämmerung hatte der Sender versagt.) Das Minimum war dauernd
gut aufzufassen; nur dann, als etwa 10m lang die Modulation des Senders
versagte, konnte keine zuverlässige Peilung gewonnen werden, Die Güte der
Peilung wird durch die folgenden Feststellungen bewiesen. Durch Handkapazität
(Auflegen der flachen Hand auf den metallischen Ablesekreis) wurde die Lage
des Minimums um 1° verschoben; gute Erdung' des Kreises beseitigte den Effekt.
Die gepeilte Richtung des Strahls erwies sich als unabhängig von der Tonhöhe,
einerlei, ob die Tonhöhe am Peiler oder am Sender (durch Änderung ’der
Schwingungszahl des Summers) geändert wurde, Schließlich ließ sich eine mehr-
fach auftretende Verschiebung des Peilstrahls, bis zu etwa + 5° gehend, einwand-
frei dadurch erklären, daß die scheinbare Richtung des Strahls sich als stark
abhängig von der Kopplung zwischen dem Rahmen und der Hilfsantenne zeigte,
Diese bedenkliche Erscheinung verschwand, sobald statt der Hilfsantenne der
Hilfskreis (6, 7) zur Verschärfung des Minimums benutzt wurde. Von nun ab
konnte an jenem Abend in der letzten Viertelstunde der Sendezeit keine
Schwankung des Peilstrahls mehr festgestellt werden. Ein Ab- oder Anschwellen
der Empfangslautstärke ist an dem ganzen Abend nicht beobachtet worden,
Alles in allem folgt aus den Beobachtungen, daß es (wenigstens bei einer. Ent-