Mahnkopf, H., und Passarge, G.: Funkpeilversuche auf kurzen Wellen. 37
Verhältnissen gearbeitet werden konnte; die Versuche wurden nämlich zeitweise
durch schweres Wetter stark behindert, Vor allem wurde Wert darauf. gelegt,
den Peiler so auszugestalten, daß er leicht transportabel und möglichst einfach
zu bedienen ist, ohne daß dadurch den notwendigen funktechnischen Forderungen
Gewalt angetan wird. Es würde zu weit führen, alle Schwierigkeiten, die aus
dem Wege geräumt werden mußten, und die vielen Abänderungen, die im Laufe
der Zeit am Sender und am Peilgerät getroffen worden sind, hier zu behandeln.
Der Peilsender, der aus den Versuchen schließlich hervorging, hatte. zwei
Senderöhren, Es wurde eine bekannte Gegentaktschaltung für Sender angewandt.
Der Antennenkreis war induktiy mit dem Zwischenkreis gekoppelt. Die Tastung
erfolgte durch einen abstimmbaren Ballastkreis, Die ungedämpften Wellen wurden
moduliert mit Hilfe eines Summers über einen Transformator, dessen Sekundär-
wicklung in Serie mit einer Drossel an der Citterspule und an der Kathode lag.
Im Ballastkreis arbeitete die Taste negativ, im Summerkreis positiv, Die Spannung
der Anodenbatterie betrug anfänglich 800 Volt; später zeigte sich, daß für die
Durchführung der Versuche 220 Volt reichlich genügten. Bei einer Antennen-
leistung von etwa 1 Watt war die Lautstärke der Zeichen im Telephon des Peilers
bei 5 Sm Entfernung überreichlich groß. Die Außenmaße des Senders betrugen
30 x 40 X 15 em.
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In der Zeichnung ist die Schaltung des Peilgeräts dargestellt, Der drehbare
Teil des Peilers trägt auf einer kreisrunden Hartgummiplatte von 30 om Durch-
messer den Rahmen 1, den Abstimmkondensator 2, den Rückkopplungskondensator 3,
die Audionröhre 4, die Drossel 5, den Hilfsrahmen 6, den Audionkondensator 8,
den Gitterableitungswiderstand 9 und zwei Ablesemarken., Der mit dem Gehäuse
des Peilers fest verbundene Ablesekreis ist im. 0.5°-Intervall von 0° bis 360°
durchgeteilt. Der Rahmen ist im Mittelpunkt der drehbaren Hartgummischeibe
befestigt und hat die Form eines Ringes von 24 cm Durchmesser, Das Peiler-
gehäuse besitzt die Form eines Kegelstumpfes, der oben durch den Ablesekreis
und den drehbaren Teil abgeschlossen wird. Im Innern des Gehäuses, dessen
Wand aus Sperrholz besteht, befindet sich ein Zweifach- Niederfrequenzverstärker !)
und der Kondensator 7 des Hilfskreises (6, 7). Dieser Hilfskreis wird zur Ver-
tiefung des Minimums der Lautstärke beim Peilen benutzt. .Der kleine Hilfs-
rahmen 6 (kreisförmig; Durchmesser 5 em) ist im Mittelpunkt des Peilrahmens 1
angebracht und zwecks Erzielung der richtigen Kopplung um eine horizontale
Achse kippbar, Das Peilgerät hat etwa die Größe eines normalen Schiffs-
kompaßgehäuses, .
Aus verschiedenen Gründen mußte für die Versuche das Feuerschiff „Elbe IV“,
das Cuxhaven am nächsten liegt (Entfernung von der „Alten Liebe“ etwa 5 Sm),
gewählt werden, Zunächst wurden auf „Elbe IV“, auf dem Leuchtturm an der
„Alten Liebe“ bei Cuxhaven und auf dem Leuchtturm der Insel Neuwerk je ein
4) Auf Hochfrequenzverstärkung kann bei kurzen Wellen verzichtet werden,
Ann. d. Hydr. ausw. 1928, Heft HI