Fischer, F, A: Die allgemeine Funkbeschickungsgleichung,
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oder schließlich durch Division der beiden Gleichungen (3)
z— WR — a
ii X -+ Beinp + Ceosp-+ Dein2p + Eeos2p
" 1489 cosp-— € sin p-- ® cos 2p — Esin?p
Wr — AN — nl
Es ist bemerkenswert, daß %, € und € entgegengesetztes Vorzeichen wie beim
Magnetkompaß haben, was durch den entgegengesetzten Sinn der Winkelrechnung
begründet ist, Bei der Funkpeilung ist die Veränderliche der Steuerbordwinkel
zwischen der im Schiff festen Nullrichtung recht voraus und der bei Schiffs-
drehung sich ändernden Seitenrichtung des einkommenden Funkstrahls; bei der
Magnetkompaßdeviation ist die Veränderliche der Winkel zwischen der auf der
Erde festen magnetischen Nordrichtung als Nullrichtung und der bei der
Schiffsdrehung sich ändernden Kursrichtung des Schiffes.
Die bis jetzt aufgenommenen Funkbeschickungskurven haben nur ®- und 8-
Werte von merklichem Betrage ergeben, wo aber © etwa zehnmal größer wie
ist, Wenn bei einer Aufnahme ein großer A-Wert auftrat, so konnte er stets auf
Justierungsfehler zurückgeführt werden. Er war also nicht elektrischer, sondern
mechanischer Natur, Der Schiffsrumpf wirkt im wesentlichen wie eine große
induktive, in der Mittschiffsebene liegende Längsschleife, in deren Außenfeld der
Peiler steht, Diese erzeugt einen Funkbeschickungsbeiwert D, der sich aus der
Rückwirkungskonstanten a nach der Formel
EN
D= 5
berechnet. In den meisten Fällen ist der Verlauf der Funkbeschickung ein reines
3 und wird dann als Funktion der Funkseitenpeilung mit auffallender Genauigkeit
durch die Formel
(6)
worin
7 sin Ka == 48sin? D
und sinD =D
ist, dargestellt. —
Im folgenden soll nun als Beispiel für die Anwendung der allgemeinen
Funkbeschiekungsgleichung der Fall behandelt werden, wo außer dieser
Schleife noch ein als Hochantenne wirkender Leiterteil, den wir in der Mittschiffs-
ebene liegend annehmen wollen, auf den Peiler einwirkt. Bei ungeschickt ge-
wählten Peilplätzen in zu großer Nähe der Masten oder Schornsteine kann dieser
Fall eintreten,
Für sich allein wirkend würde die Hochantenne einen Funkbeschickungs-
beiwert 3 erzeugen, der gleich ihrer Rückwirkungskonstanten s ist, Die Hoch-
antenne und die Schleife erzeugen zusammenwirkend eine Funkbeschickung, die,
selbst wenn man von einer Veränderung der Rückwirkungskonstanten durch
die Kopplung der Gebilde absieht, sich keineswegs aus den Funkbeschickungen
der allein wirkenden Gebilde additiv zusammensetzt, sondern sich nach den
Gleichungen (4) aus den Rückwirkungskonstanten a und ® wie folgt berechnet:
®) A=1+>
a
Dar
B = x 8=8(1— BD)
Es ist bemerkenswert, daß, wenn keine gegenseitige Beeinflussung der Ge-
bilde durch elektromagnetische Kopplung stattfindet, der D-Wert der Schleife
durch Hinzutreten der Hochantenne nicht geändert wird, während der ®-Wert
durch Hinzutreten der Schleife gemäß Formel (10) geändert wird. Dies kommt
daher, daß eine Änderung der die Schleifenwirkung kennzeichnenden Größe a
auch 4 und damit 8 ändert, während eine Änderung der die Hochantennenwirkung
kennzeichnenden Größe s ohne Einfluß auf D ist, Das Analoge ist aus der Kompaß-
deviationslehre bekannt.