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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1926, 
daß die ihnen entsprechenden gestrichelten Bogera durch diese Punkte gehen. Für 
die ersten drei Punkte ABC können die Echoabstände als Tiefen gelten: 
Station, Abstand von A, "Tiefe. 
A 0m 570 m 
B 1440 1100 
CC 1800 13120 
Wie sich für die Stationen D bis H die Verhältnisse ändern, zeigt die Ifde, 
Nr. 7 in Tabelle III, wo die Stationen I bis V diesen fünf Punkten entsprechen, 
und der interpolierte Wert i der Echostelle k, 
In analoger Weise sind in Tabelle II die Lotungen von „Meteor“ in 16 ver- 
schiedenen Gebieten behandelt, Die Zahlen e bedeuten extrapolierte Werte nach 
Art des Punktes B, in Fig. 2, die Zahlen i interpoliert nach Art des Punktes K 
in Fig. 9. Kleine Kreisbogendreiecke, die zu Verbesserungen der Echoabstände 
Veranlassung gaben, fanden sich in den Fällen lMde. Nr. 3, 5, 7 und 14. Die 
Tabelle zeigt in Spalte 9 und 10, daß die Verbesserungen der Echoabstände auf 
Tiefen absolut bis zu 400 m und prozentisch bis zu 25%, gehen. Die mittleren 
Böschungswinkel sind unter Annahme geradlinigen Profilverlaufs zwischen den 
Grenztiefen berechnet; die maximalen Böschungswinkel müssen, da solch gerad- 
liniger Verlauf den Beobachtungen widerstreiten würde, noch größer sein. Selbst- 
verständlich stellen die Schlüsse auf die inter- und extrapolierten Tiefen nichts 
Sicheres dar, insofern die Echostellen ja auch seitlich vom Schiffsweg, dann aber 
in noch geringerer Tiefe liegen könnten; dagegen sind die Schlüsse, wo in der 
Tabelle die Tiefe bei einer Station größer als der beobachtete Eechoabstand an- 
genommen werden muß, zwingend, wobei die vergrößerte Zahl eine Mindesttiefe 
an der betreffenden Stelle darstellt. 
Die 16 Fälle der Tabelle III sind aus einem großen Material (Tausende von 
Beobachtungen) herausgesucht; so starke Tiefenänderungen auf kleinem Raum 
sind selten. Immerhin zeigen sie einerseits, daß recht große Unterschiede zwischen 
Echoabstand und Tiefe vorkommen können, und andererseits die allgemeine 
Tendenz ungerichteter Echolotungen, zu kleine Tiefen zu ergeben. Auch hat 
sich ja allgemein gezeigt, daß die Echotiefen kleiner als die Drahttiefen am 
selben Ort ausfallen, wobei allerdings ein Teil des Fehlers auch auf die Draht- 
tiefen kommen wird, die wegen Durchhangs und Schiefstehens zu zu großen Wert- 
angaben neigen. 
_ Ob es möglich sein wird, diese Unsicherheiten der Tiefsee-Echolotung durch 
Übergang zu gerichteter Schallaussendung zu beseitigen, ist noch nicht erwiesen. 
Trifft ein schmaler senkrechter Schallstrahl auf geneigten Meeresboden, so ist 
zwar, wenn man das Echo beobachten kann, der so erhaltene Echoabstand 
gleich der Tiefe; aber es wird hier sehr fraglich, ob die dann sehr schwache 
senkrecht nach oben zurückgeworfene Schallenergie den Senderempfänger noch 
erkennbar erregen kann. Über gelungene Tiefsee-Echolotungen mit dem Über- 
schallverfahren ist mir noch nichts bekanntgeworden; seine Hauptbedeutung 
liegt bisher in der Lotung kleiner Tiefen, die ja für die Navigation am wichtigsten 
sind. Insoweit aber auch die Tiefsee-Echolotungen zur Ortung auf See heran- 
gezogen werden sollen, wird es leichter sein, mit der für große Tiefen erfolgreich 
grprobten allseitigen Schallaussendung zu arbeiten. Ind da für solche Ortungen 
nicht Gebiete mit breiten Flächen gleicher Tiefe sondern gerade solche mit aus- 
geprägten Tiefenänderungen (schmale Gräben, Steilabhänge) in Betracht kommen, 
gewinnen die hier behandelten Unterschiede zwischen Echoabstand und Tiefe 
praktische Bedeutung, Den Geophysiker interessieren die wirklichen Tiefen; für 
wissenschaftliche Zwecke müssen die rohen KEchoabstände sowohl wegen der 
Bodenneigung wie wegen der örtlich wechselnden Schallgeschwindigkeit verbessert 
werden. Für die nautische Ortung dagegen sind die wahren Tiefen gleichgültig; 
der Nautiker will nur wissen, welchen Echoabstand er mit seinem Schallot an 
dem. betreffenden Ort zu erwarten hat. Solange also noch nicht auch für Tiefsee- 
Echolotung gerichtete Schallaussendung praktisch eingeführt wird und man mit 
allseitiger Schallaussendung arbeitet, sollte man den Nautikern auf den Seekarten 
statt der Tiefen die Echoabstände angeben, Auf jeden Fall muß bei den ein-
	        
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