Kleinere Mitteilungen,
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erzielt hat. Vielleicht ist der hohe Pie von Teneriffa ursächlich für diese Erscheinung. Sie läßt sich
in der Weise erklären, daß die Mittagsstrahlung auf der Insel einen zyklonalen Windgürtel erzeugt
hat, der, übe fer yon der allgemeinen nordöstlichen Windströmung, von dieser fortgeriesen, den
Dampfer im Süden von Teneriffa erfaßt hat!). Die Gesamtwetterlage wirkte windstärkend auf den
Teilwirbel ein, so daß „Polonio“ Orkanstärke vermerken konnte.
Die Windstärken und Barometerstände am 13. Januar abends auf D. „Polonio“ waren:
Wetter
Barometer
Luft und Wasser
8h Nm. 749,8 5 ec oP
10h Nm. 746.1 30 0 q P
12h Nm. sw | 10/8 751,5 8 ce q
{
Der Schiffsort um 10h Nm. war etwa 26° 50 N-Br., 17° V W-Lg.
7. D. Halle, D. A. D. G., Kapt. A. Steinorth. MT. 22205.
Von Port Adelaide nach Suez,
Am 83. April 1926 auf 21° 22’ N-Br., 37° 52’ W-Lg. (Rotes Meer). Wache von
12h bis 4h Nm. „Verschiedene europäische Zugvögel (Wiedehopf, Lerche und
Ziegenmelker) beim Schiff,“ L. Schubart,
2, Einiges über das Thomson-Patentlot. Nach Veröffentlichungen der
letzten Zeit aus Fachkreisen über das Behm-Lot scheint dieses allen Anforde-
rungen zu genügen. Auch der deutsche Name Behm klingt sympathischer als
Thomson. Das Thomson-Lot ist jedoch noch sehr viel im Gebrauch und wird
auf Schiffen, auf denen es einmal vorhanden ist, auch wohl noch einige Zeit im
Gebrauch bleiben; sei es, weil die Neuanschaffung des Behm-Lots bei den
schlechten Zeiten zurückgestellt wird; sei es, weil man das einmal vorhandene
Thomson-Lot nicht von Bord geben, es zur Kontrolle gebrauchen oder zur
Reserve behalten will. Daher wird es sich wohl verlohnen, noch einiges Wissens-
werte aus der praktischen Erfahrung heraus über das Thomson-Lot zu sagen.
In Nr. 19 der Hansa wurde auf den Schriftsatz: „Die Ungenauigkeit der
durch das Thomson-Patentlot ermittelten Wassertiefe“ eingegangen. Es wurde
arklärt, daß die Zerfetzung des Randes der Entfärbung weniger auf die Druck-
schwankungen, als vielmehr auf die mechanischen Rucke und Stöße zurück-
zuführen sei.
Ob die mechanischen Rucke und Stöße, denen die Glasröhre in der Messing-
hülse beim Einholen durch das „Springen“ über die Seen ausgesetzt ist, so stark
werden können, möchte ich bezweifeln, Die mechanischen Rucke und Stöße
werden beim Herausspringen aus den Seen und beim Hineinspringen des Lots
in die Seen durch die See selbst meines Erachtens so gemildert und abgeschwächt,
daß eine Zerfetzung des Randes durch Ruck und Stoß nicht eintreten kann. Die
Probe wäre jedoch sehr leicht mit einer, sofort nach dem Gebrauch verschlossenen
und wieder in der Messinghülse dem „Springen“ ausgesetzten, Glasröhre auszu-
führen. Der Wasserdruck beim „Springen“ des Lots über die See und beim
Wiedereintauchen könnte leicht, je nach Höhe des Seegangs, bis zu einer Atmo-
sphäre steigen. Wenn nun dieser plötzliche, wenn auch sehr leichte Druck, auf
das untere offene Ende der Röhre wirkt, so glaube ich nicht fehl zu gehen in
der Voraussetzung, daß sich dieser leichte und leichteste Druck in dem, auch
sehr geringem, Wasser der Wandbenetzung der Glasröhre fortpflanzen wird und
den Rand der Entfärbung, die klar und scharf aus der Tiefe heraufgekommen
ist, zerfetzen wird.
Als vorsichtiger Nautiker wird man natürlich immer den untersten Rand
der Zerfetzung für die Ablesung zugrunde legen, wenn es sich nur um eine
Lotung handelt, bei Reihenlotungen muß man aber genaue Tiefen haben. Ob
nun die Zerfetzung durch Druckunterschied oder mechanische Rucke und Stöße
hervorgerufen wird oder durch beide Ursachen gleichzeitig, es empfiehlt sich,
vb 2 Te wöhnt „Einfluß hoher Inseln auf Wind und Wetter in der Umgebung“, Ann. d. Hydr. usw.