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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

Petersen, P.: Die Eisverhältnisse an den deutschen Küsten usw. während des Winters 1925/26, 299 
unter 0% Unter dem Einfluß wärmerer südwestlicher Winde waren diese am 
14. November überall wieder frostfrei, während über dem mittleren und südlichen 
Deutschland ein ausgedehnter Kältepol liegen blieb, in dessen Bereich auch Teile 
der Nordseeküste vorübergehend hineingezogen wurden. Ein erneuter Kälte- 
einbruch setzte am 25. November ein, verursacht durch die kalten Luftströmungen 
im Rücken einer über der mittleren Nordsee ostwärts ziehenden Zyklone, dem 
hoher Druck im Westen gegenüber lag. Die Frostgrenze schob sich vom Osten 
her bis nach etwa Kolberg vor, erreichte schon am 27. November die deutsche 
Bucht der Nordsee und am 29, November lagen die Temperaturen an den deutschen 
Küsten des Ost- und Nordseebereichs überall unter dem Gefrierpunkt. Von da an hielt 
die Kälte in diesen Küstengebieten bis zum 8, Dezember ununterbrochen an, aber 
im umgekehrten Verhältnis, im Östen war es durchweg wärmer als im Westen. 
Eine ostwärts ziehende tiefe Depression und die sie begleitende Erwärmung 
verdrängte die Frostgrenze langsam ostwärts, so daß die deutschen Küsten am 
11..Dezember überall wieder frostfrei waren, Doch schon am 183. Dezember flutete 
an der Rückseite dieser langsam abziehenden Zyklone kalte Polarluft südwärts 
und brachte nicht nur der ganzen deutschen Küste, sondern auch dem Inland 
bis über die Alpen hinaus starken Frost. Am 18, Dezember begann ein langsames, 
wenn auch vorübergehenden Schwankungen unterworfenes Zurückweichen der 
Frostgrenze, sie lag am 28. Dezember östlich der deutschen Grenze, und bis zum 
10, Januar 1926 blieben die deutschen Küsten frostfrei. 
Aus einer mit seinem Kern über den östlichen Teil des Finnischen Meer- 
busens liegenden Antizyklone strömte am 11. Januar, getragen von östlichen 
Winden, kalte Luft aus dem finnisch-russischen Kältebecken nach Mitteleuropa. 
Die Temperaturen sanken an den deutschen Ost- und Nordseeküsten überall 
unter 0°. Im Laufe des Nachmittags des 22. Januar brach warme ozeanische 
Luft nach Westeuropa ein und drängte die Frostgrenze rasch nach Osten, so 
daß bereits am 24. Januar die deutschen Küsten überall frostfrei waren. Mit 
Ausnahme vorübergehender Temperaturschwankungen unter 0° im ostpreußischen 
Küstengebiet, lagen diese bis zum 5. Februar überall an den deutschen Küsten 
über 0°. Am 6. Februar breitete sich ein über Skandinavien, Finnland und dem 
Baltikum liegendes Kaltluftgebiet, mit Temperaturen bis — 30° und mehr, süd- 
wärts aus; die Frostgrenze drang vom Osten bis Rügen vor, am 7. Februar lag 
sie vor der Elbe, am 8. stand auch die ganze Nordseeküste unter ihrem Einfluß, 
und bis zum 13. Februar lagen die Temperaturen an den deutschen Küsten überall 
unter dem Nullpunkt. Vom 14. bis 25, Februar waren die deutschen Küsten fast 
beständig frostfrei, aber nach dem 26. Februar breiteten die Kaltluftmassen eines 
russischen Hochs sich über die östliche Ostsee bis zur Umgebung der Oder aus. 
Unter dem Einfluß eines nordischen Zyklonensystems, das sich südwärts aus- 
breitete, trat am 2. März wieder Tauwetter ein, und bis zum 16. waren die Küsten 
überall frostfrei. Am 17. März drang erneut kalte Luft gegen die östliche Ostsee 
vor und breitete sich bis zum 20. März allmählich westwärts bis Darsserort aus, 
aber schon am {folgenden Tage lagen die Temperaturen auch an der ganzen 
Nordseeküste unter 0°. Erst am 25. März war die Frostgrenze ostwärts bis zur 
Weichsel zurückgedrängt worden, und vom 28, März an blieben die deutschen 
Küsten dauernd frostfrei, 
Aus dem oben beschriebenen Verlauf der Frostperioden is£ ersichtlich, daß 
diese nie von langer Dauer und häufigen Unterbrechungen durch KEinströrmhung 
wärmerer Luftmassen unterworfen waren. Die Folge davon war, daß im Winter 
1925/26 der Grad der Stärke des Eises und die Behinderung der Schiffahrt in 
mäßigen Grenzen blieb. 
Die Eisverhältnisse an der Nordseeküste, 
Um ein übersichtliches Bild zu erhalten über die Folgen des Eises für die 
Schiffahrt, sind in der nachstehenden tabellarischen Übersicht, Tabelle II, die 
Beobachtungsergebnisse aller Eisbeobachtungsstationen zusammengefaßt und für 
jede Station getrennt angeführt, so daß man die während des Winters beob- 
achteten Eis- und Schiffahrtsverhältnisse einer jeden Station sofort übersehen kann,
	        
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