294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1926.
dieser Schnittpunkte in die obige Formel geschieht. Die Werte h sind dann
wegen der Konstanz des Wasserquantums sämtlich derart um eine additive Kon-
stenis zu verändern, daß die daraus entstehenden Werte x, (x) die Bedingung
[ ns (x) b (x) dx = 0 erfüllen, wo b (x) die Breite des Beckens (Länge des Quer-
D
schnittes) im Abstande x vom westlichen Ende bedeutet. Es ergibt sich dabei ein
fast genau linearer Verlauf der Amplitude %, (x). Letztere sind noch mit dem für
die Längsschwingung geltenden Trägheitsfaktor = = 1.162 zu multiplizieren,
Um auch die Gestaltverhältnisse des Schwarzen Meeres möglichst genau zu
berücksichtigen, hat man die erhaltenen Werte dann noch durch jene zu ersetzen,
die der Differentialgleichung .
4x? 4m? T! Ah
An= a Ax-E-+4h= 4x (£ Ha a3)
durch die die Längsschwingungen eines Kanals charakterisiert sind, genügen. Eine
Methode zur numerischen Integration dieser Gleichung mittels sukzessiver An-
näherungen ist in der Abh, [2] angegeben. Man hat zunächst aus den soeben
erhaltenen Werten % die zugehörigen Werte & (Elongationen der Horizontal-
verschiebungen) mit Hilfe der Kontinuitätsbedingung und den in der Abh. [1]
angegebenen Breiten und Flächen der einzelnen Querschnitte zu berechnen. Die
Mittelwerte dieser Größen für je zwei benachbarte Querschnitte sind dann in den
Klammerfaktor rechter Hand einzusetzen, ebenso die Differenzen Ah je zweier
vorhin berechneter Werte h. Dann ist die Differenz der beiden Endordinaten %z
den Werten dieses Klammerfaktors proportional auf die einzelnen Intervalle auf-
zuteilen. Da wir nur von Näherungswerten ausgehen, ist dieses Verfahren eventuell
nochmals zu wiederholen. Die schließlich wegen der Konstanz des Wasserquan-
tums neuerdings um eine additive Konstante korrigierten Werte 7, (x) sind in der
Spalte 2 der Tabelle 3 eingetragen. Ihre zweiten Dezimalen sind natürlich nur
als Rechnungsgrößen aufzufassen..
Ganz ebenso findet in der Ost—West-Richtung eine Schwingung mit der
Epoche 0b statt, deren Amplituden allerdings bedeutend kleiner sind (in der
schematischen Theorie vernachlässigt). Man findet sie, indem man an den Schnitt-
punkten der Mittellinie mit den einzelnen Querschnitten die Lage der Niveau-
fläche um Oh berechnet und wieder derart um eine additive Konstante verändert,
daß [no (x) b (x) dx =0 ist. Dabei ergibt sich, daß %, (x) an den beiden Enden
0
positive, im mittleren Teil aber negative Werte annimmt. Man hat es also mehr
mit Schwingungen der westlichen und östlichen Hälfte des Beckens für sich zu
tun, so daß es genauer ist, die Amplituden nicht mit dem gleichen Trägheitsfaktor
wie früher, sondern mit nee 1.035 zu multiplizieren (Tabelle 3, Spalte 1).
Jede der beiden eben besprochenen Ost—West-Schwingungen ist mit perio-
dischen Verschiebungen der Wasserteilchen verbunden, deren Elongationen
E, bzw. E&o man, wie erwähnt, an jedem Querschnitt leicht aus der Kontinuitäts-
bedingung ermitteln kann, Die durchschnittliche Verschiebungsgeschwindigkeit
der Wasserteilchen beträgt dann im ersten Fall ia im zweiten di die maxi-
male wird daraus durch Multiplikation mit > erhalten (Abh, [2], S. 972). Der
Verschiebungsgeschwindigkeit proportional wirkt nun die ablenkende Kraft der
Erdrotation, und zwar senkrecht zur Bewegungsrichtung und mit einer gegen
die Längsschwingung jeweils um 90° verschiedenen Phase. Sie erzeugt also auch
ihrerseits eine Neigung der Niveaufläche in der Richtung des betreffenden Quer-
schnittes. Diese Neigung wird gefunden, wenn man die in Metern ausgedrückte
Größe &, (bzw. &;) mit dem Faktor 0 - 0000000014396 multipliziert (Abh. [3], S. 97);
der Effekt an den beiden Enden des Querschnittes ergibt sich seinem absoluten
Werte nach, wenn man noch mit der halben Länge des Querschnittes multipliziert.