Sterneck, R.: Harmonische Analyse und Theorie der Gezeiten des Schwarzen Meeres. 293
Wasserteilchen synchron
einwirken, soll fallen ge-
lassen und die wenn auch
sehr kleinen Phasenunter-
schiede genau in Rechnung
gezogen werden.
Die Durchführung wird
ermöglicht durch meine be-
reits mehrmals verwendete
Methode der Zerle-
gunginzweiortho-
gonaleSchwingun-
gen‘).
Nach der Formel
z cos (g | — x)
008 {76 — %g)
AL ng 008 (gt — #3)
kann eine periodische
Bewegung mit der
Amplitude # und der Epoche x in zwei derartige Bewegungen mit den vorge-
schriebenen Epochen xg und xg = xg | 90° zerlegt werden. %, und x, haben
dabei die Werte
Fig. 3.
Ho= 4008 (x — #g)ı Hg = 8 008 (x — ug}
anzunehmen, durch deren Einsetzung die vorstehende Gleichung in der Tat zu
einer für alle Werte t gültigen Identität wird, Eine ganz analoge Zerlegung in
zwei zeitliche Komponenten mit vorgeschriebenen Epochen lassen natürlich auch
die fluterzeugenden Kräfte sowie die ihrer Wirkung entsprechenden Neigungen
der Niveaufläche in einer beliebig vorgegebenen Richtung zu,
Man untersucht also z, B, die periodischen Neigungen der Niveaufläche, die
der Kraftwirkung längs eines bestimmten Querschnittes des Schwarzen Meeres
entsprechen, dadurch, daß man sie für die Zeiten 0b und 3% (bezüglich des als
Mitte angenommenen Meridians 34,2°) gesondert berechnet, Für 0% hat man in
die Formel
h=:35-544cm- cos! gp. + cos (ot +22),
die die Erhebung der Niveaufläche unter dem Einfluß der die Tide M, +58, zur
Zeit der Syzygien erzeugenden Kraft angibt, t=0 zu setzen, Ersetzt man dann
@ und /, letzteres wieder auf den mittleren Meridian bezogen, zuerst durch die
geographischen Koordinaten des nördlichen, dann durch die des südlichen End-
punktes des Querschnittes und bildet die Differenz der beiden Werte h, so be-
kommt man die um 0% stattfindende Neigung der Niveaufläche längs des betrach-
teten Querschnittes,
Genau ebenso berechnet man die Neigung, die um 3% stattfindet, indem man
t=— 39h, also ot == 90° setzt, und die Differenz der Resultate für die beiden Enden
bildet. Jede dieser beiden Neigungen ist dann, wie ich in der Abh. [2] gezeigt
habe, noch mit dem „Trägheitsfaktor“ we: x zu multiplizieren, wo + die Eigen-
periode einer Schwingung längs des betreffenden Querschnittes, und T die Periode
der Kraftwirkung bedeutet, Setzt man T = 12.3 Stunden und berechnet + aus den
Ausmessungsresultaten der einzelnen Querschnitte (Abh. [1], S. 319), so erhält man
als Werte der Trägheitsfaktoren für die Querschnitte 1 bis 13 der Reihe nach:
1.018, 1.029, 1.032, 1.048, 1.039, 1.008, 1.010, 1.018, 1.018, 1.012, 1.012, 1.009, 1.007,
Wir beginnen die Rechnung an der Mittellinie, indem wir die Lage der
Nireaufläche um 3% an allen Schnittpunkten der Mittellinie mit den einzelnen
Querschnitten feststellen, was durch Einsetzen der geographischen Koordinaten
1) Vgl. „Die Gezeiten der Ozeane“, Sitzungsberichte der Akad. d. Wiss, in Wien, math.-naturw.
Klasse, Abt. IIa, Bd. 129, 1920, S. 131-—150 und Bd. 130, 1921, S, 363—371, — „Neue Weltkarten
der Flutstundenlinien‘“, Ann, d. Hydr. 1922, 8, 145—149,
Ann. d. Hydr. usw, 1926, Hoft VILL