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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

290 Annalen der Hydrograpbie und Maritimen Meteorologie, August 1926. 
Greenwich reduzierten Kappazahlen. Dieser Meridian halbiert zwar nicht genau 
die Ost—West-Erstreckung des Schwarzen Meeres, hat aber doch insofern den 
Charakter des „mittleren Meridians“, als die Ost—West-Schwingungen, wie die 
Rechnungen der Abhandlung [2] ergeben haben, nur um ihn als Knotenlinie 
erfolgen können. Die in Tabelle 2 verzeichneten Hafenzeiten sind in der gewöhn- 
lichen Art aus den Konstanten für M, und S, berechnet; die reduzierten Hafen- 
zeiten beziehen sich auf den Meridian 34.2° und sind überdies in der Einheit 
1.025 Stunden, dem 12. Teil der Periode von 12.3 Stunden, ausgedrückt. 
Tabelle 1. Harmonische Konstanten. 
Odessa 
g = 46.4° 
2 = 30,7° 
H 
vw. FE. 
x 
x’ 
w. F. 
Sewastopol 
g == 44,69 
A = 33.5° 
Pöti A 
PP = 42,29 % 
Ä= 41.7° x’ 
'Zafenzeit ' 
Odessa 
Sewastopol 
Poti 
4b 55m 
3u 28m 
10h 4m 
Normalwerte 
Yy. 
S, 
N 
K: 
K 
L; 
3.52 
0.01 
142° 
149° 
+ 1° 
0.38 
10° 
111° 
2.92 
2930 | 
2780 ' 
1,87 
+ 0.03 
148° 
155° 
+ 3° 
0.27 
30° 
a19 
0.48 
4: 0.20 
136° 
143° 
4- 4° 
0.12 
1269 
1279 
4.76 
+4; 0.07 
155° 
1620 | 
+59 
0.10 
100° 
101° 
„028 
790 7 
829 
_ BO 
0.61 
+0.25 
109° 
1120 
+ 200 
0.42 
+ 0.21 
112° 
115° 
4 20° 
0.08 
61° 
639 
0.99 
277° 
2690 
0.35 
79° 
30° 
0.41 
239 
D49 
122 
299° 
281° 
0.74 
280° 
2659 
047 
297° 
O9 
1.19 
290° 
9890 
0,35 
291° 
283° 
Tabelle 2. 
Hafenzeiten und Amplitudenverhältnisse. 
reduzierte‘ Hs, | Hx, 
Tafenzeit | Hu, Hs, 
Hr | Er 
Hu. Hr, 
Ho [EEE 
He, IH + Hs; 
5.02 
3,42 
9.32 
0.53 
0,71 
0.42 
0.41 
0.37 
0.39 
0.14 | 0:69 
0.32 * 117 
0.25 029 
919 | om | 
Q.71 | 
0.47 
0.23 
0.83 
0.24 
0.66 
0.53 
0.47 
0.27 
057 
Der letzte der „Normalwerte“ der auch von der geographischen Breite 
abhängt, ist für @ = 43° und unter Berücksichtigung der beiden „Trägheits- 
Faktoren“ (siehe unten) berechnet. Man sieht, daß insbesondere die Amplituden- 
verhältnisse in Poti mit den Normalwerten in ganz überraschend guter Weise 
übereinstimmen. Damit ist ein außerordentlich scharfes Kriterium für ihre 
Richtigkeit erfüllt, Die Beobachtungen von Poti scheinen also die exaktesten 
und frei von störenden Einflüssen jeder Art zu sein. 
Für Odessa und Sewastopol hat bereits Herr Professor Orloff einige Be- 
rechnungen durchgeführt!), aus denen sich in unserer Schreibweise bei Berück- 
sichtigung des astronomischen Koeffizienten folgende Konstanten ergeben: für 
Odessa: Hy, = 3.3 cm, xym, = 149% Hs, = 1.9 cm, xs,=148°; für Sewastopol: 
Har, — 0.39 cm, xx, = 112% Hs, = 0.23 cm, xs, = 94%, Ho= 0.10 cm, xo = 12°, 
Hp + Hy, = 0.32 cm. Bis auf die beiden letzten stimmen alle mit den in Tabelle 1 
enthaltenen Werten sehr gut überein. Die Bedenken, die Herr Professor Orloff 
gegen die Möglichkeit einer halbwegs genauen Bestimmung der Eintagstiden 
Kı, P und O aus kürzeren Beobachtungsreihen geltend macht, beziehen sich in 
erster Linie auf Sewastopol. In Odessa und Poti muß sich die meteorologische 
Tide S,, die am Schwarzen Meere vorherrschend ist, bei der Mittelbildung doch 
30 ziemlich herausheben, sonst könnten die Kappazahlen von K,, P und O, die 
nach der Theorie der Gezeiten eines geschlossenen Wasserbeckens in jeder ein- 
1) „Über die Ebbe und Flut des Schwarzen Meeres in Odessa und Sewastopol“ (russisch). Zapiski 
po gidrografii, Tom. 47, 8. 141—161. — „Über die Gezeiten des Schwarzen Micoree in Sewastopol“ 
russisch). Zirkular der Odessaer Sternwarte, Nr. 7, 1924. — Die daselbst zitierte Arbeit von 
E. F. Skvortzoff im 47. Bande des „Zapiski po gidrografii‘“, die die Ermittlung der harmonischen 
Konstanten von Sewastopol zum Gegenstande hat, ist mir leider nicht zugänglich gewesen,
	        
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