Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1926.
Tabelle 1. Anzahl der Beobachtungen Weser-Feuerschiff‘ (nach Stärke und Richtung getrennt)
Stärke | N |NNWINW|WNW| w |wsw|swisswi s |SSE| SE |ESE| E |ENE| NE |NNE | Summe
a
> 2
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Hierzu ist zu bemerken, daß die Anzahl der Fälle nicht die Anzahl der Tage
ist, da häufig an einem Tage mehrfach Stärke 6 überschritten wurde, wobei aber
fast immer die Richtung sich änderte. Bearbeitet wurden nur die Fälle der Rich-
tungen N bis SSW einschließlich.
Nachdem auf diese Weise Windrichtung und -stärke auf dem Weser-Feuer-
schiff für die einzelnen Termine festgestellt waren, wurden die Beobachtungen
der übrigen Stationen zu denselben Terminen ausgezogen. Die Beobachtungen
der nicht zum Bereich der Seewarte gehörenden Stationen wurden dabei in dankens-
werter Weise vom Preußischen Meteorologischen Institut zur Verfügung gestellt.
Namen und Lage sämtlicher bearbeiteten Stationen sind aus Karte 1 auf Tafel 17
ersichtlich.
Hierauf wurden sämtliche Beobachtungen aller Stationen einzeln mit der gleich-
zeitigen Feuerschiffbeobachtung verglichen, die erhaltenen Differenzen nach Wind-
richtungen auf dem Feuerschiff getrennt und dann erst die Mittel gebildet, Das
Ergebnis ist in Tabelle 2 (S. 275) niedergelegt.
Der Kopf der Tabelle zeigt Windrichtung und mittlere Stärke sowie Anzahl
der Beobachtungen auf dem Feuerschiff. Für die einzelnen Stationen ist zuerst
ihre Entfernung vom Feuerschiff in Kilometer angegeben. Dann folgen für jede
Windrichtung drei Spalten, deren erste die Ablenkung des Windes in Strichen
der 32teiligen Skala auf zwei Dezimalen und den Sinn der Ablenkung angibt.
Die zweite zeigt die Bremsung des Windes in Beaufort-Stärken auf zwei Dezi-
malen, die dritte die Anzahl der Fälle, in denen keine Bremsung oder sogar eine
Beschleunigung festgestellt wurde. Die beiden letzten Spalten enthalten die Mittel-
werte der Bremsung jeder Station, einmal für alle Windrichtungen, einmal für
die Richtungen N, NNW, NW und W,
Ergebnisse,
1. In bezug auf die Windgeschwindigkeit.
Wie zu erwarten, ergibt das Mittel der Windgeschwindigkeit bei allen Sta-
tionen und allen Windrichtungen eine Bremsung gegenüber dem Feuerschiff. Die
Zahl der Einzelfälle, in denen eine solche nicht beobachtet wurde, ist aber stellen-
weise so groß (z, B. Glückstadt NW in 33 von 88 Fällen), daß sie — namentlich
im Hinblick auf die Sturmwarnungen — doch mitteilenswert erschien. Bei dem
Feuerschiff Außen-Eider ist die Bremsung minimal, was als ein Beweis für die
Zuverlässigkeit der Beobachtungen auf dem Weser-Feuerschiff angesehen werden
darf. Bei den übrigen Stationen ist die Bremsung für die einzelnen Windrich-
tungen (des Feuerschiffs!) verschieden und nimmt für ein und dieselbe Station
Werte an, die sich bis zu 2 Beaufort voneinander unterscheiden, Das Maximum
der Bremsung tritt fast durchweg bei N-Wind ein, das Minimum ist stark ver-
teilt, liegt aber doch meist bei W bis SW-Winden. Hierin drückt sich der Unter-
schied zwischen den reinen Seewinden, als welche etwa N bis W anzusehen sind,
und den schon vom Kontinent beeinflußten Winden aus südlicheren Richtungen
aus, Ein strenger Zusammenhang zwischen Bremsung und Windrichtung ist nicht
zu erwarten, da einmal die Windrichtung des Feuerschiffs, nicht die der Station
zugrunde gelegt ist, und ferner, weil leicht Hindernisse am Beobachtungsort in
gewissen Richtungen örtlich bedingte Fälschungen verursachen können, die jedoch
im Mittel aller Richtungen wieder ausgeglichen werden,