32 Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberiläche im Golistromsektor usw.
Eine bessere Übersicht über die örtlichen Verschiedenheiten der jährlichen
Salzgehaltsschwankung erhalten wir erst, wenn wir die Phasen und Amplituden
der einzelnen Jahresgänge in ihrer geographischen Verteilung verfolgen können,
Wäre der Jahresgang des Salzgehaltes in unserem Untersuchungsgebiet durch
das Auftreten der doppelten Welle nicht so kompliziert gestaltet, dann könnte
man die Eintrittszeiten der Extreme und die im Laufe des Jahres auftretende
Salzgehaltsschwankung direkt den Kurven entnehmen und diese Werte karto-
graphisch. darstellen. Die Linien gleicher Eintrittszeit des Maximums oder
Minimums und die Linien gleicher Amplitude geben dann ein sehr viel über-
sichtlicheres Bild über den Ablauf der jährlichen Salzgehaltsschwankung in
unserem Untersuchungsgebiet, Da es nach den Kurven manchmal schwer zu
entscheiden ist, welches Maximum oder welche Amplitude wir in jedem einzelnen
Fall anzunehmen haben, ist es am besten, die 12 Jahresgänge harmonisch zu
Tabelle 5. Jahresgang des Oberflächensalzgchaltes,
! —— Eintrittezeiten der Maxima
1. Welle |, 5 Welle.
=35,75 440.035 sin (280...
=35,75 +0.031 sin (290.8% 4 +
5—35.08 0.071 sin (348°:
535.62 +0116sin[ 277° 4x
*=34.903 4 0.300sin ( 227° 4x
=33.64 40.370 sin ( 43.79 x
=35,08 + 0.1808in( 27.4° + x
=36.13 + 0.059 sin (338,3° ) x
-36.18 001 sin( 450° 4x
36.07 '- 0.057 sin (192.7° x
36:39, 0.093 sin (191.1° + %
33927 0S4$sin(171.09 +
CF
3
{
+
1
e
1 0.007 sin (167.0° — 7x]
0.022 sin (198,79 + 8x]
0.000 sin (160.0° 4 2x)
0.064 sin (186.7° 4 2x)
0,062 sin (285,69 4 2x
„9.065210 ( 61,59 4 2x
FH0.025 sin (216,69 + 2x
FO.058 sin ( 85.09 + Zx)
k 0.031 sin (100,99 4 2x
I.O368in{ BLOSS D>'
1033sin( 60.592
3025 sin (226.49 —-
Juli Juni Dez,
Juni | Jun | Dez,
April * Juni Dez.
März ; Mai/Jonmi Nov./Dez,
März ' April Okt.
Yobr./März! Juh/Aug, Jan /Febhr,
März Mai Nor,
April/Mai | Juli Tan.
Tebr./März Juli Jan,
Sept./Okt, Juli Jan.
Sept Okt. | Juli/Aug, ' Jan,/Febr,
Dkt. Mai Nor.
analysieren. Wenn auch den einzelnen Gliedern einer solchen Reihe von Sinus-
funktionen, insbesondere den Gliedern höherer Ordnung, nicht immer eine physi-
kalische Bedeutung zukommt, so vermag die harmonische Analyse in manchen
Fällen aber doch als Übersichtsprinzip wertvolle Hinweise zu liefern, Bei der
Annäherung der Jahresgänge des Salzgehaltes beschränken wir uns ebenfalls
wie bei der Temperatur auf die Ermittlung der einfachen und der doppelten
Sinuswelle, Die analytischen Ausdrücke für die Jahresgänge des Salzgehaltes in
den Feldern 1 bis 12 sind in Tab. 5 zusammen mit den Eintrittszeiten der Maxima
angegeben, Wie wir es schon bis zu einem gewissen Grade aus dem Verlauf
der Kurven abschätzen konnten, zeigt die erste Welle eine Verschiebung des
Maximums von Februar-März in Feld 6 bis Oktober in Feld 12, wobei die. Am-
plitude von 0,74 %/, auf 0.11% abnimmt. Nur das Feld 9 ordnet sich dieser
sehr regelmäßig Iortschreitenden Verschiebung nicht gut ein, Es ist sehr wahr-
scheinlich, daß das Maximum im März bei der geringen Zahl von Einzelbeobach-
tungen nur durch Zufälligkeiten bedingt ist (s. Tab, 4), Sollte die erste Welle in Feld 9
aber trotzdem die wirklichen Verhälthisse richtig wiedergeben, dann wäre bei
der kleinen Amplitude, die schon an der Grenze der Beobachtungsgenauigkeit
liegt, keine bessere Übereinstimmung zu erwarten, Die Maxima der zweiten
Welle im Sommer und Winter zeigen nur geringe Verschiebungen in ihrer Lage,
lie aber unregelmäßig erfolgen und keine Gesetzmäßigkeit erkennen lassen. Die
Amplitude ist verhältnismäßig klein und erreicht nur in Feld 3 einen Wert von
mehr als 0,15 %5 in den meisten Feldern ist die Amplitude kleiner als 0.10 00.
Die Ergebnisse der harmonischen Analyse sind in den Karten mit Linien gleicher
Eintrittszeit des Salzgehaltsmaximums (Abb. 16) und Linien gleicher Amplitude
(Abb. 17) für die erste Welle dargestellt, Auffallend groß ist die von Westen
nach Östen fortschreitende Verspätung der Eintrittszeit des Salzgehaltsmaximums
der ersten Welle, In den Feldern 6, 5, 4 und 7 ändert sich allerdings nur sehr
wenig an der Eintrittszeit. Erst in den östlicher gelegenen Feldern verschiebt
sich das Maximum sehr rasch zum Sommer und Herbst. Die Abnahme der