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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1926.
Ein gut ausgestattetes Buch über das uns ge-
raubte Südwestafrika! Es ist die Frucht jahre-
langer Erfahrungen, die der Verfasser als Farmer
in Deutsch-Südwestafrika gesammelt hat, und bringt
in geschlossener, objektiver Darstellung eine Fülle
geographischen, politischen, völkischen und wirt-
schaftlichen Tatsachenmaterials. Die besondere Be-
deutung des Buches liegt darin, daß es eingehend
die gegenwärtigen Zustände des Landes schildert
und alle Faktoren südafrikanischen Lebens ihrer
Bedeutung nach würdigt. So ist es in einer Zeit,
in welcher der Auswanderungsgedanke manchen
Deutschen wieder lebhaft beschäftigt, berufen, ihm
sin Führer zu sein, dem daran liegt, dem künf-
tigen Ansiedler die reichen Möglichkeiten wirt-
schaftlichen Fortkommens im Lande aufzuzeigen,
ihn anderseits aber auch bekannt zu machen mit
den Mißhelligkeiten, die geeignet sind, ihm bittere
Enttäuschungen zu bereiten, Die von Sprigade
and Moisel bearbeitete Karte von Deutsch-Süd-
westafrika im Maßstabe 1: 2000000 ist dem emp-
j{ehlenswerten Buche beigegeben, Semmelhack.
Nachschlagebuch der Nachschlagewerke für die
Wirtschaftspraxis, Herausgegeben im Auftrage
des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs von
Dr. Paul Heile, 1. Jahrgang 1925, Verlag
Wirtschaftsdienst, G. m. b. H., Hamburg 36.
Kommissionsverlag: Deutscher Auslandverla;
Walter Bangert, Hamburg 8. Preis 5.— RG
Es ist heute unmöglich, die Gesamtheit der
historischen und wirtschaftlichen Vorgänge auf der
Erde zu verfolgen und zu erfassen, wie sie in der
Presse im weitesten Sinne ihren Niederschlag findet,
Daher wird jeder, der sich schnell und sicher über
irgendein Wissensgebiet unterrichten will, seine
Zuflucht zu einem Nachschlagewerk nehmen müssen,
Bisher hat es indes an einem zuverlässigen Weg-
weiser gefehlt, der Auskunft darüber gibt, welches
Nachschlagewerk für den jeweiligen Bedarf zur
Hand zu nehmen sei. Diese Lücke hat das Ham-
burgische Weltwirtschafts-Archiv in dem vor-
liegenden Nachschlagebuch der Nachschlage-
werke in einer Weise ausgefüllt, für die dem
Herausgeber allseitiger Dank geschuldet wird. In
übersichtlicher Form werden hier in neun Haupt-
abteilungen (Allgemeine und Internationale Ab-
‚jeilung; Länderabteilung; Rohstoffe und Waren;
Adreßbücher und Börsenhandbücher; Codes; Maß-
einheiten und Berechnungstabellen aller Art; Wör-
terbücher ; Biographie einschl, Gelehrte Welt; Biblio-
graphie und Presse) die beim Hamburgischen Welt-
wirtschafts-Archiv vorhandenen Nachschlagewerke
des In- und Auslandes nachgewiesen. Der weitere
Ausbau dieser für alle Länder und Erwerbsschichten
notwendigen Übersicht der Nachschlageliteratur
xann besonders von Verlagsunternehmungen durch
One Einsendung geeigneter Bücher gefördert
werden.
Dem Nachschlagebuch sind zwei Anlagen bei-
gegeben: ein Verzeichnis wichtiger Wirtschafts-
zeitschriften aller Länder und eine Denkschrift, die
über die Entwicklungsgeschichte, die Aufgaben und
Einrichtungen des Hamburgischen Weltwirtschafts-
Archivs unterrichtet, Das Weltwirtschafts-Archiv
ist aus der im Jahre 1908 gegründeten „Zentral-
stelle des Hamburgischen Kolonialiustituts“ hervor:
gegangen. Es ist eine wissenschaftliche Anstalt
es Hamburgischen Staates mit dem Forschungs:
ziel internationaler Wirtschaftskunde und Geschichts-
deobachtung der Gegenwart, Diese Ziele sucht es
zu erreichen durch eine wissenschaftlich-systema-
tische Sammlung möglichst vollständigen und zu-
verlässigen Tatsachenmaterials der Vorgänge und
Entwicklungen aller Länder sowie durch die syste-
natische Ordnung dieses Materials und seine Nutz-
armachung für die Wirtschaftswissenschaft und
lie staatliche und private Wirtschaftspraxis, Zu
liesem Zwecke stellt das Weltwirtschafts-Archiv
seine Sammlungen zur freien Benutzung zur Ver-
jügung und verwertet sie in eigenen Veröffent-
ichungen, unter denen die in aller Welt verbreitete
Wochenschrift „Wirtschaftsdienst“ an erster Stelle
steht. Die Räume des Weltwirtschafts-Archivs be-
änden sich in Hamburg, Poststraße 19, Die Be-
nutzung seiner Einrichtungen zeigt erfreulicherweise
ne ständige Steigerung; sie ist jedem wirtschaft-
lich Interessierten zu empfehlen. Semmelhack,
Kimmtiefenmessungen auf der Deutschen Antark-
tischen Expedition, Von E. Przybyllok. —
Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft,
Naturw. Klasse. 2. Jahr, Heft 2. Deutsche
Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte
m. b. H. Berlin 1925,
Der Verfasser es hier die Ergebnisse der
Bearbeitung seiner Kimmtiefenmessungen, die er
m Jahre 1911 an Bord des Sn
„Deutschland“ während dessen Fahrt nach der
Antarktis angestellt hat. Der dabei benutzte Pul-
‚.Tichsche Kimmtiefenmesser der Firma Carl Zeiß,
Jena, hat sich gut bewährt.
Die Diskussion der Temperaturmessungen er-
zibt, daß sich das Temperaturgefälle durch den
Junterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur
ıicht befriedigend darstellen läßt, Die von E.Kohl-
;schütter abgeleitete Formel für die Kimmtiefe
stellt bei größeren Unterschieden zwischen Luft-
ınd Wassertemperatur die Messungen des Verfassers
zwar beträchtlich besser dar, als dies der Ausdruck
ür die sog. geodätische Kimmtiefe vermag; aber
such bei der Darstellung der Beobachtungen durch
len Kohlschütterschen Ausdruck treten stark
zusgeprägte Vorzeichenfolgen in den Unterschieden
zwischen den beobachteten und den berechneten
Ximmtiefen auf, die der Verfasser auf eine regio-
ı1ale Abhängigkeit zurückführt, Hier möchte man
yünschen, daß die Untersuchung des Verfassers
über die regionale Abhängigkeit der von Koß mit
aund b bezeichneten Kimmtiefe-,, Konstanten‘ noch
was gründlicher durchgeführt worden wäre,
Für die Praxis erscheint es richtiger, die Kimm-
jefe für jede Beobachtung zu messen, statt daß
nan sie rechnet, Die Lufttemperatur läßt sich an
Bord nach den Erfahrungen des Verfassers nur
Jurch Aspirations-Thermometer mit hin-
teichender Genauigkeit messen.
Wichtig sind auch die von Przybyllok häufig
beobachteten und in der Arbeit beschriebenen Fälle
eines anormalen Zustandes der Kimm.
EHE. Mahnkopf.
Funkpeilungen. Richtungs- und Standortsbestim-
mung auf funktechnischem Wege. Von A. Leib
und Nitzsche, 2108, Verlegt bei E. S. Mittler
& Sohn, Berlin 1926,
Dieses Buch füllt in der nautischen und der
'unktechnischen Literatur eine Lücke aus, die von
rielen Interessenten oft schmerzlich empfunden
worden ist. Zwei Fachleute, die auf dem Gebiet
les Funkpeilwesens in erster Reihe mitarbeiten,
haben das Werk gemeinsam geschaffen: der Tech-
niker den technischen Teil, der Nautiker den
nautischen Teil.
Der technische Teil, der nach dem Vorwort
Jem Funkbeamten als Orientierungsmittel und als
Nachschlagewerk dienen soll, bietet auch dem