Neuere Veröffentlichungen,
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spannungen auffassen kann. — Die Erörterungen
von R. über die zweckmäßige Dicke der beiden
Partner eines Bithermometers mögen auch von der
fjeinmechanischen Industrie zur Kenntnis genommen
werden, die auf diesem Gebiet heute wohl überall
noch rein empirisch vorgeht. Es soll sich die
Dicke beider Komponenten ebenso zueinander verhalten,
wie die Leitfähigkeit beider Metalle.
Beachtenswert als Ergebnis einer langjährigen
Beobachtungspraxis sind die abschließenden Beirachtungen
dieses Kapitels, wenn auch nicht jeder
Meteorologe sich mit ihnen ohne weiteres einverstanden
erklären wird: Messungen, die Vergleiche
zwischen den Angaben verschiedenartiger Thermometer
in sich schließen, sind streng genommen
anzulässig! Auch gehäufte „mittlere Korrektions:
werte“ haben nur statistische Bedeutung für klima.
tische Untersuchungen, nicht für den Einzelfall
'Zu dieser Frage werden Vergleichsmessungen, die
auf Veranlassung von P. Heidke bei der Met.
Vers.-Anstalt in Großborstel seit nahezu einem
Jahre zwischen nicht ventiliertem Thermometer
und Aßmann Asp.-Psychrometer bei jedem Beobachtungstermin
An werden, ein interzasantes
Material liefern.) Allgemeine Zustimmung
wird R. finden mit seiner Forderung, eine einheitliche
Aufstellung einheitlicher Instrumente zu
schaffen und lieber an allen Beobachtungsstellen
bewußt gleiche Fehler zu begehen,
als durch Verschiedenartigkeit des Instrumentariums
samt der angebrachten Korrektionen das
synoptische Bild zu verzerren.
m dritten Kapitel wird die Beobachtung der
Luftfeuchtigkeit behandelt, und auch hier erkennt
man leicht den erfahrenen, kritischen Beobachter,
so bei der Darlegung der Schwierigkeit
einer psychrometrischen euckicbrelimmung. der
Fehlerquellen der Hanrhperogtephen und der Unzulänglichkeit
der üblichen Kontrolle des Haarhygrometers,
auch bei SEO SCH Messungen,
durch das Psychrometer, Auch die Darlegungen,
unter welchen Umständen die peychrometrische
Differenz negativ wird, das feuchte Thermometer
also höher steht als das trockene, werden manchem
aufmerksamen Beobachter erwünscht sein.
Die Beobachtug der Luftströmunen
ist der Gegenstand des folgenden Kapitels,
Brinzip, Anwendungsgebiet und Fehlerquellen der
verschiedenen Windmesser und -schreiber werden
dargelegt, sowie die Versuche, die vertikale Komponente
des Windes und die Feinstruktur der
horizontalen Komponente näher zu erforschen, Zu
der letzten Frage hat ja gerade Robitzsch!) selbst
sehr wertvolle Beiträge geleistet, Nur erwähnt seien
lie folgenden Ausführungen über Höhenwind
messungen mit Pilotballonen und Flugdrachen.
Die Pilotballon-Methode ist ja durch die hydro
dynamische Betrachtungsweise*) wie durch die
statistische Bearbeitung von Doppelanschnitten?)
als mit starken Fehlerquellen behaftet erwiesen.
Nach der Arbeit von Raethjen?) ist die Ursache
der ungleichmäßigen Steiggeschwindigkeit weniger
in einer Erhöhung des Turbulenzgrades der durch.
messenen Luftmassen, als in dem sogen. Treppensteigen
der Ballone begründet.
Beobachtung der Bewölkung, des Sonnen-1)
Arbeiten d. Kgl, Preuß, Aeronaut. Obsert.
Lindenberg 13, 1919 S. 66,
2) Wenger, Ann. Hydr. 45, 1917, S, 121, Raethjen,
ebenda 53, 1925, S, 273. «
8) Moltschanoff, ebenda 53, 1925, S. 163,
scheins und der Strahlung. Sehr wichtig ist
der Nachweis an Potsdamer Volkenschälzungen,
daß durch die sogen. Kulissenwirkung infolge der
andlichen Dicke der Wolken die prozentische Bewölkung
stets zu hoch (im Mittel in Potsdam um
2,3 Zehntel) geschätzt wird, Auch die Wichtigkeit
Mner physikalischen Wolkenbeobachtung wird
mit vollem Recht betont. Es fehlt hierfür nur ein
xnheitliches Schema und ein neuer Wolkenatlas,
der besonders auf die Übergangsformen eingehen
nüßte und dessen Herausgabe schon längst einem
ulgemein empfundenen Bedürfnis entspricht. Bei
ler Besprechung der Strahlungsmessungsme-\hoden
besonders beachtlich ist die Erörterung
jer Fehlerquellen infolge des wechselnden atmosphärischen
Zustandes und die Forderung, angesichts
ler Zwecklosigkeit von Einzelbeobachtungen der
Strahlung alle aerologisch-meteorologischen Arbeitszräfte
darauf zu konzentrieren, eine solche Kenntnis
der Luftzustände zu schaffen, daß Strahlungsmessungen
an Hand zuverlässiger Unterlagen diskutiert
werden können. ;
Das sechste Kapitel handelt von Niederschlag
und Luftelektrizität, Zur ersteren
wird genauere Kenntnis des zeitlichen Ablaufes,
der Niederschlagsintensität, gefordert. Zum zweiten
wird zuf die Schwierigkeit hingewiesen, bei der
allgemein üblichen Registrierung des Potentialgealles
am Boden den Einfluß der wechselnden
Leitfähigkeit der verschiedenen Luftkörper bis in
zroße Höhen gesondert darzustellen,
Im letzten Kapitel schließlich finden wir eine
kurze Darlegung der Auswertung und Bearbeikung
aerologischer Messungen, wobei wieder besonlers
auf die aller aerologischen und meteorologiichen
Arbeit anhaftenden Beschränkung eingeyangen
wird, Untersuchungen auf Grund von mit
Fehlern behafteten Messungsreihen durchführen zu
nüssen, ohne daß der Einfluß. eines beliebigen
Slementes durch das Experiment feststellbar ist.
So würde schon aus diesem Grunde die von Ro-»itzsch
im Schlußwort beklagte Tendenz zum
Sammeln von Beobachtungsmaterial als Selbstzweck
sychologisch verständlich, Gewiß ist die Beardeitung
die Hauptsache, Aber diese Forderung
st an die Möglichkeit gebunden, daß jedem Mete-»rologen
auch die -Zeit für solche Bearbeitung zu
Gebote steht. Daß dies leider in den meisten
Tällen nicht der Fall ist, weiß jeder, der den molernen
Wetterdienst kennt. — Vielleicht wäre &s
nöglich, gelegentlich einer neuen Auflage eine
;ystematische Zusammenstellung und kurze Erör-;jerung
der in Frage kommenden Bearbeitungsme-‚hoden
des rohen meteorologischen Zahlenmaterials
hier anzuschließen, sowohl die rein rechnerische Behandlung
(Differenzen-Methode, kleinste Quadrate
asw.), wie die Darstellung, Ausgleichung und Zerlegung
durch die modernen graphischen Methoden,
Das Buch von Robitzach ist ein zuverlässiger
Wegweiser durch ein schwieriges, teilweise neues
Gebiet; es wirkt in vieler Beziehung anregend, sei
8 — eentin — auch durch Herausfordern
des Widerspruchs, Sein Erscheinen darf aufs
wärmste begrüßt werden, denn es füllt eine Lücke
in jeder meteorologischen Fachbücherei aus.
Georgi
Barth, Paul: Stidwestafrika. Wirtschaftlicher
Ratgeber und allgemeine Anleitung, besonders
für Auswanderungslustige. Mit vielen Abbildungen
und einer Karte. Verlag von John
Meinert Ltd, in Windhoek, Alleinvertrieb durch
Koehler & Volckmar in Leipzig, 1926,